Gartenarbeit: Sollte man im November noch den Rasen mähen?

Muss man im November noch den Rasen mähen?
Zacharie Scheurer/dpa-mag/dpaIm November ist die Gartensaison weitgehend vorbei. Doch wenn das Wetter mild bleibt, wächst auch der Rasen mancherorts noch weiter. Viele Gartenbesitzer fragen sich deshalb, ob sie den Rasenmäher noch einmal herausholen sollten. Entscheidend ist dabei nicht allein der Kalender, sondern vor allem, wie sich das Gras entwickelt und in welchem Zustand sich der Boden befindet.
Rasenmähen im November: Wann ist es noch sinnvoll?
Grundsätzlich kann der Rasen auch im November noch gemäht werden, wenn er weiterhin wächst und die Witterung es zulässt. Eine feste Frist für den letzten Rasenschnitt gibt es nicht. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass sich der richtige Mähzeitpunkt und die Häufigkeit nach der Witterung, dem Wachstum und der verwendeten Technik richten.
In einem milden Herbst kann ein letzter Schnitt deshalb auch noch im November sinnvoll sein. Voraussetzung ist, dass die Rasenfläche nicht gefroren oder stark durchnässt ist. Bei Frost oder sehr nassem Boden sollte der Rasenmäher dagegen im Schuppen bleiben. Insbesondere auf aufgeweichten Böden besteht die Gefahr, dass durch das Befahren und Betreten Verdichtungen entstehen.
Wer unsicher ist, sollte vor allem auf das Wachstum achten. Hat der Rasen seine gewünschte Höhe bereits erreicht und wächst kaum noch, ist ein weiterer Schnitt normalerweise nicht notwendig.
Wie kurz sollte der Rasen vor dem Winter sein?
Beim letzten Rasenschnitt kommt es auf die richtige Höhe an. Das Umweltbundesamt empfiehlt für die gewöhnliche Rasenpflege eine Schnitthöhe von vier bis fünf Zentimetern. Ab Oktober gelten fünf Zentimeter als guter Richtwert.
Auch beim letzten Mähen im November sollte der Rasen deshalb nicht unnötig tief geschnitten werden. Ein besonders kurzer Schnitt ist keine Voraussetzung dafür, dass die Grünfläche gut durch den Winter kommt.
Wer den Rasen noch einmal mäht, sollte die Schnitthöhe entsprechend einstellen und auf einen gleichmäßigen Schnitt achten. Ist das Gras bereits ungefähr fünf Zentimeter hoch und wächst nicht mehr nennenswert, kann auf den letzten Mähdurchgang verzichtet werden.
Bei Frost und Nässe besser nicht mähen
Ein wichtiger Faktor beim Rasenmähen im November ist der Zustand des Bodens. Im Spätherbst sorgen Regen, niedrige Temperaturen und eine geringere Verdunstung häufig dafür, dass Gartenflächen länger feucht bleiben.
Das Umweltbundesamt nennt Bodenverdichtungen als eine Ursache für Rasenprobleme. Sie können Staunässe und Sauerstoffmangel begünstigen. Deshalb ist es sinnvoll, mit dem Mähen zu warten, wenn der Boden sehr weich oder stark durchnässt ist.
Auch bei Frost sollte der Rasen nicht gemäht werden. Besser geeignet ist ein milder, trockener Tag, an dem die Gräser nicht gefroren sind und der Boden ausreichend tragfähig ist.
Laub vor dem Winter vom Rasen entfernen
Neben dem letzten Rasenschnitt verdient im November auch das Herbstlaub Aufmerksamkeit. Das Umweltbundesamt empfiehlt, heruntergefallenes Laub von Rasenflächen zu entfernen, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.
Besonders Schneeschimmel kann im Herbst und Winter auftreten, wenn unter einer Laub- oder Schneedecke hohe Luftfeuchtigkeit und Sauerstoffmangel herrschen.
Das eingesammelte Laub muss allerdings nicht entsorgt werden. Unter Hecken, Sträuchern oder auf Beeten kann es weiterhin nützlich sein. Dort schützt es den Boden und bietet zahlreichen Kleintieren einen Rückzugsort.
Auch der Naturschutzbund Deutschland (NABU) empfiehlt, Laub und andere natürliche Materialien im Garten als Unterschlupf für Tiere zu nutzen. Ein Laubhaufen in einer ruhigen Gartenecke kann beispielsweise Igeln und anderen Tieren als Winterquartier dienen.
Nicht jede Grünfläche muss kurz gemäht werden
Während regelmäßig genutzte Rasenflächen auch im Spätherbst gepflegt werden können, ist bei naturnahen Gartenbereichen Zurückhaltung sinnvoll.
Das Umweltbundesamt empfiehlt, Wiesen deutlich seltener zu mähen und Teilflächen über den Winter stehen zu lassen. In höherem Gras und abgestorbenen Pflanzenresten können zahlreiche Insekten beziehungsweise deren Eier, Larven oder Puppen überwintern.
Wer einen naturnahen Garten gestalten möchte, kann deshalb auf einen vollständigen Rückschnitt aller Grünflächen verzichten. Besonders wenig genutzte Gartenbereiche können als Rückzugsorte für Tiere erhalten bleiben.
