Deutlicher Anstieg in Sachsen
: So viele Schusswaffen sind im Freistaat registriert

Im vergangenen Jahr wurden deutlich mehr Waffen in Sachsen registriert. Wie stark der Anstieg ist und wie viele legale Schusswaffen es im Freistaat gibt.
Von
Nicole Züge
Dresden
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Kleiner Waffenschein und Schreckschuss-Pistole „Walther P22“: ILLUSTRATION - Für den Besitz und das Führen einer echten Schusswaffe reicht der Kleine Waffenschein nicht aus. (zu dpa: «Selbstverteidigung: Diese Dinge dürfen Sie mit sich führen») Foto: Oliver Killig/dpa/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

Der „Kleine Waffenschein“ berechtigt zum Verdeckten Führen einer Schreckschusswaffe. Wie viele solcher Waffenscheine in Sachsen exisitieren und wie sich die Anzahl der Waffen erhöht hat.

Oliver Killig/dpa-tmn/dpa

Die Zahl der registrierten Waffenbesitzer in Sachsen ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Das geht aus der Antwort des Innenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Abgeordneten Juliane Nagel hervor. Wie viele Schusswaffen im Freistaat registriert sind und welche Gründe dahinter stecken könnten.

Waffen in Sachsen: So viele Schusswaffen sind registriert

Im Jahr 2025 gab es 32.800 registrierte Waffenbesitzende in Sachsen – ein Plus von 300 gegenüber dem Vorjahr 2024. Die Menge der legal gehaltenen Schusswaffen wuchs dabei deutlich stärker: um knapp 2.500 auf insgesamt 158.000 Stück. Diese Zahlen erfassen noch keine Reizstoff- oder Schreckschusswaffen.

Besonders der Bereich der „Kleinen Waffenscheine“ verzeichnet Zuwachs: Ende 2025 lagen 25.155 solcher Dokumente vor, 459 mehr als zwölf Monate zuvor. Der kleine Waffenschein erlaubt das verdeckte Führen von Schreckschusswaffen in der Öffentlichkeit. Wie viele Waffen auf dieser Basis erworben wurden, erfasst die Statistik allerdings nicht.

Mehr Waffen in Sachsen: Was steckt dahinter?

Nagel führt den Trend auf ein verbreitetes Unsicherheitsempfinden zurück, das sich nicht zwingend mit der realen Kriminalitätslage decke. Die wachsende Verbreitung von Waffen berge eigene Risiken, sagt die Politikerin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Missbrauch und unsachgemäße Handhabung würden wahrscheinlicher. Wer einen kleinen Waffenschein beantrage, müsse weder praktische Kenntnisse noch rechtliches Wissen nachweisen.

Fehlende Waffen sind zusätzliches Risiko

Ein zusätzliches Risiko: Anfang 2025 waren 1160 ursprünglich legal besessene Schusswaffen und Waffenteile zur Fahndung ausgeschrieben, weil sie verschwunden waren. Die kommunalen Waffenbehörden führten im vergangenen Jahr 1180 Kontrollen bei Waffenbesitzerinnen und -besitzern durch, meist unangekündigt und ohne konkreten Anlass. In 17 Prozent der Fälle stellten die Prüfer Mängel fest. 148 Mal wurde die Besitzerlaubnis widerrufen und Waffen eingezogen – darunter 26 kleine Waffenscheine.