27 kg pro Kopf: Dieses Gemüse essen die Deutschen am häufigsten

Das Lieblingsgemüse der Deutschen wird mit 27 Kilogramm pro Kopf mit Abstand am meisten gegessen. (Symbolbild)
Peter Kneffel/ dpaDer Pro-Kopf-Verbrauch von Gemüse in Deutschland ist leicht gesunken. Im Wirtschaftsjahr 2023/24 lag er bei rund 105 Kilogramm pro Person, etwa 700 Gramm weniger als im Vorjahr. Diese Zahlen basieren auf den vorläufigen Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Eine Gemüsesorte führt dabei allerdings die Statistik an und das mit Abstand. Wer jetzt denkt, die Deutschen essen am liebsten Kartoffeln oder Spargel, irrt allerdings. Mit 27 Kilogramm pro Kopf wird eine Gemüsesorte so oft verzehrt, wie keine andere.
Gemüseklassiker bleiben gefragt – aber nicht alle gleich stark
Nicht Zwiebeln, Karotten oder Gurken führen die Beliebtheitsskala an, sondern Tomaten. Das zeigen aktuelle Daten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), basierend auf der Auswertung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Im Zeitraum von Juli 2022 bis Juni 2023 wurden rund 2,5 Millionen Tonnen Tomaten konsumiert – das entspricht einem Pro-Kopf-Verbrauch von rund 30 Kilogramm. Wie kommt das? Neben dem frischen Verzehr, beispielsweise als Tomatensalat ist vor allem der Konsum verarbeiteter Tomatenprodukte als Ketchup oder Tomatensaucen mit in die Statistik eingeflossen. Auch beliebte Fertiggerichte wie Lasagne oder Pizza werden mit Tomaten zubereitet.
Auf Platz zwei folgt die Kategorie „Karotten und Rote Bete“ mit einem Gesamtverbrauch von 11 Kilogramm je Person. Rang drei belegen Speisezwiebeln. Dahinter reihen sich Gurken, sowie Weiß- und Rotkohl ein. Spargel steht zwar an letzter Stelle, allerdings ist die Spargelsaison sehr kurz. Das Saisongemüse gibt es ab April bis zum Johannistag am 24. Juni. Wann im April genau die Saison beginnt, entscheidet das Wetter. In sehr warmen Jahren kann der Saisonstart durchaus schon zu Beginn des Monats liegen. So fiel der Startschuss zur Spargelsaison in Brandenburg in diesem Jahr in der Spargelhochburg Beelitz auf den 10. April. Auch interessant: So hat sich der Spargelpreis in den letzten 10 Jahren entwickelt
Quelle: Statista
So gesund sind Tomaten
Tomaten enthalten viel Vitamin C, das das Immunsystem stärkt und die Zellen schützt. Sie sind reich an Lycopin, einem sekundären Pflanzenstoff mit antioxidativer Wirkung, der Studien zufolge Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen kann. Ihr hoher Wassergehalt macht sie kalorienarm und ideal für eine ausgewogene Ernährung. Zudem liefern Tomaten Kalium, das wichtig für die Regulierung des Blutdrucks ist. Frisch verzehrt oder schonend gegart behalten sie viele ihrer gesunden Inhaltsstoffe.
Damit der Körper Lycopin optimal aufnehmen und verwerten kann, sollte es aus erhitzten Tomatenprodukten aufgenommen werden – etwa aus Tomatensauce, -mark oder -saft. Durch das Erhitzen wird Lycopin aus den Zellstrukturen der Tomate besser freigesetzt. In Kombination mit etwas Fett, z. B. Olivenöl, wird der Stoff besonders gut vom Körper aufgenommen, da Lycopin fettlöslich ist. Rohes Lycopin aus frischen Tomaten ist zwar ebenfalls gesund, wird aber deutlich schlechter aufgenommen. Tipp: Selbst gekochte Tomatensauce mit einem Schuss Öl ist eine ideale Quelle für bioverfügbares Lycopin.
Tomatensaison beachten
Bei frischen Tomaten sollte unbedingt die Saison beachtet werden. In den kalten Monaten kommen Tomaten aus Gewächshäusern und werden teilweise über lange Wege importiert. Das schadet der Umwelt, verschwendet Ressourcen und der Geschmack bleibt im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke.
Kartoffeln nicht dabei – das ist der Grund
Kartoffeln sind in der oben gezeigten Auswertung nicht dabei. Die Knollen werden in einer eigenen Statistik aufgeführt, weil sie anhand ihrer Nährstoffzusammensetzung und Verwendung in der Küche nicht in die Kategorie Gemüse eingeordnet werden. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Kartoffeln stieg im Jahr 2023/24 im Vergleich zum Vorjahr laut BMEL um 7,8 Kilogramm auf 63,5 Kilogramm. Dies war der höchste Pro-Kopf-Verbrauch von Kartoffeln seit zwölf Jahren. Aber nicht nur Pommes und Chips trieben den Konsum nach oben. Ganz im Gegenteil: Der Pro-Kopf-Verbrauch von Kartoffelerzeugnissen, wie Pommes frites, Kartoffelsalat oder Chips, sank um ein halbes Kilogramm. Damit lag er 2023/24 bei 38 Kilogramm.

