Mondfinsternis in Brandenburg: Wetter & Uhrzeiten im Überblick

Partielle Mondfinsternis am 28. August 2026 in Brandenburg: Alle wichtigen Uhrzeiten, Wetterprognose und Sichtchancen im Überblick.
Thomas Warnack/dpaIn der Nacht auf Freitag, den 28. August 2026, lohnt sich auch in Brandenburg der frühe Blick zum Himmel. Eine partielle Mondfinsternis ist zu beobachten. Ihren Höhepunkt erreicht sie je nach Standort gegen 6:08 bis 6:12 Uhr. Das Wetter könnte die Sicht allerdings erschweren, denn in der Nacht sollen von Südwesten zunehmend Wolken aufziehen.
Wann ist die Mondfinsternis in Brandenburg zu sehen?
Die Mondfinsternis beginnt um 3:23 Uhr MESZ, wenn der Mond in den Halbschatten der Erde eintritt. Zu diesem Zeitpunkt ist die Verdunkelung zunächst nur schwach zu erkennen. Die eigentliche partielle Phase beginnt um 4:33 Uhr. Dann erreicht der Kernschatten der Erde den Mond und ein deutlich sichtbarer Teil der Mondscheibe wird verdunkelt. Das Maximum folgt kurz nach 6 Uhr. In Potsdam, Brandenburg an der Havel, Oranienburg und Wittenberge liegt es gegen 6:12 Uhr, in Cottbus und Eberswalde gegen 6:10 Uhr und in Frankfurt (Oder) bereits gegen 6:08 Uhr. Der maximale Bedeckungsgrad liegt bei rund 94 Prozent. In Potsdam steht der Mond beim Maximum allerdings nur noch etwa 0,5 Grad über dem Horizont und geht bereits gegen 6:18 Uhr unter. Deshalb ist eine möglichst freie Sicht nach Westsüdwesten besonders wichtig.
Damit liegt das interessanteste Beobachtungsfenster ungefähr zwischen 4:30 und kurz nach 6 Uhr. Wer das Maximum sehen möchte, sollte sich rechtzeitig einen Standort suchen, an dem Häuser, Bäume oder andere Hindernisse den sehr tief stehenden Mond nicht verdecken. Die eigentliche partielle Finsternis dauert zwar bis 7:51 Uhr, ist in Brandenburg nach dem Monduntergang aber nicht mehr sichtbar.
Wie wird das Wetter zur Mondfinsternis?
Anders als in einigen anderen Teilen Deutschlands drohen in Brandenburg während der eigentlichen Beobachtungszeit voraussichtlich noch keine verbreiteten Gewitter oder kräftigen Niederschläge. Ganz ungetrübt sind die Aussichten trotzdem nicht. Für die Nacht zum Freitag wird von Südwesten her eine zunehmende Bewölkung erwartet. Nach der aktuellen Vorhersage soll es dabei zunächst niederschlagsfrei bleiben. Die Temperaturen sinken auf etwa 18 bis 15 Grad.
Das Problem für die Beobachtung ist damit vor allem die Wolkendecke: Da die Bewölkung aus Südwesten dichter wird, könnte der Mond ausgerechnet in den frühen Morgenstunden zeitweise oder regional ganz hinter Wolken verschwinden. Ob sich zum entscheidenden Zeitpunkt größere Wolkenlücken ergeben, lässt sich erst kurzfristig genauer abschätzen. Im Laufe des Freitags verschlechtert sich die Wetterlage weiter. Dann werden für Berlin und Brandenburg starke Bewölkung, wiederholte Schauer und teilweise kräftige Gewitter erwartet. Auch Unwetter sind nicht ausgeschlossen. Für die Mondfinsternis am frühen Morgen ist diese spätere Entwicklung aber nur eingeschränkt relevant.
Wo sind die Chancen auf freie Sicht am besten?
Die langfristige durchschnittliche Wolkenbedeckung am 28. August liegt in den größeren Städten Brandenburgs zwischen 61 und 66 Prozent. Die statistisch niedrigsten Werte weisen Cottbus und Eberswalde mit jeweils 61 Prozent auf.
Diese Werte sind allerdings keine konkrete Wettervorhersage für die Nacht zum 28. August. Sie zeigen die Wahrscheinlichkeit der Bewölkung an. Für die tatsächliche Sichtbarkeit sind die kurzfristige Entwicklung der Wolkendecke und mögliche lokale Auflockerungen wesentlich wichtiger.
Was passiert bei einer Mondfinsternis?
Eine Mondfinsternis entsteht, wenn sich die Erde zwischen Sonne und Mond befindet. Der Mond bewegt sich dadurch durch den Schatten der Erde. Das kann nur bei Vollmond passieren und auch dann nur, wenn Sonne, Erde und Mond nahezu auf einer Ebene liegen. Bei einer partiellen Mondfinsternis taucht nur ein Teil des Mondes in den Kernschatten der Erde ein. Bei einer totalen Mondfinsternis befindet sich dagegen die komplette Mondscheibe im Kernschatten.
Der verdunkelte Bereich des Mondes kann dabei rötlich oder bräunlich erscheinen. Verantwortlich dafür ist die Erdatmosphäre. Ein Teil des Sonnenlichts wird beim Durchgang durch die Atmosphäre in den Erdschatten gebrochen. Blaues Licht wird stärker gestreut, während vor allem rötliches Licht den Mond erreicht. Ein ähnlicher Effekt sorgt auch für die kräftigen Farben bei Sonnenauf- und Sonnenuntergängen. Bei der Finsternis am 28. August werden maximal rund 93 Prozent des Monddurchmessers beziehungsweise etwa 96 Prozent seiner sichtbaren Oberfläche vom Kernschatten erfasst.
Mondfinsternis beobachten: freie Sicht nach Westsüdwesten entscheidend
Eine Mondfinsternis kann gefahrlos mit bloßem Auge beobachtet werden. Anders als bei einer Sonnenfinsternis ist keine spezielle Schutzbrille erforderlich. Ein Fernglas kann den Übergang zwischen dem hellen und dem verdunkelten Teil der Mondoberfläche noch deutlicher sichtbar machen. In Brandenburg ist diesmal vor allem ein möglichst freier Horizont entscheidend. Zum Maximum gegen 6:10 bis 6:12 Uhr steht der Mond bereits extrem tief. In Potsdam beträgt seine Höhe nur noch rund ein halbes Grad. Wenige Minuten später geht er unter.
