Dieselpreis in Brandenburg am höchsten
: Warum Tanken im Osten regelmäßig teurer ist

Der Dieselpreis legt kräftig zu, vor allem in Brandenburg. Die Gründe und warum Tanken in den ostdeutschen Bundesländern generell teurer ist.
Von
Nicole Züge
Cottbus
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Tanken ist in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt regelmäßig teurer, als im übrigens Bundesgebiet. Das Bundeskartellamt hat nun Vermutungen vorgelegt, woran das liegen könnte.

Der Dieselpreis ist bundesweit hoch, aber Tanken ist in Brandenburg und anderen ostdeutschen Bundesländern regelmäßig teurer. Das Bundeskartellamt untersucht die Gründe und hat erste Vermutungen.

Marijan Murat/dpa

Aktuell ist der Dieselpreis in ganz Deutschland im Aufwärtstrend, am teuersten ist der Kraftstoff jedoch einmal mehr in Brandenburg. Auch in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Sachsen sind die Preise vergleichsweise hoch. Das Gefühl, im Osten ist der Sprit regelmäßig am teuersten, wird nun auch durch einen aktuellen Bericht des Bundeskartellamts bestätigt. Aber woran liegt das? Sowohl der ADAC, als auch das Bundeskartellamt haben erste Erklärungsansätze zum teuren Sprit in Brandenburg vorgelegt.

Dieselpreis steigt - Brandenburg am teuersten

Mitte November sind die Spritpreise bundesweit gestiegen, vor allem bei Diesel ist der Sprung deutlich: Aktuell kostet Diesel im Bundesdurchschnitt 1,640 Euro pro Liter (+2,7 Ct), E10 liegt bei 1,689 Euro (+1,2 Ct). Innerhalb von drei Wochen verteuerte sich Diesel somit um 7,5 Ct, E10 um etwas mehr als 3 Ct.

In Brandenburg sind die Preise derzeit noch höher: Diesel kostet im Schnitt 1,68 Euro pro Liter, für E10 zahlt man aktuell um die 1,69 Euro. Nur in Sachsen-Anhalt ist E10 noch teurer: 1,701 Euro pro Liter zahlen die Menschen hier im Schnitt.

Tanken im Osten teurer: Das sagt der ADAC

Der ADAC führt eine geringere Bevölkerungsdichte und damit auch eine dünnere Versorgung mit Tankstellen in den großen Flächenländern als mögliche Gründe an, weil weniger Wettbewerb tendenziell höhere Spritpreise begünstigt.

Das Bundeskartellamt nennt mehrere Gründe

Auch die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K), eine Behörde des Bundeskartellamts, untersucht im aktuellen Quartalsbericht die höheren Spritpreise im Osten. Betroffen sind vor allem die Bundesländer und Regionen, die wie Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen direkt an der Grenze zu Polen oder Tschechien liegen. Die Behörde vermutet zwei zentrale Ursachen: Erstens erzeugt die geringe Tankstellendichte wenig Wettbewerb. Großstädte wie Berlin zeigen, wie stark eine dichte Versorgung die Preise drückt.

Zweitens beeinflusst die Nähe zu Polen die Preisbildung im Osten, vor allem direkt an der Grenze. Kraftstoff ist dort wegen niedrigerer Steuern meist billiger. Preisbewusste Menschen tanken deshalb in Polen, wenn sich der Weg lohnt. Deutsche Tankstellen im Grenzgebiet verlieren dadurch Umsatz und halten ihre Preise stabil auf höherem Niveau, um Umsatzeinbußen auszugleichen. Wer also keine Alternative hat, zahlt mehr. Die Behörde prüft die strukturellen Gründe allerdings weiter. Bis dahin empfiehlt der ADAC, abends zu tanken, auf teures E5-Benzin zu verzichten und vor allem, Preise zu vergleichen. Autofahrerinnen und -fahrer in Cottbus können das zum Beispiel anhand unserer Echtzeit-Preisübersicht tun.