Biotonnen-Kontrollen (17.9.): Bei diesen Abfallbeuteln droht Bußgeld

Im September finden Biotonnen-Kontrollen in ganz Deutschland statt. Bestimmte Abfallbeutel können dazu führen, dass der Biomüll nicht abgeholt wird.
Jan Woitas/dpaBiomüll ist wertvoll, wenn er richtig sortiert ist. Allerdings kommt es viel zu häufig vor, dass Störstoffe, beispielsweise Kunststoff, in der Biotonne landen. Das stellt Entsorger vor große Probleme. Darum wird im September für 4 Wochen in vielen deutschen Kommunen kontrolliert. Ist die Biotonne falsch befüllt, bleibt sie stehen. Die Entsorgung kann dann teuer werden.
Biotonne richtig befüllen: Bioplastik kann Probleme verursachen
Seit Mai dieses Jahres gelten in Deutschland strengere Regeln für den Biomüll. Was in die Biotonne darf und was nicht, regelt seitdem eine Gesetzesnovelle der Bioabfallverordnung (BioAbfV). Darin geht es vor allem um Fremdstoffe, die bei der Verwertung des organischen Abfalls im Kompostierwerk große Probleme bereiten. Dazu gehören Windeln, Glas oder Gegenstände aus Metall. Dass die nicht in die Biotonnen gehören, sollte den meisten Menschen klar sein. Unbewusst begehen allerdings doch viele einen Fehler, der spätestens bei den aktuellen Kontrollen auffliegen könnte: Sie verwenden Bio-Abfallbeutel aus sogenanntem Bioplastik.
Kompostierbare Bio-Abfallbeutel können problematisch werden
Auf den Verpackungen solcher Beutel steht, dass diese kompostierbar sind. Das stimmt zwar in der Regel auch, denn derartige Bioplastik-Produkte sind auf Stärkebasis hergestellt und zersetzen sich tatsächlich. Dennoch sollten sie in den meistens Kommunen in Deutschland nicht in die Biotonne. Vielerorts gilt dies als Empfehlung, doch es kann auch vorkommen, dass die Biotonne stehen bleibt, wenn Bioplastik drin ist. Der Grund: Oft erfolgen die Kontrollen der Tonnen auf Sicht. Zwar gibt es mittlerweile auch Scannersysteme direkt am Entsorgungsfahrzeug, die Technik wird aber längst nicht flächendeckend eingesetzt.
Es kann daher gut sein, dass die Mitarbeitenden der Entsorgungsunternehmen die Beutel nicht von handelsüblichen Plastikbeuteln unterscheiden können und auch in den Vergärungsanlagen gibt es bisher noch keine flächendeckende Technik, die Bioplastik-Beutel von konventionellen Plastikbeuteln unterscheiden kann. Und noch ein weiteres Problem gibt es mit den Bioplastik-Beuteln: Sie zersetzen sich schlichtweg zu langsam. In modernen Kompostieranlagen muss der organische Abfall aus den Biotonnen innerhalb von wenigen Wochen zu fertigem Kompost werden. Das ist oft zu kurz für die Beutel.
Kommunen entscheiden selbst über Bioplastik in der Biotonne
Das Problem für Bürgerinnen und Bürger ist, sich im Dschungel der kommunalen Verordnungen zurechtzufinden. Denn nicht überall sind die Stärke-Abfallbeutel verboten. Wer es genau wissen möchte, dem bleibt nur der Blick in die kommunale Abfallverordnung der eigenen Kommune.
Manchmal erlaubt der örtliche Versorger Bioplastik-Beutel, allerdings dann nur mit ausreichender Zertifizierung (DIN EN 13432, DINplus-Zertifizierung). Das Material muss in solchen Fällen aus überwiegend nachwachsenden Rohstoffen bestehen, die Kennzeichnung mit dem grünen Keimling sowie der Hinweis auf die notwendige Zulassung durch den Entsorgungsträger muss auf der Verpackung bzw. den Beuteln vermerkt sein.
Besser sind Beutel aus Papier
Wer sich den Anruf beim Entsorger und eventuellen Ärger mit einer nicht abgeholten Biotonne sparen möchte, setzt besser auf Papierbeutel oder Zeitungspapier zum Einwickeln der organischsten Abfälle.
