Gestrandeter Wal hat sich befreit: Wo ist er jetzt?

Wal an der Ostseeküste gestrandet: 27.03.2026, Schleswig-Holstein, Timmendorfer Strand: Robert Marc Lehmann, Meeresbiologe, spricht mit den Medien am Strand, wo in der Nähe der gestrandete Buckelwal im Wasser gelegen hatte. Der in der Ostsee vor Niendorf gestrandete Wahl hat sich offenbar befreit. Das Tier war am frühen Morgen nicht mehr zu sehen. Foto: Marcus Brandt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Marcus Brandt/dpaDer vor Niendorf (Gemeinde Timmendorfer Strand) gestrandete Buckelwal hat sich in der Nacht offenbar selbst von der Sandbank befreit. Anders als zunächst vermutet, hat das Tier das Gebiet aber nicht verlassen. Nach Angaben des NDR wurde der Wal am Freitagmorgen mehrfach in der Lübecker Bucht im tieferen Wasser gesichtet – weiterhin in Sichtweite zum Niendorfer Strand.
Demnach schwimmt der Buckelwal nun zwar wieder im offenen Wasser, hält sich aber noch immer in den flachen Gewässern der Lübecker Bucht auf. Zwischenzeitlich soll er sogar wieder Kurs auf Niendorf genommen haben. Deshalb wird der Rettungseinsatz fortgesetzt: Schiffe, darunter auch Boote der Wasserschutzpolizei, sollen den Wal begleiten und möglichst in Richtung offene Ostsee und weiter auf den richtigen Kurs bringen.
Walschützer Robert Marc Lehmann wertete die Entwicklung als positives Signal, mahnte aber zur Vorsicht. Dass der Wal die Sandbank verlassen habe, sei nur der erste Schritt. Von einer Rettung könne erst gesprochen werden, wenn das Tier wieder gesund unterwegs sei und den Weg zurück in den Atlantik finde. Experten zufolge könnte das noch mehrere Wochen dauern.
So lief die Rettung ab
Noch am Donnerstagabend hatte sich die Situation zugespitzt: Wie NDR-Reporter Phillip Kamke schilderte, bewegte sich der Wal plötzlich rund 20 Meter in Richtung Ostsee und gab dabei laute Geräusche von sich. Danach blieb er zunächst wieder liegen, bewegte jedoch weiterhin seine Schwanzflosse. Zu diesem Zeitpunkt fehlten dem Tier offenbar nur noch wenige Meter bis in tiefere Gewässer.
Zuvor hatten Helfer mit schwerem Gerät eine Rinne in die Sandbank gegraben, um dem etwa zehn bis zwölf Meter langen Tier den Rückweg ins Meer zu ermöglichen. Die Arbeiten wurden am Abend aus Sicherheitsgründen unterbrochen, sollten am Freitagmorgen fortgesetzt werden.
Dazu kam es offenbar nicht mehr: Vieles deutet darauf hin, dass der Wal die vorbereitete Passage eigenständig genutzt hat.
