2000 Kilometer für ein Fake-Profil
: Mann verkauft gesamten Besitz, um KI-Frau kennenzulernen

Ein Brasilianer gibt sein Hab und Gut auf, um mit einer Frau ein neues Leben zu beginnen. Doch am Ziel wartet nur die traurige Wahrheit.
Von
Ole Rockrohr
Brasilien
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Elon Musk's AI Chatbot Grok Faces European Union Probe Over Sexualized Images: MIAMI, FLORIDA - JANUARY 26: In this photo illustration, the Grok Imagine website is seen on a computer screen on January 26, 2026 in Miami, Florida. The European Commission has launched an investigation into Elon Musk's X over concerns its AI tool Grok was used to create sexualized images of real people. (Photo illustration by Joe Raedle/Getty Images) (Photo by JOE RAEDLE / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP)

Dank der KI lässt sich mit wenig Aufwand täuschend echte Profile erstellen. Ein Maurer in Brasilien fiel darauf herein und machte sich auf den Weg zu seiner vermeintlichen Traumfrau. (Symbolbild)

JOE RAEDLE/AFP
  • Ein Brasilianer verkaufte sein Hab und Gut und fuhr 2000 Kilometer zu einer „KI-Frau“.
  • Er folgte seit 2020 einem Social-Media-Profil, das eine einsame Farmerin zeigte.
  • Das Profil zeigte Strand- und Hofszenen und warb zugleich für eine Vertriebsplattform.
  • Am Ziel erfuhr er über einen Radiosender, dass es ein Fake war – Behörden halfen bei der Rückreise.
  • Er lebt nun bei Verwandten und sagt: Er will weiter nach einer Partnerin suchen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Ein eigener Bauernhof, eine attraktive und wohlhabende Frau, die ihre Zeit gern mit aufreizenden Outfits am Strand verbringt und zusätzlich noch einen neuen Mann sucht und verspricht: „Du kannst hier leben wie ein König“. Für viele Männer klingt es wie das Paradies. Für den Brasilianer Edimar M. entpuppt sich dieses verlockende Angebot als herbe Enttäuschung. Denn nichts davon ist echt. Weder die Frau, noch der Bauernhof noch das Versprechen, in malerischer Umgebung einen entspannten Lebensabend zu genießen. Das alles war nur KI und ein Maurer, Edimar M., musste 2000 Kilometer fahren und all sein Hab und Gut verkaufen, um das festzustellen.

KI-Frau macht Werbung für Online-Vertriebsplattform

Kennengelernt hat Edimar die vermeintlich einsame Farmerin, die angeblich auf der Suche nach einem Mann in den sozialen Medien ist. Mehr als 310.000 Nutzer folgen dem Konto. Bei TikTok sehen sie, wie die künstlich erschaffene Frau in Hotpants die Schweine füttert oder im Bikini verträumt auf das Meer hinausblickt. Zusätzlich macht sie Werbung für eine Internet-Vertriebsplattform. Tragischerweise, so ist auf ihrem Profil zu sehen, ist sie Witwe und sucht dringend einen neuen Mann.

Viele dürften die KI dahinter erkennen, doch Edimar scheint die Warnsignale zu übersehen. Dem Nachrichtensender „g1“ erzählt er, er folge dem Profil seit 2020. Seitdem schreibe er auch mit ihr. An einen Betrug glaubte er nicht, schließlich habe ihm die Frau noch finanzielle Unterstützung für die Reise angeboten.

Brasilianer reist 2000 Kilometer für ein Fake-Profil

Und so machte sich der 49-jährige Maurer aus seiner Heimat im Bundesstaat Tocantins auf in das mehr als 2000 Kilometer entfernte Belo Horizonte. Dort soll die Frau, die sich Jéssica Fazendeira nennt, leben. Der österreichischen Zeitung „derStandard“ zufolge hätte sie ihn in persönlichen Nachrichten eingeladen. Edimar verkaufte nach eigenen Angaben all seinen Besitz und machte sich auf den Weg, um einen Neustart mit seiner großen Liebe zu wagen.

Am Ziel angekommen wartete jedoch keine attraktive Frau, sondern nur die traurige Erkenntnis, auf ein KI-Profil hereingefallen zu sein. Die Erkenntnis sei ihm erst gekommen, als er in einem lokalen Radiosender auf der Suche nach Jéssica nachgefragt habe, so Edimar im Interview mit dem Sender „TV Mirante“. Dort wäre er aufgeklärt worden.

Da er auf der Reise all sein Geld ausgab, mussten ihm die lokalen Behörden helfen, wieder zurück in seine Heimat zu gelangen. Dort ist er bei Verwandten untergekommen. Trotz der traurigen Erkenntnis, will der Brasilianer aber nicht aufgeben: „Ich habe sie nicht gefunden, aber ich werde eine andere finden“, sagte er „TV Mirante“.