Staatstheater Cottbus: Berthold Schneider wird neuer Intendant – wer ist der Mann?

Er wird der ab der Spielzeit 2026/27 Intendant des Staatstheaters Cottbus sein: Berthold Schneider (hier 2016 noch als Intendant der Oper Wuppertal)
Rolf Vennenbernd/dpa- Berthold Schneider wird ab 2026/27 Intendant des Staatstheaters Cottbus.
- Er war bis 2023 Intendant der Oper Wuppertal.
- Schneider gilt als Experte des internationalen Musiktheaters.
- Frühere Stationen: Dortmund, Saarbrücken, Berlin.
- Er setzte innovative Projekte um, wie das Festival Sound of the City.
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Mancher hatte es sich wohl anders gewünscht. Doch der Interimsintendant Hasko Weber, der ab Herbst 2025 für ein Jahr das Staatstheater Cottbus übernehmen wird, hatte Vorschläge, seinen Vertrag über die Zeit auszudehnen, immer zurückgewiesen. Weber galt als Kenner des ostdeutschen Theaters und seines Publikums.
Nun ist ein neuer Intendant für die Nach-Weber-Ära gefunden. Berthold Schneider kommt ab 2026/27 als Chef nach Cottbus. Schneider gilt als profunder Fachmann des internationalen Musiktheaters.
1965 in Marburg geboren, absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Pianisten an der Musikakademie Kassel, arbeitete als Korrepetitor und studierte an der University of Iowa in den Vereinigten Staaten Opernregie. Es folgten Festengagements als Musikdramaturg am Staatstheater Braunschweig, den Städtischen Bühnen Münster und dem Nationaltheater Mannheim.
Berthold Schneider war zuletzt Intendant der Oper Wuppertal
Sieben Jahre lang, bis 2023, war Schneider Intendant der Oper Wuppertal. Für die Beendigung seines Engagements nannte er damals dem SWR gegenüber private Gründe sowie die Erfahrung der Corona-Pandemie, die für ihn „eine Zäsur darstellt und mich in einer Form nachdenklich gemacht hat, wie ich es nicht erwartet habe.“
Die Oper Wuppertal wurde vielfach bei Kritikerumfragen oder beim Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ in Kategorien wie „Beste Inszenierung“, „Bestes Theater“ oder „Beste Nachwuchskünstler“ nominiert. Beachtete Wuppertaler Produktionen waren die erste Musiktheaterarbeit des Inszenierungskollektivs Rimini Protokoll mit John Cage‘s „Europeras 1&2“. Durch innovative Projekte wie das Festival Sound of the City und moderne Formate wie Share Your Opera machte Schneider die Oper einem größeren Publikum zugänglich.
In der Spielzeit 2005/06 war Berthold Schneider als Chefdramaturg der Oper Dortmund tätig, um im Sommer 2006 als Operndirektor an das Saarländische Staatstheater zu wechseln. Unter seiner Leitung erhielt die Saarbrücker Oper den „Preis der Deutschen Theaterverlage“ für das beste Opernprogramm.
Auch in Berlin war Berthold Schneider bereits aktiv
Von 1999 bis 2005 war Berthold Schneider Künstlerischer Leiter der „staatsbankberlin“, einem interdisziplinären Aufführungsort am Berliner Gendarmenmarkt. Hier wurden unter seiner Leitung Konzerte, Ausstellungen, Opern und Diskussionsreihen realisiert. Internationale Stars waren dort ebenso vertreten wie experimentelle Künstler der Berliner Szene.
Das Editionsprojekt „Critical Classics“, dessen Mitbegründer Schneider ist, befasst sich unter anderem mit der Frage, ob es auch bei Opernklassikern – wie etwa bei Kinderbuchklassikern – rassismuskritische Textänderungen geben soll.

