Felssturz in der Schweiz: Ganzes Alpen-Dorf in Lötschental ist bedroht – Einwohner flüchten

Felssturz und Erdrutsch in den Schweizer Alpen: Ein drohender Felsabbruch zwingt hunderte Menschen zur Flucht. Was bisher passiert ist und was noch kommen könnte. Foto: Das Dorf Blatten, das am meisten bedroht ist.
Cyril Zingaro/KEYSTONE/dpaEin bevorstehender immenser Felssturz in den Schweizer Alpen zwingt hunderte Menschen in die Flucht. Eine Naturkatastrophe bahnt sich im Lötschental im Kanton Wallis an. Was bisher genau passiert ist und mit wie viel Geröllmassen Experten noch rechnen.
Bedrohlicher Felssturz: Schweizer Alpendorf Blatten evakuiert
Ein instabiler Felsvorsprung oberhalb des Dorfes Blatten bringt rund 300 Menschen in akute Gefahr. Schon vor einigen Tagen kam es in dem Gebiet zu einem Felssturz, der einen Murgang (Schlamm- oder Geröll-Lawine) auslöste. Die Behörden haben schnell reagiert und das gesamte Dorf evakuiert. Touristen waren zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr vor Ort.
Riesiger Felsabbruch möglich – bis zu fünf Millionen Kubikmeter Gestein
Die Ursache der Evakuierung ist ein Felsvorsprung unterhalb des Bietschhorns, einem knapp 4.000 Meter hohen Berg in den Schweizer Alpen. Laut dem regionalen Krisenstab steht ein massiver Felssturz unmittelbar bevor. Bereits vor wenigen Tagen hatte ein erster Abbruch einen Murgang ausgelöst – Geröllmassen kamen nur rund 500 Meter oberhalb des Flusses Lonza zum Stillstand.
Naturgefahren-Experte Alban Brigger vom Kanton Wallis warnt: Im schlimmsten Fall könnten bis zu fünf Millionen Kubikmeter Gestein ins Tal stürzen und das Dorf Blatten direkt treffen.
Wanderwege gesperrt – Ferienregion in Alarmbereitschaft
Blatten liegt auf 1.540 Metern über dem Meeresspiegel und ist das letzte Dorf im malerischen Lötschental. Die Region ist vor allem bei Wanderern und Naturfreunden beliebt. Bereits Ende vergangener Woche hatten die Behörden sämtliche Wanderwege vorsorglich gesperrt. Auch eine Gruppenunterkunft mit 64 Schlafplätzen wurde geschlossen.
Sicherheit geht vor – Experten überwachen die Lage rund um die Uhr
Die Situation wird laufend durch Geologen und Sicherheitskräfte überwacht. Ziel ist es, frühzeitig auf mögliche weitere Bewegungen des Felsens reagieren zu können. Eine Rückkehr der Bewohner ist derzeit nicht absehbar.
Die Behörden rufen zur Vorsicht auf und betonen, dass trotz der angespannten Lage alles unternommen wird, um Menschenleben zu schützen.