Abschaffung Feiertag in Sachsen?
: Conneman startet Diskussion um Reformationstag

Gitta Connemann, CDU-Politikerin, möchte den Reformationstag als Feiertag abschaffen. Mit dieser Forderung startet sie eine Debatte. Muss Sachsen bald auf den freien 31. Oktober verzichten?
Von
Doreen Matschuk
Dresden
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17. Bundesmittelstandstag in Köln: ARCHIV - 26.09.2025, Nordrhein-Westfalen, Köln: Gitta Connemann (CDU), Bundesvorsitzende der MIT und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, spricht beim 17. Bundesmittelstandstag der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) in der Motorworld. (zu dpa: «Connemann regt Aus für Reformationstag als Feiertag an») Foto: Rolf Vennenbernd/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Kommt das Aus für den Reformationstag? CDU-Politikerin Connemann stellt arbeitsfrei am 31. Oktober infrage.

Rolf Vennenbernd/dpa

Die Menschen in Sachsen freuen sich jedes Jahr auf den 31. Oktober – für viele ist der Reformationstag ein willkommener freier Tag. Doch genau das könnte sich künftig ändern: Eine CDU-Politikerin bringt den Feiertag jetzt ins Wanken und sorgt mit ihrer Forderung für Diskussion.

CDU-Politikerin fordert Debatte über den Reformationstag

Gitta Connemann, Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), hat den Reformationstag öffentlich zur Debatte gestellt. In einem Podcast sprach die Bundestagsabgeordnete über die Frage, ob dieser Feiertag noch zeitgemäß sei – und ob er seiner ursprünglichen Bedeutung überhaupt noch gerecht werde.

Bedeutungsverlust und neue Prioritäten

Connemann stammt aus Ostfriesland und nimmt regelmäßig an kirchlichen Veranstaltungen rund um den Reformationstag teil. Nach eigener Beobachtung bleiben die meisten Kirchen an dem Tag relativ leer. Die Schlussfolgerung für sie bleibt nur, dass der Tag für viele Menschen kaum noch eine Rolle spielt. Sie regt daher an, über den Sinn und Fortbestand des Reformationstages grundsätzlich nachzudenken.

Feiertag in neun Bundesländern

Der 31. Oktober ist, neben Sachsen, derzeit in acht weiteren Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag: Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Damit wären mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer bundesweit von der Abschaffung des zusätzlichen freien Tages betroffen.

Ein Tag mit Geschichte

Der Reformationstag erinnert an den Beginn der evangelischen Bewegung vor mehr als 500 Jahren: Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen gegen kirchliche Missstände und legte damit den Grundstein für eine tiefgreifende religiöse Erneuerung.

Streichung von Feiertage im EU-Ausland

Auch in anderen europäischen Ländern wird über Feiertage gestritten. In Frankreich gibt es ähnliche Diskussionen, Dänemark hat 2023 sogar einen nationalen Feiertag gestrichen. Ob sich solche Schritte wirtschaftlich lohnen, ist jedoch weiterhin umstritten. In Deutschland hat die Diskussion über den Reformationstag gerade erst begonnen.