Erhöhung der Rente: Prognose für 2027, 2028 und 2029

Mit diesen Erhöhungen bei der Rente ist in den nächsten Jahren zu rechnen.
Fernando Gutierrez-Juarez/dpaNach dem deutlichen Rentenplus im Jahr 2026 könnten die gesetzlichen Altersbezüge auch in den kommenden Jahren weiter steigen. Wie stark die Anpassungen ausfallen, dürfte allerdings erheblich schwanken. Aktuelle Modellrechnungen der Deutschen Rentenversicherung zeigen für 2027 einen vergleichsweise kräftigen Anstieg, während für 2028 mit einem deutlich kleineren Plus gerechnet wird.
Grundlage dafür ist die Frühjahrsfinanzschätzung 2026 der Deutschen Rentenversicherung Bund. Sie enthält Modellrechnungen zur finanziellen Entwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung und berücksichtigt unter anderem Annahmen zur Entwicklung von Löhnen und Beschäftigung. Die Werte für die kommenden Jahre sind deshalb keine bereits beschlossenen Rentenerhöhungen.
Renten könnten 2027 um 4,4 Prozent steigen
Für 2027 weist die aktuelle Finanzschätzung eine mögliche Rentenanpassung von 4,4 Prozent aus. Damit könnte das Plus sogar geringfügig höher ausfallen als die Rentenerhöhung im Jahr 2026.
Zum 1. Juli 2026 wurden die gesetzlichen Renten bundesweit um 4,24 Prozent erhöht. Der aktuelle Rentenwert stieg dadurch von 40,79 Euro auf 42,52 Euro.
Dass auch 2027 eine vergleichsweise hohe Anpassung möglich ist, hängt wesentlich mit der erwarteten Lohnentwicklung zusammen. Für 2027 geht die Finanzschätzung derzeit von einem Anstieg der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer um 3,2 Prozent aus. Die Zahl der beitragspflichtig Beschäftigten wird dabei nahezu unverändert angenommen.
Für 2028 fällt die Schätzung deutlich niedriger aus
Ein anderes Bild ergibt sich für das darauffolgende Jahr. Für die Rentenanpassung 2028 steht in der aktuellen Modellrechnung lediglich ein Plus von 2,3 Prozent.
Damit wäre die Erhöhung nur etwa halb so groß wie das für 2027 angenommene Plus. Auch beim Lohnwachstum kalkuliert die Rentenversicherung für 2028 vorsichtiger: Die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer sollen nach der Modellannahme um 2,9 Prozent steigen.
Gleichzeitig könnte sich die Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung verändern. Während der Beitragssatz nach der aktuellen Rechnung 2027 noch bei 18,6 Prozent bleibt, wird für 2028 ein Anstieg auf 19,9 Prozent angenommen.
2029 könnte das Rentenplus wieder größer werden
Für 2029 fällt die Modellrechnung wieder etwas günstiger aus. Die Deutsche Rentenversicherung berücksichtigt in ihrer aktuellen Finanzschätzung eine Rentenanpassung von 2,8 Prozent.
Auch für dieses Jahr wird bei den Bruttolöhnen und -gehältern je Arbeitnehmer ein Wachstum von 2,9 Prozent unterstellt. Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung könnte nach der Modellrechnung zugleich auf 20,0 Prozent steigen.
Warum die tatsächlichen Rentenerhöhungen noch anders ausfallen können
Die genannten Prozentwerte sind keine verbindliche Vorhersage. Zwischen der heutigen Modellrechnung und der jeweiligen Rentenanpassung können sich wichtige Einflussgrößen verändern.
Besonders relevant ist die Entwicklung der Löhne. Die gesetzlichen Renten orientieren sich grundsätzlich an der Einkommensentwicklung der Beschäftigten. Bis einschließlich der Rentenanpassung 2031 gilt zudem die gesetzliche Haltelinie für das Rentenniveau. Das Sicherungsniveau vor Steuern soll dadurch bei 48 Prozent gehalten werden.
Wie deutlich sich Prognosen verändern können, zeigt bereits die Entwicklung für 2026. Noch Ende 2025 war in Modellrechnungen mit anderen Größen gerechnet worden. Tatsächlich wurde die Rente zum 1. Juli 2026 schließlich um 4,24 Prozent angehoben. Die Deutsche Rentenversicherung führte die höhere Anpassung insbesondere auf die bessere Lohnentwicklung im Jahr 2025 zurück.
Die Werte für 2027, 2028 und 2029 sollten daher vor allem als Momentaufnahme verstanden werden. Erst wenn die jeweils maßgeblichen Lohn- und Sozialversicherungsdaten vorliegen, lässt sich die tatsächliche Rentenerhöhung für ein bestimmtes Jahr bestimmen.
