Kein Probealarm!
: Darum heulten in Hamburg am Sonntag die Sirenen

In Hamburg heulten am Sonntagabend plötzlich die Sirenen. Das Notruftelefon stand nicht mehr still. Das war der Grund.
Von
Doreen Matschuk
Hamburg
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Bundesweiter Warntag: 04.09.2025, Brandenburg, Petersdorf: Eine Sirene ist über den Hausdächern in einem Ort zu sehen (Luftaufnahme mit einer Drohne). Wenn das Smartphone am 11.09.2025 um 11 Uhr plötzlich laut klingelt und in der Ferne die Sirenen heulen, müssen die Menschen in Deutschland nicht erschrecken: Es besteht keine Gefahr, sondern es ist wieder bundesweiter Warntag. Ziel des Warntages, welcher seit 2020 in ganz Deutschland durchgeführt wird, ist unter anderem die technische Erprobung der Informationswege. Des Weiteren soll die Bevölkerung auf die Warnmittel und für Ernstfälle sensibilisiert werden. Foto: Patrick Pleul/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Sirenen heulen am Sonntag (05.10.) durch ganz Hamburg. Es war kein Probealarm! Doch was war der Grund? (Symbolbild)

Patrick Pleul/dpa

Nach einem stürmischen Wochenende herrschte in Hamburg kurzzeitig Alarmstimmung: Am Sonntagabend heulten in der gesamten Stadt plötzlich die Sirenen. Was war passiert?

Sirenen heulen in Hamburg

Ein kräftiges Sturmtief hat am Wochenende weite Teile Norddeutschlands erreicht. Neben Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, war auch Hamburg betroffen. Hier stand kurzzeitig der Fischmarkt unter Wasser und dann heulten plötzlich die Sirenen im gesamten Stadtgebiet.

Sirenenalarm: Fehler im Hochwasser-Warnsystem

Das erste Mal heulten die Sirenen um 21:35 in Hamburg. Kurze Zeit später, gegen 21:40, ertönten die Signale ein zweites Mal. Die Stadt war in Aufruhr und das Telefon beim Notruf stand nicht mehr still.

Kurze Zeit später teilte die Polizei auf der Plattform X mit: „Die Sirenen eben waren wegen Hochwasser und hätten eigentlich nur in Overwerder ausgelöst werden sollen!“.

Der Stadtteil liegt in den Vier- und Marschlanden, direkt an der Elbe, wo es zuvor zu Überflutungen gekommen war. Durch einen Bedienungsfehler wurde der Alarm jedoch stadtweit ausgelöst.

Kurz darauf gingen bei der Polizei zahlreiche Anrufe ein. Einige Hamburgerinnen und Hamburger fürchteten sogar einen Fliegeralarm, bevor die Entwarnung kam.

So klang der Alarm in Hamburg am Sonntag (05.10.2025):

Sturmflut überflutet Fischmarkt und Uferbereiche

Zuvor hatte das Sturmtief am Wochenende bereits für hohe Wasserstände gesorgt. Die Elbe trat über die Ufer, der Fischmarkt in Altona stand zeitweise unter Wasser.
Viele Schaulustige beobachteten das Spektakel in Gummistiefeln und Regenjacken. Die Polizei hatte den Bereich vorsorglich abgesperrt.

Auch in anderen Teilen Hamburgs kam es zu kleineren Einsätzen: Zwei Jugendliche in Moorwerder wurden von der Flut überrascht und mussten von der Feuerwehr per Boot gerettet werden.

Wetter in Hamburg: 05.10.2025, Hamburg: Der Fischmarkt ist überflutet. Ein Sturmtief zieht über Norddeutschland und es gibt eine Sturmflutwarnung für die deutsche Nordseeküste. An der Elbe drohen am Nachmittag hohe Wasserstände. Foto: Benjamin Haller/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Fischmarkt in Hamburg wurde durch das Sturmtief Detlef überflutet.

Benjamin Haller/dpa

Wind lässt allmählich nach

Am Montagmorgen gab der Deutsche Wetterdienst (DWD) Entwarnung. Der Wind an Elbe und Nordseeküste solle im Laufe des Tages deutlich nachlassen.
Trotz des Sirenenfehlalarms und überfluteter Ufer blieb die Sturmflut in Hamburg vergleichsweise glimpflich.