DVB-Streik in Dresden aktuell: Verdi bestreikt am Freitag erneut den ÖPNV

Verdi hat bundesweit zu Streiks im Nahverkehr aufgerufen. Auch in Dresden ist mit Einschränkungen zu rechnen.
Sebastian Kahnert/dpaFahrgäste in zahlreichen deutschen Städten müssen sich erneut auf erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat im Rahmen von parallel laufenden Tarifverhandlungen in fast allen Bundesländern zu Warnstreiks bei den Verkehrsunternehmen aufgerufen. Davon ist auch Dresden betroffen.
DVB: Streik in Dresden am Freitag
In den kommenden Tagen kommt es in Sachsen voraussichtlich zu erheblichen Ausfällen im ÖPNV. Ausschließlich am Freitag sollen in Dresden, Chemnitz, Zwickau und Plauen die kommunalen Nahverkehrsunternehmen bestreikt werden. Am Freitag und Samstag sind die Beschäftigten der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) zum Ausstand aufgerufen.
S-Bahnen, Regionalbahnen und Regionalbusse verkehren in der Regel weiterhin regulär, da sie von anderen Unternehmen betrieben werden. Bei der Deutschen Bahn kommt es diese Woche zu keinen Warnstreiks. Eine Friedenspflicht gilt noch bis Ende Februar.
Nahverkehr: Warum wird in Dresden im ÖPNV gestreikt?
In den Tarifverhandlungen, die in allen 16 Bundesländern meist mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden geführt werden, fordert Verdi insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen – etwa durch kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt.
Der Kommunale Arbeitgeberverband Sachsen-Anhalt (KAV) kritisierte zuletzt, die aktuellen Forderungen seien nicht angemessen und nicht finanzierbar. „Die betroffenen Verkehrsunternehmen in Sachsen-Anhalt sind kommunale Unternehmen“, teilte der Verband mit. Die Kommunen stünden selbst unter erheblichem Haushaltsdruck.
Verdi-Verhandlungsführer Paul Schmidt erklärte hingegen: „Die kommunalen Arbeitgeber versuchen, die strukturelle Unterfinanzierung des ÖPNV auf dem Rücken der Beschäftigten auszutragen. Das lassen wir nicht zu.“ Weder in Sachsen, Sachsen-Anhalt noch in Thüringen gebe es ein ernst zu nehmendes Angebot.
Mit Material der dpa
