Karneval in Tschechien: Tschechische Traditionen zum Fasching

Teilnehmer eines Karnevalumzuges tragen traditionelle Kostüme und Masken. Die Faschingsumzüge mit ihrer 200 Jahre alten Geschichte sind seit dem Jahr 2010 in der repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO eingetragen.
Taneèek David/dpa- Fasching in Tschechien von 6. Jan. bis Aschermittwoch, besonders auf dem Land traditionell gefeiert.
- Schwarze Gesichter, Säbeltanz, Bass-Beerdigung sind typische Bräuche.
- In Hornacko tragen Teilnehmer reich verzierte Trachten, in anderen Regionen historische Strohmasken.
- Säbeltanz in Südmähren symbolisiert Grenzwächter und Ernteopfer.
- Bass-Beerdigung markiert Beginn der Fastenzeit bis Ostern.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ostatky, masopust, faschanek – das alles sind Wörter für den Fasching in Tschechien. In manchen Orten Tschechiens ist der Karneval das größte Fest im Jahr. Doch nicht überall wird die jahrhundertelange Faschingtradition gefeiert. Fasching wird in Tschechien regional sehr unterschiedlich gefeiert und in der Regal nur noch da, wo die Volksmusik immer noch lebendig ist. Das ist auf dem tschechischen Land der Fall, wo die ältesten und für uns Deutsche außergewöhnliche Bräuche überlebt haben. Die böhmischen Fastnachtsbräuche zählen sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Was es mit Masopust auf sich hat und welche tschechischen Traditionen es in der Faschingszeit gibt.
So feiern die Tschechen Fasching
Die tschechische Faschingszeit erstreckt sich vom Dreikönigstag am 6. Januar bis zum Aschermittwoch. Alte Traditionen werden hauptsächlich auf dem Land aufrechterhalten. Diese Traditionen haben, wie auch in anderen Ländern, heidnische Wurzeln – Kostüme, das Schlachten von Schweinen, viel essen und viel trinken.
Tschechische Faschingsumzüge
Am letzten Wochenende der Faschingszeit finden, besonders in Böhmen und Mähren, Maskenumzüge statt. Doch es gibt große regionale Unterschiede. Im Gebiet von Hornacko beispielsweise darf niemand eine Maske tragen – dort werden reich verzierte und gestickte Trachten für den Umzug angezogen und Volkslieder gesungen. In anderen Regionen Tschechiens werden vor allem die historischen Strohmasken getragen und in einem tschechischen Dorf dürfen keine Frauen am Karnevalsumzug teilnehmen.
Schwarze Gesichter zum Fasching
Vielerorts malen sich die Teilnehmer schwarzer Gesichter, um wie Schornsteinfeger auszusehen. Diese malen dann alle, die sie treffen, ebenfalls schwarz an. Das soll Glück für das Jahr bringen. Im Gegenzug bringen die Bewohner Süßigkeiten, Wurstwaren und Alkohol auf die Straße oder in die Höfe, um mit ihren Nachbarn und Dorfbewohnern zu feiern.
Tschechischer Säbeltanz
Eine ungewöhnliche Faschingstradition ist der Säbeltanz. Er wird heutzutage in Orten in der Nähe der einstigen ungarischen Grenze getanzt. Andere Schwerttanzvariationen gibt es auch in anderen Regionen, wie in Südböhmen. Jeder Ort hat seine eigene Erklärung, wo die Tradition herkommt. In Südmähren erzählt man, dass es an die Wächter erinnere, die damals die Grenze bewachten. Doch bei allen Säbeltänzen geht es auch darum, ein Opfer zu bringen, um die Ernte des Jahrs zu sichern.
Die Säbeltänze werden nur am Dienstag aufgeführt. Dabei ziehen die Tänzer von Haus zu Haus und werden dann mit Essen oder Süßigkeiten belohnt. Meist werden Familie, Freunde und immer der Pfarrer besucht.
Beerdigung eines Kontrabasses
Zum Ende der Faschingszeit wird in Tschechien symbolisch, unter Segel in einem Holztrog oder auf einem gedeckten Tisch, ein Kontrabass beerdigt. Der Kontrabass steht für Musik und Fröhlichkeit. Die Beerdigung soll daran erinnern, dass nun die Fastenzeit bis Ostern beginnt und es vorbei mit Spaß und Heiterkeit ist.
