Gottesanbeterin in Brandenburg: Ist das Insekt gefährlich? Erkennen, melden – alles Wichtige

Die Gottesanbeterin: Die Fangschrecke, wie das Fluginsekt auch genannt wird, ist zunehmend in Deutschland zu Hause. Auch in Brandenburg wurde sie bereits gesichtet. Ob sie für den Menschen gefährlich ist und ob man die Sichtungen melden muss.
Jens Büttner/dpaDie Gottesanbeterin (Mantodea) ist eine Fangschreckenart, die einst sehr selten in Deutschland war, doch mittlerweile findet man sie immer öfter in neuen Regionen – sogar in Brandenburg. Sie ist natürlicherweise in Mitteleuropa beheimatet und vor allem für ihr Paarungsverhalten, den Sexkannibalismus, bekannt.
- Allgemeine Infos zur Gottesanbeterin
- Leserfotos aus Brandenburg
- Das gefährliche Paarungsverhalten
- Die Gefahr für den Menschen
- Was ist bei einer Sichtung zu tun?
Laut dem Naturschutzbund (Nabu) fühlt sich die Gottesanbeterin im Land Brandenburg besonders wohl auf ehemaligen Tagebauflächen, wie zum Beispiel im Naturparadies Grünhaus, einem 2200 Hektar großen Renaturierungsgebiet in einem ehemaligen Braunkohletagebau bei Finsterwalde. Auch in der Lausitz, in riesigen Rekultivierungsgebieten des Lausitzer Braunkohlereviers, fand die Gottesanbeterin optimale Lebensbedingungen und ist dort inzwischen fast flächendeckend verbreitet.
Im Vergleich zu anderen Insekten in Deutschland ist die Gottesanbeterin ziemlich groß, mit Weibchen von bis zu acht Zentimetern und Männchen von bis zu sechs Zentimetern. Trotz ihrer Größe ist sie in freier Wildbahn schwer zu entdecken, da sie sich durch ihre grüne oder braune Färbung hervorragend tarnt und oft regungslos bleibt. Dies hilft ihr bei der Jagd auf andere Insekten.
Gottesanbeterin – Fangeschrecke mit gefährlichem Paarungsverhalten
Die Fangschrecke ist eine gefährliche Lauerjägerin für viele andere Arten, darunter vor allem Heuschrecken und Fliegen. Sie kann stundenlang unbemerkt in hohen Pflanzen ruhen und Beute mit ihren großen Facettenaugen fixieren, bevor sie sich in Zeitlupe anschleicht. Ihre kräftigen Fangarme, die mit Dornen besetzt sind, ermöglichen einen schnellen und effektiven Angriff. Sobald die Beute in ihren Fangarmen ist, gibt es kein Entkommen mehr. Der Fangschlag dauert nur 50 bis 60 Millisekunden und ist damit etwa sechsmal schneller als ein Lidschlag des menschlichen Auges.
Dieses Leserfoto zeigt die Spezies in Brandenburg:
Exotisches Insekt mit Hang zum Kannibalismus
Nicht nur kleine Insekten müssen sich vor der Gottesanbeterin in Acht nehmen, sondern auch ihre eigenen Artgenossen. Manchmal trifft es die kleineren Männchen, die nach der Paarung von den Weibchen verspeist werden. Dieses Verhalten, bekannt als Sexkannibalismus, ist auch bei einigen Spinnenarten dokumentiert. Obwohl die Gottesanbeterin dieses Verhalten oft zeigt, ist es in der freien Natur nicht die Regel, so dass die Männchen meist unbeschadet davonkommen.
Ist sie gefährlich für den Menschen?
Auch wenn sich die kannibalisch lebende Fangschrecke innerhalb Deutschlands mittlerweile ausgebreitet hat, ist sie für den Menschen jedoch vollkommen ungefährlich. Sie ist weder giftig noch anderweitig schädlich für den Menschen – auch nicht für Hund oder Katze.
Sollten Sie jedoch eine Gottesanbeterin entdecken, tun Sie am besten nichts weiter, außer es aus der Ferne zu beobachten. Es handelt sich um ein wildes Tier und sollte nicht angefasst oder auf die Hand genommen werden, so verführerisch es auch sein mag.
Sind Sichtungen von Gottesanbeterinnen meldepflichtig?
Die Sichtungen von Gottesanbeterinnen sind nicht meldepflichtig, aber das Naturkundemuseum Potsdam und der „Freundeskreis Mantidenfreunde Berlin-Brandenburg“ rufen dazu auf, Funde der Gottesanbeterin über die Website https://www.gottesanbeterin-gesucht.de/ zu melden. So kann die Ausbreitung dieser faszinierenden Insektenart, insbesondere im Osten Deutschlands, dokumentiert werden. Durch diese Meldungen konnten bereits viele spannende Erkenntnisse über die Gottesanbeterin in Deutschland gewonnen werden. Es bleibt abzuwarten, wo diese faszinierende Lauerjägerin als nächstes auftauchen wird.


