Grippeimpfung 2025
: Jetzt impfen oder lieber noch warten?

Die Grippesaison 2025 hat begonnen, die Zahl der Erkrankten steigt. Wann ist der beste Zeitpunkt zum Impfen, um Schutz bis ins Frühjahr zu haben?
Von
Nicole Züge
Berlin
Jetzt in der App anhören
Grippeschutzimpfung

Die Grippeimpfung bietet Schutz vor schweren Verläufen. Aber wann ist der beste Zeitpunkt, um über die gesamte Saison geschützt zu sein?

Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Deutschland steckt mitten in der Herbst- und Grippesaison. Sollte man sich jetzt impfen lassen oder lieber noch warten, damit der Impfschutz die gesamte Saison über anhält? Das sagen Experten.

Grippeimpfungen auf niedrigem Stand

Das Robert Koch-Institut (RKI) registriert bereits deutlich mehr Erkrankungen als im Vorjahr: Rund 395.000 Influenza-Fälle wurden im Oktober 2025 bereits gemeldet. Fast doppelt so viele wie 2024. Gleichzeitig sinkt die Impfbereitschaft. Nach Daten der Techniker Krankenkasse ließen sich im Winter 2024/2025 nur noch 38 Prozent der Versicherten ab 60 Jahren gegen Grippe impfen. Das ist der niedrigste Wert seit der Saison vor der Corona-Pandemie.

Grippeimpfstoff auch 2025 angepasst

Der Grippeimpfstoff wird jedes Jahr angepasst. Fachlabore weltweit, darunter das Referenzzentrum am Robert Koch-Institut, beobachten fortlaufend, welche Influenza-Viren im Umlauf sind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wertet diese Daten aus und bestimmt, welche Virusvarianten in der kommenden Saison voraussichtlich überwiegen. Auf dieser Grundlage enthält der Impfstoff Bestandteile der wichtigsten A(H1N1)-, A(H3N2)- und B-Viren. Die Empfehlung für die Nordhalbkugel erscheint meist im Februar, damit die Produktion rechtzeitig vor dem Herbst beginnen kann.

Die von der WHO empfohlene Zusammensetzung des Influenza-Impfstoffs für die Nordhalbkugel sowie die EMA-Empfehlungen zu geeigneten Stämmen für die Impfstoff-Herstellung sind auf der Webseite des Paul-Ehrlich-Instituts abrufbar: www.pei.de/influenza-impfstoffe.

Grippeimpfung: Wann ist der beste Zeitpunkt?

In Deutschland erreicht die Grippewelle ihren Höhepunkt nach Angaben des RKI erfahrungsgemäß nach der Jahreswende. Die Zahl der Erkrankungen steigt ab Ende September deutlich an. Nach einer Impfung dauert es rund zwei Wochen, bis der Körper den vollständigen Schutz aufgebaut hat.

Deshalb empfehlen Fachleute, sich zwischen Oktober und Mitte Dezember impfen zu lassen. Wer diesen Zeitraum verpasst, kann die Impfung auch später noch nachholen. Das ist sinnvoll, da Dauer und Verlauf der Grippewelle schwanken. In der Saison 2022/2023 kam es etwa im März zu einer zweiten Welle durch eine andere Virusvariante.

Risikogruppen: Diesen Menschen wird die Impfung empfohlen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung für alle Menschen ab 60 Jahren. In dieser Altersgruppe ist das Risiko für schwere Krankheitsverläufe besonders hoch. Auch Schwangere sollen sich impfen lassen, ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, bei Vorerkrankungen bereits früher. Die Impfung schützt sowohl die Mutter als auch das ungeborene Kind vor Komplikationen durch eine Grippeinfektion.

Zudem wird die Impfung Menschen mit chronischen Krankheiten empfohlen. Dazu zählen Erkrankungen der Atemwege, des Herzens, der Leber, der Nieren oder Stoffwechselstörungen wie Diabetes. Auch Personen mit geschwächtem Immunsystem, neurologischen Erkrankungen oder HIV profitieren von der Schutzimpfung.

Ebenso sollten sich Personen impfen lassen, die Risikopersonen im selben Haushalt leben oder betreuen. So lässt sich vermeiden, dass sie die Grippe auf gefährdete Menschen übertragen.

Auch wer beruflich oder privat regelmäßig engen Kontakt zu Tieren wie Schweinen, Geflügel, Wildvögeln oder Robben hat, sollte sich schützen. Das gilt insbesondere für Beschäftigte in Tierhaltungen, Zoos, Tierheimen, Tierarztpraxen oder Schlachthöfen, wo ein erhöhtes Risiko für eine Übertragung von Tiergrippeviren besteht.