Blaualgen in der Ostsee aktuell
: Karte zeigt betroffene Badestellen in Schleswig-Holstein

Hohe Wassertemperaturen haben in Teilen Schleswig-Holsteins Blaualgenblüten begünstigt. Besonders Hunde sind gefährdet, Menschen sollten an betroffenen Stränden vorsichtig sein.
Von
David Hahn
Kiel
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Blaualgen: ARCHIV - 24.07.2025, Berlin: Durch Blaualgen zeigt sich derzeit der Teich im Stadtpark Lichtenberg grün. (zu dpa: «Verbraucherministerium: Wachsam bleiben wegen Blaualgen») Foto: Jens Kalaene/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Blaualgen in einem Teich. Auch an manchen Badestellen in Schleswig-Holstein an der Ostsee ist aktuell Vorsicht geboten.

Jens Kalaene/dpa

Der Sommer ist zurück in Deutschland. Hohe Wassertemperaturen ab 20 °C und hohe Nährstoffkonzentrationen (Stickstoff, Phosphor) fördern massenhafte Blaualgenblüten, die sich teils als große Teppiche auf der Wasseroberfläche ausbreiten. Die Ostsee leidet laut NDR seit Jahrzehnten unter Erwärmung und Überdüngung. Satellitendaten seit 2016 würden demnach besonders häufige Vorkommen vor Usedom (Heringsdorf, Zinnowitz), Rügen (Binz) und Zingst sowie in der Lübecker Bucht und nahe Fehmarn zeigen. Wie sieht die Lage aktuell aus? Hier gibt es die betroffenen Gebiete in Schleswig-Holstein im Überblick.

Schleswig-Holstein: Blaualgen in der Ostsee aktuell

In der Lübecker Bucht gilt bis zum 17.08.2025 vorsorglich eine Badewarnung wegen möglicher Blaualgen. Aktuell warnt der Kreis Ostholstein in der Lübecker Bucht vor Blaualgen an den Ostsee-Badestellen Neustadt i.H., Rettin und Pelzerhaken. Eine Übersicht über die betroffenen Badestellen gibt es hier als Karte.

Blaualgen erkennen

Blaualgen sind nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Manche Arten bilden zwar Büschel oder Flocken, die an der Oberfläche auch ans Ufer treiben können, andere schweben jedoch als kaum erkennbare Einzelzellen durch das Wasser. Bei Letzteren kann das Wasser grüner oder trüber erscheinen. Auch ein fauliger Geruch kann auf Blaualgen hinweisen.

Blaualgen: Warum sind sie gefährlich?

Treten Algen massenhaft auf, kann dies zu Störungen der Nahrungskette im See bis hin zu Fischsterben führen. Für Menschen ergeben sich dadurch mehrere Gefahren. Zum einen muss man sich auf eine schlechtere Sicht einstellen und dementsprechend vorsichtiger durch das Wasser bewegen. Neben ästhetischen Einbußen kann auch ein unangenehmer Geruch auftreten. Bestimmte Blaualgen können darüber hinaus giftige Stoffe (Toxine) bilden. Hautreizungen und allergische Reaktionen sind besonders bei empfindlichen Personen möglich. Auch Magen-Darm-Beschwerden sowie Reizungen der Atemwege können auftreten.

Eine größere Gefahr als für den Menschen geht von Blaualgen für Hunde aus. Für Hunde besteht bei Vergiftungen Lebensgefahr. Die Überlebenschancen sind bei Toxinen, welche nicht nur die Haut angreifen, sondern auch innere Organe schädigen, meist gering. Blaualgen können bei Hunden schnell zu schweren Symptomen führen. Mögliche Anzeichen sind vermehrtes Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Atemnot, Krämpfe und Bewusstlosigkeit, teils innerhalb kurzer Zeit nach dem Kontakt. Bei Verdacht einer Vergiftung sollte direkt ein Tierarzt kontaktiert und aufgesucht werden.

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin empfiehlt, dass man nicht in Bereichen mit sichtbaren, grünen oder blaugrünen Schlieren oder gar „Teppichen“ baden gehen sollte. Besonders Kinder seien davon fernzuhalten, da sie zum Beispiel beim Toben das Wasser unabsichtlich verschlucken könnten. Badehose -Anzug, Bikini und Co. sollten unmittelbar nach dem Baden gewechselt werden. Eine Dusche nach dem Schwimmen und das Abwaschen der Badebekleidung hilft zusätzlich, um ggf. anhaftende Blaualgen abzuspülen.