Erdbeben
: Das waren die stärksten Erschütterungen der Geschichte

Erdbeben können nicht nur durch die Erschütterungen ganze Landstriche verändern, sonder auch schwere Folgen wie Tsunamis haben. Was waren die weltweit schwersten jemals gemessenen Erdbeben?
Von
David Hahn
Berlin
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Jahreswechsel 2025: 28.03.2025, Thailand, Bangkok: Rettungskräfte sind vor einem Hochhaus im Einsatz, das nach einem Erdbeben der Stärke 7,7 in Bangkok eingestürzt ist. Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Rettungskräfte sind in Thailand vor einem Hochhaus im Einsatz, das nach einem Erdbeben der Stärke 7,7 Anfang des Jahres in Bangkok eingestürzt ist. Nach verheerenden Erdbeben in der Türkei, Syrien und Marokko kam es zuletzt auch am Montag, dem 8.12.2025, in Japan zu starken Beben, denen eine Warnung vor Tsunamis folgte.

Sakchai Lalit/AP/dpa

Die Erdoberfläche ist in mehrere große und kleinere Platten unterteilt, die auf dem halbflüssigen, plastischen Erdmantel schwimmen. Diese Platten bewegen sich kontinuierlich, sei es aufeinander zu, voneinander weg oder aneinander vorbei. Dabei kann es zu Spannungen kommen, die sich in Erdbeben lösen können. Diese seismischen Erschütterungen haben in der Vergangenheit zum Teil verheerende Auswirkungen und tragische Verluste verursacht. Das Ausmaß eines Erdbebens kann unterschiedlich bestimmt werden. Zum einen gibt es die Momenten-Magnituden-Skala als Angabe der Stärke von Erdbeben. Zum anderen kann die Schwere der Erdbeben auch in dem verursachten Schaden oder Todesopfern angegeben werden. Nicht immer hängen diese Zahlen miteinander zusammen. So haben Erdbeben mit geringerer Stärke zum Teil deutlich höhere Opferzahlen nach sich gezogen. Die Opferzahlen genau zu bestimmen, ist allerdings schwierig und beruht teilweise auf Schätzungen. In diesem Artikel werden die stärksten Erdbeben deswegen nach der Momenten-Magnituden-Skala aufgelistet. Die fünf schwersten Erdbeben, die jemals aufgezeichnet wurden, ihre Ursachen und Folgen im Überblick:

5. Erdbeben in Kamtschatka, Russland, 1952

Auf dem fünften Platz findet sich das Erdbeben in Kamtschatka, Russland, aus dem Jahr 1952. Mit einer Magnitude von 9,0 war dieses Ereignis das Ergebnis der Subduktion der Pazifischen Platte unter die Nordamerikanische Platte. Aufgrund der geringen Besiedlung der Region sind keine Todesopfer offiziell bekannt. Zudem wurden unter dem Regime von Stalin kaum Informationen nach außen kommuniziert, sodass abgesehen von der Stärke wenig über das Ausmaß bekannt ist.

4. Tōhoku-Erdbeben, Japan, 2011

2011 versetzte die Welt nicht nur mit einem der schwersten je gemessenen Erdbeben in einen Schockzustand, das Jahr veränderte auch weltweit die Haltung zu Atomenergie. Mit einer Magnitude von 9,0 erschütterte Japan das Tōhoku-Erdbeben. Die Subduktion der Pazifischen Platte unter die Nordamerikanische Platte löste neben dem Erdbeben aus, welches einen folgenreichen Tsunami auslöste. Mehrere zehntausend Menschen verloren dabei ihr Leben und über hunderttausend Menschen mussten wegen der nachfolgenden Nuklearkatastrophe in Fukushima in Sicherheit gebracht werden.

3. Sumatra-Andamanen-Erdbeben, 2004

Mit einer geschätzten Magnitude zwischen 9,1 und 9,3 wurde das Sumatra-Andamanen-Erdbeben durch die Subduktion der Indischen Platte unter die Burma-Platte und die Eurasische Platte ausgelöst. Es erschütterte die gesamten Küstenregionen rund um den Indischen Ozean. Nicht nur war es damit eines der stärksten Erdbeben weltweit, die Naturkatastrophe forderte auch über 230.000 Menschenleben in 14 Ländern.

2. Erdbeben in Alaska, USA, 1964

Die Subduktion der Pazifischen Platte unter die Nordamerikanische Platte war der Auslöser für den zweiten Platz der stärksten jemals gemessenen Erdbeben. In Alaska, USA, erreichte ein Beben im Jahr 1964 eine Magnitude von 9,2. In der Folge kam es zu schweren Tsunamis, bei denen mehr als hundert Menschen ihr Leben verloren.

1. Erdbeben in Valdivia, Chile, 1960

Mit einer einmaligen Magnitude von 9,5 veränderte das Erdbeben von Valdivia, Chile, als das stärkste jemals gemessene Erdbeben ganze Landstriche und die Topografie von Teilen Chiles. Dem schwersten gemessenen Erdbeben aller Zeiten gingen kleinere Beben voraus, sodass sich die meisten Menschen in Sicherheit bringen konnten. Dennoch gehen Schätzungen von mindestens 1.655 Todesopfern und 3.000 Verletzten aus. Weiterhin wurden mehrere zehntausend Gebäude zerstört und ein Tsunami ausgelöst, der die gesamte Pazifik-Region verwüstete. Die Ursache dieses katastrophalen Ereignisses war die Subduktion der Nazca-Platte unter die Südamerikanische Platte.