Einschulung doppelt so teuer: Darum kostet der Schulstart im Osten mehr

Eine repräsentative Umfrage hat ergeben, dass Eltern im Osten für die Einschulung deutlich mehr Geld ausgeben, als Eltern im Westen. Woran liegt das?
Rolf Vennenbernd/dpaDer Schulstart ist für Kinder aufregend und ereignisreich, und ja, für die Eltern mitunter auch teuer. Dabei gibt es allerdings deutliche, regionale Unterschiede. Glaubt man den Ergebnissen einer repräsentativen Umfrage, geben „Ossi-Eltern“ für die Einschulung im Osten deutlich mehr Geld aus, als die Eltern im Westen. Wie hoch ist die Differenz und warum ist das so?
Einschulung, Materialien und Co.: So teuer ist der Schulstart im Schnitt
Zum Schulstart müssen viele Dinge neu angeschafft werden. Neben dem Schulranzen und der Schultüte stehen auch Farben, Pinsel, Hefte und Hefter sowie Rechenhilfen auf den Materiallisten, die die Schulen ausgeben. Das geht schnell ins Geld. Bis zu 867 Euro geben die Eltern im Osten durchschnittlich für den Schulstart aus, hat das Preisvergleich-Portal idealo in einer eigens beauftragten, repräsentativen Umfrage herausgefunden. Im Westen sind es im Schnitt 575 Euro. Dabei entfallen laut der Umfrage im Schnitt 123 Euro auf den ersten Schulranzen, 75 Euro geben die Eltern durchschnittlich für die Schultüte aus.
Einschulungsfeier im Osten deutlich teurer
Der Preistreiber im Osten sind aber nicht der teure Ranzen oder die extra schöne Schultüte, sondern die Einschulungsfeier, die hierzulande traditionell größer gefeiert wird. Im Schnitt geben „Ossi-Eltern“ fast doppelt so viel für die Feierlichkeiten aus, wie Eltern im Westen. In Zahlen sind das bis zu 669 Euro im Osten und durchschnittlich 377 Euro im Westen. Im Osten werden dafür aber bei einem Großteil der Feierlichkeiten (29 Prozent) mehr als 20 Gäste empfangen. In den alten Bundesländern hingegen nehmen mehrheitlich um die 6 bis 10 Personen an der Einschulungsfeier teil.
Weitere Kosten zum Schulstart
Zu den oben genannten Ausgaben kommen auch noch die Aufwendungen für Materialien wie Hausaufgabenhefte, Füller und die weitere Ausstattung (Brotdosen etc.) hinzu. Allerdings sind die Anschaffungen im Laufe der Jahre relativ günstig. Von der 1. bis zur 12. Klasse müssen Eltern laut idealo mit Ausgaben von insgesamt rund 2.400 Euro rechnen. Das klingt erst einmal viel, rechnet man diese Summe aber auf ein Jahr, liegen die jährlichen Belastungen mit 200 Euro im überschaubaren Bereich.
Für Eltern von Erstklässlerinnen und Erstklässlern ist der Betrag dennoch hoch, denn er kommt natürlich auf die übrigen Aufwendungen für die Einschulung obendrauf. Insgesamt summieren sich die Ausgaben für die Erstausstattung samt Einschulung also im Schnitt auf einen niedrigen, vierstelligen Betrag.
Für viele Eltern, besonders solche mit mehreren Kindern, ist das eine große Investition, zumal in vielen Bundesländern auch Kosten für die Nachmittagsbetreuung, das Schulessen und den ÖPNV hinzukommen. Manches lässt sich von der Steuer absetzen, beispielsweise die Kosten für die Betreuung mit bis zu 4.800 Euro pro Jahr.
Wieder andere Kosten (wie Schulmaterialien) aber nicht. Hier wird argumentiert, dass diese Ausgaben bereits mit Kindergeld und Kinderfreibeträgen gedeckt werden. Für einkommensschwache Familien gibt es zudem auch staatliche Unterstützungen, beispielsweise über das Bildungs- und Teilhabepaket.
Quelle: Schulkosten in Deutschland
