Leitungswasser in Europa: In diesen Ländern sollte man es nicht trinken

Wo in Europa wird vom Trinken des Leitunsgwassers abgeraten?
Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpaLeitungswasser zu trinken, ist in vielen Ländern Europas kein Problem. Es gibt jedoch einige Länder, in denen Vorsicht geboten ist, um sich keine Magen-Darm-Erkrankungen einzufangen. Eine Übersicht der betroffenen Urlaubsregionen mit Tipps zur Trinkwasseraufbereitung gibt es hier im Überblick.
Leitungswasser: Trinkwasser in Frankreich, Spanien und Co.?
In weiten Teilen Europas kann man Leitungswasser bedenkenlos trinken. Besonders in Ländern wie Deutschland, Österreich, der Schweiz, den skandinavischen Staaten (Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland) sowie in den Benelux-Ländern (Belgien, Niederlande, Luxemburg) ist die Trinkwasserqualität laut ADAC und AOK hervorragend. Auch in Frankreich, Spanien und Portugal kann Leitungswasser getrunken werden. Zwar mag der Geschmack etwa durch eine leichte Chlor- oder Mineralnote unterschiedlich ausfallen, gesundheitliche Risiken bestehen aber in der Regel nicht. Beachtet werden sollte, dass trotzdem regionale oder örtliche Ausnahmen in den jeweiligen Ländern bestehen können, bei denen vom Verzehr des Leitungswassers abgeraten wird.
Europa: Leitungswasser in diesen Ländern nicht direkt trinken
In einigen Ländern Europas ist das Wasser aus dem Hahn dagegen nicht direkt zum Trinken geeignet. Laut ADAC, der sich auf die Empfehlungen der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) beruft, kann das Trinkwasser zum Teil mit Keimen oder Schadstoffen belastet sein. In folgenden Ländern sollte man deshalb kein Leitungswasser ohne vorherige Aufbereitung trinken:
- Albanien
- Bosnien-Herzegowina
- Bulgarien
- Kosovo
- Litauen
- Lettland
- Moldawien
- Nordmazedonien
- Rumänien
- Serbien
- Türkei
Urlaubs- und Reisetipps zur Trinkwasseraufbereitung
Für Reisende hält die US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC mehrere Tipps bereit, worauf man im Urlaub im Hinblick auf das Trinkwasser und dessen Aufbereitung achten sollte. Ist kein abgefülltes Wasser verfügbar, lässt sich Leitungswasser demnach durch Abkochen trinkbar machen. Dafür sollte es mindestens drei Minuten sprudelnd gekocht werden. In höheren Lagen, etwa im Gebirge, verlängert sich die erforderliche Kochzeit auf drei bis fünf Minuten, da der Siedepunkt dort früher erreicht wird und das Wasser somit bei geringeren Temperaturen kocht. Filter, eine Behandlung mit speziell zur Trinkwasseraufbereitung hergestellten UV-Strahlern und eine Chlorung können ebenfalls helfen.
Auf Eiswürfel sollte in Ländern mit unsicherer Wasserqualität grundsätzlich verzichtet werden, da sie häufig aus Leitungswasser bestehen. Selbst kleine Mengen davon können zu gesundheitlichen Problemen führen. Zum Zähneputzen wird in Risikogebieten empfohlen, ausschließlich abgefülltes oder zuvor abgekochtes Wasser zu verwenden, da auch über Schleimhäute Keime aufgenommen werden können.
Beim Kauf von Trinkwasser sollte unbedingt auf industriell abgefüllte und original versiegelte Flaschen geachtet werden. Wichtig ist dabei auch ein unversehrter Sicherheitsring am Flaschenhals. Von frisch gepressten Säften, z. B. unterwegs angeboten, wird abgeraten. Vor allem, wenn man nicht erkennen kann, dass der Saft direkt vor Ort hergestellt wurde. Es besteht die Gefahr, dass kontaminiertes Wasser verwendet wurde. Nur wenn Obst mit sicherem Wasser gewaschen und der Saft selbst gepresst wurde, gelten solche Getränke als unbedenklich.
Heißgetränke wie Kaffee oder Tee gelten grundsätzlich als sicher, sofern sie kochend heiß sind. Ein Infektionsrisiko besteht, wenn sie hingegen nur lauwarm oder bei Zimmertemperatur serviert werden. Auch bei Zugaben wie Milch oder Sahne ist Vorsicht geboten, insbesondere bei offener oder ungekühlter Lagerung.
