Blaualgen und parasitäre Würmer
: Aktuelle Warnungen in Sachsen und Brandenburg

Hitze und Sonnenschein locken an die Badeseen, doch aktuell trüben Blaualgen und Parasiten in mehreren Bundesländern den Badespaß. Behörden warnen vor gesundheitlichen Risiken und raten mancherorts vom Schwimmen ab.
Von
David Hahn
Dresden
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Blaualgen: ARCHIV - 03.07.2018, Niedersachsen, Hildesheim: Ein Schild «Vom Baden wird abgeraten - Blaualgen» steht am Ufer eines Badesees. (zu dpa: «Wetterumschwung stoppt Badespaß - Warnungen vor Blaualgen») Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Schild «Vom Baden wird abgeraten - Blaualgen» steht am Ufer eines Badesees.

Julian Stratenschulte/dpa

Der Sommer ist da und die Hitze zieht einen raus aus der Stadt ans kühle Nass. Vorsicht geboten ist aktuell bei Blaualgen. Das Brandenburger Verbraucherschutzministerium warnt vor der Ausbreitung an Brandenburger Badestellen und auch in Sachsen sind mehrere Badeorte betroffen. In Dresden bleibt zudem ein Bad wegen parasitären Würmern geschlossen.

Blaualgen in Sachsen: Auch Thüringen und Sachsen-Anhalt betroffen

In Teilen von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist aktuell Baden nicht möglich, weil die Wasserqualität durch Blaualgen oder andere Probleme beeinträchtigt ist. Das berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am 12. August 2025. Der Deetzer Teich und der Muldestausee sind laut Landkreis Anhalt-Bitterfeld von Blaualgen befallen, ebenso wird im Bleilochstausee bei Schleiz ein Befall vermutet.

Im Naturbad Mockritz in Dresden treten vermehrt Zerkarien (parasitäre Würmer) auf. Zur Bekämpfung bleibt das Bad am Donnerstag und Freitag geschlossen.

Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert für die kommenden Tage in allen drei Bundesländern sehr hohe Temperaturen, teilweise über 30 °C.

Blaualgen in Brandenburg aktuell

Das Brandenburger Verbraucherschutzministerium warnt Angaben der dpa zufolge angesichts der hohen Temperaturen vor einer möglichen massenhaften Ausbreitung von Blaualgen (Cyanobakterien) in Badegewässern. Hitze, starke Sonneneinstrahlung und ein Überangebot an Nährstoffen schaffen ideale Bedingungen für ihr schnelles Wachstum, das plötzlich und explosionsartig einsetzen kann.

Die Gefahr ist jedoch nicht überall gleich groß, da Faktoren wie Windrichtung oder Strömung lokale Unterschiede verursachen können. Die Situation kann sich daher vor Ort rasch ändern. Badegäste sollen selbst einschätzen, ob ein Gewässer zum Baden geeignet ist.

An den Berliner Badeseen und -Stellen treten Blaualgen tendenziell ab Juli massenhaft auf. Ihr Wachstum wird dabei durch Konzentrationen an Phosphor und Stickstoff (z. B. Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft, Regenwassereinleitungen) befördert.

Blaualgen erkennen

Blaualgen sind nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Manche Arten bilden zwar Büschel oder Flocken, die an der Oberfläche auch ans Ufer treiben können, andere schweben jedoch als kaum erkennbare Einzelzellen durch das Wasser. Bei Letzteren kann das Wasser grüner oder trüber erscheinen. Auch ein fauliger Geruch kann auf Blaualgen hinweisen.

Blaualgen: Warum sind sie gefährlich?

Treten Algen massenhaft auf, kann dies zu Störungen der Nahrungskette im See bis hin zu Fischsterben führen. Für Menschen ergeben sich dadurch mehrere Gefahren. Zum einen muss man sich auf eine schlechtere Sicht einstellen und dementsprechend vorsichtiger durch das Wasser bewegen. Neben ästhetischen Einbußen kann auch ein unangenehmer Geruch auftreten. Bestimmte Blaualgen können darüber hinaus giftige Stoffe (Toxine) bilden. Hautreizungen und allergische Reaktionen sind besonders bei empfindlichen Personen möglich. Auch Magen-Darm-Beschwerden sowie Reizungen der Atemwege können auftreten.

Eine größere Gefahr als für den Menschen geht von Blaualgen für Hunde aus. Für Hunde besteht bei Vergiftungen Lebensgefahr. Die Überlebenschancen sind bei Toxinen, welche nicht nur die Haut angreifen, sondern auch innere Organe schädigen, meist gering. Blaualgen können bei Hunden schnell zu schweren Symptomen führen. Mögliche Anzeichen sind vermehrtes Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Atemnot, Krämpfe und Bewusstlosigkeit, teils innerhalb kurzer Zeit nach dem Kontakt. Bei Verdacht einer Vergiftung sollte direkt ein Tierarzt kontaktiert und aufgesucht werden.

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin empfiehlt, dass man nicht in Bereichen mit sichtbaren, grünen oder blaugrünen Schlieren oder gar „Teppichen“ baden gehen sollte. Besonders Kinder seien davon fernzuhalten, da sie zum Beispiel beim Toben das Wasser unabsichtlich verschlucken könnten. Badehose -Anzug, Bikini und Co. sollten unmittelbar nach dem Baden gewechselt werden. Eine Dusche nach dem Schwimmen und das Abwaschen der Badebekleidung hilft zusätzlich, um ggf. anhaftende Blaualgen abzuspülen.