Hammerbande in Leipzig
: Kopf der Gruppe um Lina E. in Thüringen festgenommen

Nach ihm war jahrelang gefahndet worden, nun wurde ein mutmaßlicher Kopf aus der linksextremen Szene in Leipzig in Thüringen festgenommen.
Von
dpa
Karlsruhe
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Urteilsverkündung im Prozess gegen Lina E.: ARCHIV - 31.05.2023, Sachsen, Dresden: Ein Angeklagter sitzt bei der Fortsetzung des Prozesses im Oberlandesgericht (OLG) Dresden im Verhandlungssaal und hält einen Schreibblock mit der Aufschrift «Free Lina» vor sein Gesicht. Das Oberlandesgericht hat die mutmaßliche Linksextremistin Lina E. wegen mehrerer Angriffe auf Rechtsextreme zu fünf Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Für ihre drei Mitangeklagten verhängte die Staatsschutzkammer Freiheitsstrafen zwischen zwei Jahren fünf Monaten und drei Jahren und drei Monaten. (zu dpa: «Mutmaßlicher Linksextremist in Thüringen festgenommen») Foto: Sebastian Kahnert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Urteilsverkündung im Prozess gegen Lina E. (Archivbild): Der mutmaßliche Kopf der sogenannten „Hammerbande“ ist in Thüringen festgenommen worden.

Sebastian Kahnert/dpa
  • Polizei nimmt mutmaßlichen Kopf der „Hammerbande“ in Thüringen fest.
  • Der Mann gehört zur Gruppe um die verurteilte Lina E.
  • Haftbefehl seit 2021, öffentliche Fahndung seit Sommer 2020.
  • Lina E. wurde im Mai 2023 zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.
  • Ihre Mitangeklagten erhielten Haftstrafen zwischen zweieinhalb und drei Jahren.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Polizei hat einen mutmaßlichen Rädelsführer der gewalttätigen linksextremen Szene in Thüringen festgenommen. Er werde der Leipziger Gruppe um die bereits verurteilte Studentin Lina E. zugerechnet, bestätigten Sicherheitskreise. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.

Der Mann gilt als Kopf der Gruppe um Lina E. Die sogenannte „Hammerbande“. Bei der Festnahme handelt es sich nicht um einen Zufallstreffer. Vielmehr waren ihm Fahnder schon eine Weile auf der Spur.

Nach dem Mann war bereits öffentlich gefahndet worden. Er gilt nach Angaben der Generalbundesanwaltschaft und des LKA Sachsen als dringend verdächtig, sich als Mitglied einer kriminellen Vereinigung an mehreren politisch motivierten körperlichen Übergriffen beteiligt zu haben. Die Opfer erlitten den Angaben nach zum Teil erhebliche Verletzungen.

Kopf der Hammerbande in Leipzig: Haftbefehl seit 2021

Der Haftbefehl gegen den Mann, der spätestens seit Sommer 2020 untergetaucht ist, datiert vom 26. März 2021. Die Ermittler waren nach früheren Angaben des sächsischen Landeskriminalamtes „ziemlich sicher“, dass er auch an Attacken auf mutmaßliche Anhänger der rechtsextremen Szene in Ungarns Hauptstadt Budapest im Februar 2023 beteiligt war. 

Das Oberlandesgericht Dresden (OLG) hatte Lina E. im Mai 2023 wegen mehrerer Angriffe auf Rechtsextreme zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Trotzdem kam sie nach zweieinhalb Jahren in Untersuchungshaft zunächst frei. Der Haftbefehl wurde unter Auflagen außer Vollzug gesetzt. Die Reststrafe muss sie erst verbüßen, falls das Urteil rechtskräftig ist.

Haft für Mitglieder der Gruppe um Lina E.

Für ihre drei Mitangeklagten verhängte die Staatsschutzkammer des OLG Freiheitsstrafen zwischen zweieinhalb Jahren und drei Jahren und drei Monaten. Der Generalbundesanwalt warf ihnen vor, zwischen 2018 und 2020 tatsächliche oder vermeintliche Anhänger der rechten Szene in Leipzig, Wurzen und Eisenach brutal zusammengeschlagen zu haben. In dem Prozess fiel immer wieder auch der Name des jetzt gefassten Tatverdächtigen.