Absturz Rakete über Sachsen
: So gefährlich sind Satelliten und Weltraumschrott

Eine Rakete von Space-X verglüht über Sachsen. Ihre Trümmer schlagen in Polen ein. Wie gefährlich sind Satelliten und Weltraumschrott für uns? Wie hoch ist das Risiko für einen Absturz?
Von
Ole Rockrohr
Dresden
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In this handout image courtesy of Greg Blee, debris from the SpaceX Starship is seen in the sky near Providenciales, Turks and Caicos on January 16, 2025. Hours after Jeff Bezos's Blue Origin nailed its first-ever orbital mission, SpaceX seized back the spotlight on January as its latest test of Starship, its gargantuan next-generation megarocket, ended with the upper stage dramatically disintegrating over the Atlantic. (Photo by Greg Blee / HANDOUT / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO /  Greg Blee / HANDOUT" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS

Absturz einer Rakete von Space-X über Sachsen: Die Trümmer schlagen in Polen ein. Wie gefährlich sind Satelliten und Weltraumschrott eigentlich für uns und wie hoch ist das Risiko für einen Absturz?

Greg Blee/AFP
  • Space-X Rakete explodiert über Sachsen, Trümmer fallen in Polen.
  • 29.000 Weltraumschrottteile, die Erde umkreisen, sind erfasst; echte Zahl könnte 330 Millionen betragen.
  • Forscher berechnen 26% jährliche Wahrscheinlichkeit, dass Trümmer Flugzeuge treffen.
  • Raumfahrt wächst, Gefahr durch Weltraumschrott ebenfalls.
  • Behörden warnen Anwohner vor Trümmerteilen, bisher keine Verletzten in Deutschland.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Nachthimmel über Sachsen spielen sich eindrucksvolle Szenen ab. Lange helle Streifen ziehen sich über den dunklen Himmel. Es sind die Trümmer der abgestürzten Space-X Rakete, die kurz nach dem Start explodiert. Die Einzelteile stürzen auf die Erde, zum Glück gibt es keine Verletzten. Durch die wachsende Raumfahrt kommt es immer häufiger zu Vorfällen mit herabstürzendem Weltraumschrott. Doch wie hoch ist die Gefahr durch solche Trümmer in Sachsen?

Ob ausgediente Raketen, abgeschaltete Satelliten oder verlorenes Werkzeug: derzeit sind etwa 29.000 Teile erfasst, die mit einem Durchmesser von mindestens 10 cm um die Erde kreisen. Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass es mehr als 330 Millionen Teilchen sind. Einige sind nur wenige Millimeter groß. Trotz der teils geringen Größe der Objekte können sie eine große Bedrohung darstellen.

Weltraumschrott in Europa: Teile der Rakete fallen auf Polen

Kleine Objekte im All können etwa Satelliten oder Raumstationen treffen und beschädigen, größere Trümmer überstehen den Eintritt in die Erdatmosphäre und gefährden Menschenleben. Wie etwa bei dem kürzlich missglückten Start der Space-X Rakete.

Durch die herabfallenden Trümmer gab es zwar keine Verletzten oder Tote, jedoch berichteten Anwohner über Trümmerfunde unweit der deutschen Grenze in Polen. Der Fundort ist nur rund 180 km Luftlinie von der sächsischen Stadt Görlitz entfernt. In der Karibik wurden sogar Teile des Luftraums gesperrt, um Unfälle mit Passagierflugzeugen und fallenden Raketenteilen zu verhindern.

Forscher berechnen Gefahr durch Raketen

Welche Gefahr tatsächlich von der Raumfahrt ausgeht, untersuchten kürzlich drei kanadische Wissenschaftler. In ihrer Studie berechneten sie, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass herabfallende Raketenteile Flugzeuge treffen. Gerade in stark frequentierten Flugzonen kein abwegiger Gedanke, wie die Studie zeigt.

Den Berechnungen der Forscher zufolge, liegt die Wahrscheinlichkeit pro Jahr, dass ein herabstürzender Satellit oder ein anderes Trümmerteil ein Flugzeug trifft, je nach Region, bis zu 26 Prozent. Da Europa einer der am stärksten frequentierten Luftraum ist, gilt das auch hierzulande. Demnach würde, rein statistisch betrachtet, alle vier Jahre der Weltraummüll ein Passagierflugzeug in Europa treffen. Durch den Flugplatz Halle/Leipzig ist auch der Flugzeugverkehr in Sachsen relativ hoch und die Gefahr nicht zu unterschätzen.

Dass es bis heute dazu noch nicht kam, ist reines Glück, wie die Wissenschaftler schreiben. Doch mit dem ansteigenden Verkehrsaufkommen im Weltall und in der Luft wird die Gefahr in Zukunft noch zunehmen.

Müll aus dem All: Behörde warnt Anwohner

Auch wenn die potenzielle Gefahr der kanadischen Studie zufolge nicht zu unterschätzen ist: Bis jetzt gibt es in Deutschland noch keine Opfer durch herabfallenden Weltraumschrott. Doch auch hier wirkt sich die gestiegene Raumfahrt aus und es werden Vorkehrungsmaßnahmen getroffen.

So auch im vergangenen Jahr als ein 2,6 Tonnen schwerer Batterieblock über Mitteldeutschland in die Erdatmosphäre eintrat. Die Behörden warnten Anwohner in den Gebieten vor möglichen Lärmbelastungen und veröffentlichten eine Karte mit der zu erwartenden Flugbahn, die den Weltraumschrott auch über Sachsen führte.