Beinaheunfall einer Boeing 787-9
: Bundesbehörde nennt Details zu Boeing-Vorfall in München

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung schildert, wie es beim Start einer Boeing 787-9 in München zu einem Bodenkontakt kam. Was Experten nun untersuchen und warum US-Stellen beteiligt sind.
Von
red/dpa
München

Ein Boing-Dreamliner der Vietnam Airlines startet am Flughafen München in Richtung Hanoi. Am Samstag war eine Maschine derselben Flugnummer VN34 beim Start in Schwierigkeiten geraten. (Symbolfoto)

Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • BFU beschreibt: Eine Boeing 787-9 von Vietnam Airlines berührte beim Start in München mit dem Heck den Boden.
  • Start um 13.57 Uhr auf Piste 26L, späte Rotation – Reifenspuren am Pistenende wurden festgestellt.
  • Die Maschine landete um 15.58 Uhr wieder in München auf Piste 26R, Passagiere blieben unverletzt.
  • BFU liest Flugschreiber aus; Behörden in Vietnam und den USA sind in die Untersuchung eingebunden.
  • Gründe sind offen – Mensch, Technik und organisatorische Faktoren werden geprüft, kein Schuldnachweis.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Bundesanstalt für Flugunfalluntersuchung (BFU) hat den Vorfall mit einer Maschine der Vietnam Airlines näher erläutert. Die Boeing 787-9 sei um 13.57 Uhr am Samstag auf der Piste 26L gestartet und habe spät abgehoben, schreibt die Behörde in einer Mitteilung.

Zum Moment kurz vor dem Abheben heißt es: „Während der Rotationsphase berührte das Heck den Boden.“ Man habe auch Reifenspuren am Ende der Piste identifiziert, die dem Flugzeug zugeordnet werden könnten. Um 15.58 Uhr sei das Flugzeug schließlich auf der Piste 26R am Münchner Airport gelandet.

Ein Boing-Dreamliner der Vietnam Airlines berührte kurz nach dem Abheben mit dem Heck den Boden.

Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Unterstützung aus Vietnam und den USA

Die Experten der BFU in Braunschweig untersuchen derzeit die Flugschreiber des Dreamliners. „Das Auslesen und die Analyse der Daten wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen“, hieß es. An der Untersuchung beteiligt sind laut der Bundesanstalt auch entsprechende Stellen in Vietnam und den USA, wo der Flugzeughersteller Boeing ansässig ist.

Weitere Faktoren „Mensch und Technik“

Welche Gründe zu dem Beinahe-Unfall führten, ist nach Angaben der Behörde noch offen. „Es müssen noch weitere Fakten zu den Bereichen Mensch und Technik sowie den organisatorischen Einflussfaktoren ermittelt werden“, teilte die BFU mit. In einem Untersuchungsbericht werde man die Fakten analysieren, Schlussfolgerungen ziehen und auch die Ursachen des Unfalls nennen. 

Die Bundesanstalt erklärte, dass ihre Erkenntnisse nur dazu dienen, künftig derartige Unfälle und Störungen zu vermeiden. „Die Untersuchung dient nicht der Feststellung des Verschuldens, der Haftung oder von Ansprüchen“, stellte die Behörde klar.

Knapp an Katastrophe vorbei

Bei dem Vorfall waren die rund 270 Passagiere und die Crew nach Ansicht von Fachleuten nur knapp einer Katastrophe entgangen. Der Pilot zog die Flugzeugnase hoch, das Flugzeug hob gerade noch ab und landete zwei Stunden später wieder in München. Dabei war am Fahrwerk Qualm zu sehen, Reifen waren geplatzt. Passagiere und Besatzung blieben unverletzt. Warum der Flieger nicht ausreichend beschleunigen konnte, ist unklar. Die Airline sprach bereits kurz nach dem Vorfall von einem technischen Problem.