Borna Virus
: Gehören auch Sachsen und Thüringen zum Verbreitungsgebiet?

In diesen Bundesländern kann man sich mit dem tödlichen Borna Virus anstecken.
Von
Lisa Klopp-Jaber
Dresden
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Einer Patientin wird auf der Intensivstation vom Diako-Klinikum im Stadtteil Gröpelingen Blut abgenommen. +++ dpa-Bildfunk +++

Das Borna-Virus kommt in Deutschland in bestimmten Regionen vor, die als Endemiegebiete gelten. (Symbolbild)

Sina Schuldt/dpa

In Pfaffenhofen in Bayern ist ein Mann an dem seltenen, aber äußerst gefährlichen Borna-Virus gestorben. Ein weiterer Patient wird derzeit medizinisch behandelt, wie eine Sprecherin des Landratsamts Pfaffenhofen an der Ilm laut Deutscher Presseagentur mitteilte. Das Borna-Virus kommt in Deutschland in bestimmten Regionen vor, die als Endemiegebiete gelten.

Das Borna Virus ist tödlich für Menschen

Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) wird von der Feldspitzmaus übertragen, die das Virus über Urin, Kot und Speichel ausscheidet, erklärt das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Die genaue Übertragungsweise vom Tier auf den Menschen ist noch nicht vollständig erforscht. Mögliche Infektionswege sind etwa der Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln oder Wasser sowie Schmierinfektionen durch Erde, die mit Ausscheidungen der Tiere verunreinigt ist. Das LGL rät dringend dazu, den Kontakt mit Feldspitzmäusen und deren Ausscheidungen zu vermeiden und keine lebenden oder toten Tiere mit bloßen Händen anzufassen.

Das Virus ist bei Tieren schon lange bekannt, jedoch wurde erst 2018 bestätigt, dass BoDV-1 auch auf Menschen übertragen werden kann und dabei häufig tödliche Gehirnentzündungen auslöst. Seit 2020 besteht eine Meldepflicht für die Erkrankung. Seitdem meldet das Robert Koch-Institut (RKI) jährlich bis zu sechs akute Fälle von BoDV-1-Enzephalitis, überwiegend aus Bayern, so das LGL.

Borna Virus: Kommt das auch in meiner Region vor?

Das Vorkommen des Borna-Virus in Deutschland beschränkt sich auf bestimmte Regionen. Nach Angaben des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin zählen dazu Bayern, der Nordosten von Baden-Württemberg, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, der Westen Sachsens sowie Thüringen. Auch Teile von Österreich, der Schweiz und Liechtenstein sind betroffen.

Trotz dieser regionalen Verbreitung bleibt eine Infektion mit dem Borna-Virus äußerst selten: Pro Jahr werden etwa sechs Fälle registriert.