35 Jahre Deutsche Einheit
: Ost schrumpft, West wächst – so entwickelt sich die Bevölkerung

Seit der Wiedervereinigung vor 35 Jahren ist die deutsche Bevölkerung um 3,8 Millionen Menschen angewachsen. Das sind die Gründe.
Von
Florian Huth
Berlin
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Die Deutschlandfahnen auf dem Reichstagsgebäude, dem Sitz des deutschen Bundestags, wehen im Wind. +++ dpa-Bildfunk +++

In Deutschland leben mehr als 83 Millionen Menschen. (Symbolfoto)

Monika Skolimowska/picture alliance/dpa
  • Deutschlands Bevölkerung wuchs seit 1990 um 3,8 Mio. auf 83,6 Mio. Menschen bis Ende 2024.
  • Im Westen stieg die Bevölkerung um 10 %, im Osten sank sie um 16 %.
  • Bayern (+16 %) und Sachsen-Anhalt (-26 %) verzeichneten die stärksten Zu- und Rückgänge.
  • Syrien- und Ukraine-Kriege führten zu hoher Nettozuwanderung, 2024 lag sie bei 430.000.
  • 2025 wurden 677.117 Kinder geboren, 228.558 weniger als 1990; Geburtenrate sank auf 1,35.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lebten 1990 in Deutschland 79,8 Millionen Menschen. Ende 2024 waren es 83,6 Millionen. Das ist ein Anstieg um fünf Prozent seit dem 3. Oktober 1990. In den Bundesländern verlief die Bevölkerungsentwicklung seit 1990 unterschiedlich.

Bundesländer mit den stärksten Zuwächsen

  • Bayern (plus 16 Prozent)
  • Baden-Württemberg (plus 14 Prozent)
  • Hamburg und Schleswig-Holstein (jeweils plus 13 Prozent)

Bundesländer mit den stärksten Rückgängen

  • Sachsen-Anhalt (minus 26 Prozent)
  • Thüringen (minus 20 Prozent)
  • Mecklenburg-Vorpommern (minus 18 Prozent)

Rückgänge im Osten – Zuwächse im Westen Deutschlands

In den ostdeutschen Bundesländern insgesamt (ohne Berlin) ging die Bevölkerungszahl zwischen 1990 und 2024 um 16 Prozent auf 12,4 Millionen zurück, während sie im Westen um 10 Prozent auf 67,5 Millionen stieg. 1990 lebten 77 Prozent der Bevölkerung in westlichen und 18 Prozent in östlichen Bundesländern, der Rest in Berlin. 2024 waren es 81 Prozent im Westen und 15 Prozent im Osten. Im Zeitraum von 1991 bis 2024 wanderten rund 1,2 Millionen Menschen mehr von Ost nach West als umgekehrt. Wanderungen von und nach Berlin sind in dieser Betrachtung nicht enthalten.

Syrien und Ukraine-Krieg erhöhen die Nettozuwanderung

Mit wenigen Ausnahmen verzeichnet Deutschland seit 1991 Jahr für Jahr mehr Zuzüge als Fortzüge. So lag der Wanderungsüberschuss 1991 bei rund 600.000 Personen. 2024 betrug die Nettozuwanderung noch gut 430.000. Besonders stark fiel sie in den Jahren 2015 und 2016 infolge des Bürgerkriegs in Syrien sowie 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine aus.

2025 wurden über 650.000 Kinder in Deutschland geboren

2025 kamen in Deutschland 677.117 Kinder zur Welt, wie die Statistiker weiter meldeten. Das waren 228.558 weniger als im Jahr 1990. Die häufig als Geburtenrate bezeichnete zusammengefasste Geburtenziffer sank im Jahr 2024 gegenüber 1990 um 7 Prozent von 1,45 auf 1,35 Kinder je Frau. Damit die Bevölkerung eines Landes – ohne Zuwanderung - nicht schrumpft, müssten in einem hoch entwickelten Land rein rechnerisch etwa 2,1 Kinder je Frau geboren werden.