Fakten und Irrtümer
: Diese Mythen über Zecken stimmen wirklich!

Fakten und Irrtümer über Zecken: Es gibt unzählige Annahmen, die einen schnell in Panik versetzen können. Wir zeigen, welche Mythen über Zecken wirklich stimmen.
Von
Doreen Matschuk
Dresden
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Zecke: ARCHIV - 07.09.2020, Brandenburg, Sieversdorf: Im Gegenlicht ist der Schatten einer Zecke (Ixodida) auf einem Blatt zu sehen. Das Tier wartet auf Beute. (zu dpa: «So schützt man sich gegen Zecken und andere Plagegeister») Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Mythen über Zecken: Es gibt unzählige Fakten und Irrtümer, die einen schnell in Panik versetzen können. Wir zeigen, welche Aussagen über Zecken wirklich stimmen.

Patrick Pleul/dpa

Sie krabbeln schon seit einigen Wochen wieder umher und freuen sich auf neue Opfer. Die Zecken. Es gibt sie in groß und klein, dick und dünn – circa 20 Zeckenarten von den 650 weltweit vorkommenden, gibt es in Deutschland. Dazu befinden sich mindestens genauso viele Mythen über Zecken im Umlauf. Wir klären auf, welche davon wirklich stimmen.

Zecken-Mythen, die wirklich stimmen

Rund um das Thema Zecken kursieren viele Mythen. Einige davon sind schlichtweg falsch! Doch es gibt auch erstaunlich viele Behauptungen, die tatsächlich stimmen oder zumindest auf einem wahren Kern beruhen. Wer sich in der Natur aufhält oder Haustiere hat, sollte diese Fakten kennen. Denn richtiges Wissen schützt vor Infektionen wie Borreliose oder FSME. Hier erfährst du, welche Zecken-Mythen tatsächlich wahr sind:

Mythos 1: Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen

Dieser Mythos ist völlig berechtigt. Zeckenstiche sind potenzielle Übertragungswege für schwere Infektionskrankheiten. In Deutschland gehören dazu vor allem Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Auch seltenere Krankheiten wie Anaplasmose oder Babesiose können durch einen Zeckenstich übertragen werden. Nicht jede Zecke ist infiziert – doch das Risiko besteht vor allem in bekannten FSME-Risikogebieten.

Mythos 2: Zecken bevorzugen feuchte und warme Bedingungen

Auch das stimmt. Zecken sind auf eine hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen, da sie sonst austrocknen. Aus diesem Grund sind sie vor allem bei warmem und feuchtem Wetter besonders aktiv – zum Beispiel im Frühling und Herbst oder nach einem Regenschauer. Besonders morgens oder abends, wenn das Gras noch feucht ist, sind Zecken am aktivsten.

Mythos 3: Schnelles Entfernen senkt das Infektionsrisiko

Dieser Mythos trifft teilweise zu – aber das hängt von der jeweiligen Krankheit ab. Im Fall von Borreliose ist es tatsächlich so, dass die Erreger im Darm der Zecke sitzen und erst nach mehreren Stunden in die Einstichstelle gelangen. Entfernt man die Zecke frühzeitig, sinkt das Risiko einer Infektion deutlich.

Anders sieht es bei FSME aus: Die FSME-Viren befinden sich bereits im Speichel der Zecke und werden meist direkt beim Stich übertragen. Dennoch gilt: Eine schnelle Entfernung ist grundsätzlich sinnvoll.

Mythos 4: Zecken suchen sich dünnhäutige und geschützte Körperstellen

Auch das entspricht der Realität. Zecken bevorzugen warme, gut durchblutete und feuchte Körperstellen. Dazu gehören zum Beispiel die Kniekehlen, Achselhöhlen, der Genitalbereich, die Leistengegend, der Haaransatz oder der Bereich hinter den Ohren. Diese Stellen sollten nach einem Aufenthalt in der Natur besonders sorgfältig kontrolliert werden.

Mythos 5: Zecken stechen nicht sofort zu

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Zecken sofort nach dem Kontakt zustechen. Das stimmt so nicht. Zecken krabbeln oft noch Minuten oder sogar Stunden auf dem Körper umher, bevor sie eine geeignete Stelle für den Stich finden. Wer sich nach einem Spaziergang in Wiesen oder Wäldern gründlich absucht, hat gute Chancen, die Zecke zu entdecken, bevor sie zusticht.

Darum ist es wichtig, Zecken-Mythen zu hinterfragen

Viele Menschen unterschätzen die Gefahren, die von Zecken ausgehen – oder glauben an falsche Schutzmaßnahmen. Umso wichtiger ist es, fundierte Informationen zu verbreiten. Die genannten Zecken-Mythen gehören zu den wenigen, die tatsächlich zutreffen. Wer sie kennt, kann sich und andere besser vor Zeckenstichen und möglichen Infektionen schützen.

Tipps zum Zeckenschutz

  • Trage helle, geschlossene Kleidung in hohen Gräsern oder im Unterholz.
  • Verwende Zeckenschutzmittel auf Haut und Kleidung.
  • Untersuche nach jedem Aufenthalt im Freien deinen Körper gründlich auf Zecken.
  • Entferne Zecken schnellstmöglich mit einer Zeckenkarte oder Pinzette – ohne sie zu quetschen.
  • In FSME-Risikogebieten empfiehlt sich eine Schutzimpfung.