Brand in Sellin (Rügen): Blitzeinschlag setzt Reetdach einer beliebten Pension in Flammen

Hier brannte das komplette Reetdach einer Pension auf Rügen in Sellin. Die Bilder und wie Gäste die Evakuierung erlebt haben.
Stefan Sauer/dpaDie Folgen des Blitzeinschlages in eine Pension auf Rügen in Sellin, Ortsteil Neuensien, sind verheerend: Von dem Reetdach des ehemaligen Dreiseitenhofs ist nichts mehr zu sehen, außer Reste auf dem Boden. Nur die Mauern und verkohlte Reste des Dachstuhls sind noch zu erkennen, rings herum ein Trümmerfeld.
Ein Feuer hat die Pension am Sonntag weitgehend zerstört. Verletzt wurde glücklicherweise niemand, aber die Betreiber stehen vor dem Nichts. Der Schaden geht wohl in die Millionen.
Pension in Sellin abgebrannt: Was passiert ist
Am frühen Sonntagmorgen gab es nach Aussage des Selliner Bürgermeisters ein heftiges Gewitter über der Gemeinde. „Solche lauten Donner haben wir selten mal gehört“, sagte Andreas Käske. Ein Blitz soll den Brand der Pension im Ortsteil Neuensien ausgelöst haben. Auch nach einer Untersuchung durch einen Brandsachverständigen am Sonntag spricht laut Polizei nichts dagegen.
Pension brennt: So lief die Evakuierung der Pensionsgäste
28 Menschen konnten das Gebäude laut Polizei unverletzt verlassen und waren vorübergehend in eine Schule gebracht worden. Etwa 170 Feuerwehrleute seien im Einsatz gewesen. Ein Gast aus Schleswig–Holstein berichtete: „Wir haben ganz oben unterm Dach das letzte Zimmer bewohnt. Als das Gewitter kam, waren wir schon wach. Und dann gab es einen Blitz, einen Knall, so einen Knall habe ich noch nie gehört. Und dann war das Licht weg. Und es stank auch schon gleich nach Feuer.“ Wenige Minuten später sei einer der Gastgeber gekommen und habe gesagt: „Alle raus hier, sofort!“. Man habe noch nehmen können, was in der Nähe gewesen sei. „Aber alles andere ist weg, haben wir verloren, Handy, Fotoapparat und, und, und."
Der Gastgeber habe gut und schnell reagiert. Auch die Feuerwehr habe sich gut gekümmert. „Wir wurden hier nicht alleingelassen.“
Brand in Sellin: Millionenschaden entstanden
Der Schaden könnte nach Aussage Käskes mehrere Millionen Euro betragen. „Das können zwei, drei Millionen sein, aber das ist alles völlig unverbindlich.“ Die Feuerwehr habe etwa 500 000 Liter Wasser aus dem nahe gelegenen Bodden in das Gebäude reingedrückt. „Das war das Glück, das wir noch hatten, dass wir so viel Löschwasser zur Verfügung hatten.“
Laut Gemeindewehrführer Karsten Steinwedel musste der Dachgiebel mit einem Bagger eingerissen werden, um die Glutnester zu löschen. Neun Feuerwehren mit mindestens 15 Fahrzeugen seien im Einsatz gewesen.
Gemeinde will dem Familienunternehmen helfen
Der Betrieb ist laut Käske seit Jahrzehnten familiengeführt und sei liebevoll aufgebaut worden. „Man muss sich vorstellen, es ist alles weg. Bis hin zu den Kinderbildern und alles, was sie hatten“, sagte der Kommunalvertreter. „Die sind völlig kopflos und stehen vor einem riesigen Desaster.“ Zu dem Gebäude gehörten neben der Pension noch die Wohnung der Betreiber und eine Gaststätte. Man werde behutsam mit der Familie Gespräche darüber führen, ob und wie die Gemeinde nun helfen könne.
