Grund für Störung bei Revolut steht fest: Keine Hacker am Werk

Die Störung dauert weiterhin an.
Fernando Gutierrez-Juarez/dpaSeit Dienstagmorgen melden Nutzer der Neobank Revolut Probleme bei der Nutzung verschiedener Bankdienstleistungen. Betroffen sind unter anderem die Anmeldung in der App, Kartenzahlungen, Überweisungen und Bargeldabhebungen an Geldautomaten. Auch beim Währungsumtausch, Aktienhandel und bei Kryptowährungsgeschäften kommt es zu Einschränkungen.
Die Störung betrifft nicht nur Deutschland. Auch aus anderen europäischen Ländern werden Probleme gemeldet. Auf der offiziellen Statusseite von Revolut waren zwischenzeitlich zahlreiche Funktionen als eingeschränkt oder nicht verfügbar gekennzeichnet.
Google Cloud offenbar Ursache der Revolut-Störung
Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters steht der Ausfall mit technischen Problemen beim Cloud-Dienstleister Google in Zusammenhang. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person bestätigte Reuters, dass die Störung bei Revolut mit dem Ausfall von Google Cloud zusammenhängt.
Google selbst meldet auf seiner offiziellen Statusseite erhebliche Probleme in der europäischen Cloud-Region „europe-west2“, die sich in London befindet. Betroffen sind zahlreiche Dienste des Unternehmens, darunter Google Compute Engine, Google Cloud Storage und Google Kubernetes Engine.
Laut Google kommt es zu erhöhten Fehlerraten und zeitweiligen Netzwerkausfällen. Die Störung begann nach Angaben des Unternehmens am 20. Oktober um 8:08 Uhr deutscher Zeit. Techniker arbeiten an der Untersuchung und Behebung des Problems.
Revolut nutzt die Cloud-Infrastruktur von Google und hat seine strategische Zusammenarbeit mit dem Technologiekonzern zuletzt ausgebaut.
Revolut versichert, dass das Geld und die Daten seiner Kunden sicher seien. Das Unternehmen arbeite seit Bekanntwerden der Probleme an einer Lösung und entschuldige sich für die entstandenen Unannehmlichkeiten.
Auch andere Unternehmen von Ausfällen betroffen
Die Probleme beschränken sich offenbar nicht auf Revolut. Auch bei weiteren Unternehmen und Onlinediensten kommt es am Dienstag zu Störungen. Unter anderem werden Einschränkungen bei britischen Banken sowie bei Internetdiensten und Lieferunternehmen gemeldet.
Die Ausfälle verdeutlichen, wie stark digitale Dienstleistungen inzwischen von großen Cloud-Anbietern abhängig sind. Treten bei deren Infrastruktur technische Probleme auf, können gleichzeitig zahlreiche Unternehmen und Millionen Nutzer betroffen sein.
Ob sämtliche am Dienstag gemeldeten Ausfälle auf dieselbe technische Ursache zurückzuführen sind, ist bislang nicht geklärt.
Was können betroffene Revolut-Kunden tun?
Wer derzeit Probleme mit Revolut hat, sollte zunächst prüfen, ob der gewünschte Dienst wieder verfügbar ist. Auf der offiziellen Systemstatus-Seite informiert die Digitalbank über Einschränkungen ihrer Angebote.
Schlagen Überweisungen oder Kartenzahlungen fehl, empfiehlt es sich, zunächst den Transaktionsstatus zu kontrollieren. Wiederholte Zahlungsversuche könnten andernfalls zu mehrfachen Buchungen führen, wenn zuvor ausgelöste Transaktionen verzögert verarbeitet werden.
Da es sich um eine übergreifende technische Störung handelt, dürften eine Neuinstallation der App oder Änderungen an den eigenen Smartphone-Einstellungen in der Regel nicht helfen.
Wann sämtliche Revolut-Dienste wieder uneingeschränkt funktionieren, ist derzeit noch offen.
