13 Lokalredaktionen, 13 starke Frauen: Wir zeigen einige der zahlreichen Lausitzerinnen, die die Region mit Einsatz und Leidenschaft in Bewegung halten.

Ein Ehrenamt ist nicht genug

Sie hat so viele Ehrenämter unter ihrem Hut, das man vom Staunen große Augen kriegt: Die Forsterin Angelika Dubrau leitet in ihrer Freizeit unter anderem zwei Chöre und hilft bei einem dritten. In der Rundschau hat sie verraten, wie sie das alles geregelt bekommt.

Chorleiterin Angelika Dubrau.
© Foto: Nils Ohl

Die Plüschtier-Königin

Eine Auszeichnung für Plüschtiere? Ja, das gibt’s! Die Gubenerin Sabine Cheshire hat für eine ihrer Plüschtier-Kreationen in den USA einen Preis gewonnen. Die 52-Jährige wurde vom US-Teddybär-Magazin ausgezeichnet. Seit 20 Jahren hat sie sich der Herstellung von Plüschtierminiaturen verschrieben. Aus Bären, Mäuse oder Schnecken entstehen kleine Kunstwerke. Den besagten Preis hat sie mit ihrem Alchemistenlabor mit der Maus Ambrosius gewonnen.

Sabine Cheshire und ihre Auszeichnung.
© Foto: Roswitha Werner

Die Frau am Ball

1000 Spiele für den VfB Doberlug-Kirchhain: Mandy Lange ist Kreisspielerin und kämpft seit weit mehr als 30 Jahren für den Verein um Tore und Punkte. Und das in der ersten Mannschaft, die in der Brandenburgliga spielt - fast pausenlos seit sie 17 Jahre alt ist. Respekt für diesen Ehrgeiz und Teamgeist.

Handballspielerin Mandy Lange aus Doberlug-Kirchhain.
© Foto: Jürgen Weser

Herzerfrischende Heimatpflege

Rosemarie Stamm ist die „gute Seele“ des Saxdorfer Pfarrgarten im Elbe-Elster-Land. Vom Landkreis ist sie 2019 mit dem „Preis für Heimatpflege“ geehrt worden. Rosemarie Stamm ist in Saxdorf eine Institution. Sie steht aber auch symbolisch für viele unermüdlich ehrenamtlich in der Kultur arbeitende Frauen und Männer, die gewöhnlich nicht in der ersten Reihe stehen, aber so unentbehrlich für eine erfolgreiche Arbeit sind.

Rosemarie Stamm.
© Foto: vrs1

Ruhestand? Nein danke!

Dittgard Hapich wurde Anfang des Jahres zur neuen ehrenamtlichen Bürgermeisterin von Uebigau-Wahrenbrück gewählt. Für die gelernte 63-jährige Ingenieurökonomin kam der Ruhestand gar nicht in Frage. Was sie zur Powerfrau macht? Seit 30 Jahren arbeitet sie in leitender Funktion in einem kleinen Unternehmen im sozialen Bereich mit bis zu 50 ehrenamtlich Beschäftigten. Jetzt will sie noch einmal kommunalpolitisch Gas geben.

Dittgard Hapich ist die neue ehrenamtliche Bürgermeisterin in Uebigau-Wahrenbrück.
© Foto: Sylvia Kunze

Die Dame mit der Schokolade

Sie leitet das wohl süßeste Unternehmen der Lausitz: Goedele Matthyssen ist Mitgründerin und Geschäftsführerin der Confiserie Felicitas GmbH in Hornow. Ende der 1980er-Jahre hat sie an der Hochschule der KU in Leuven eine Ausbildung zur Krankenschwester absolviert und im Anschluss eine Hebammen-Ausbildung begonnen. Damals war das ihr Traumberuf. Den Wechsel zum Chocolatier, die Entscheidung für die Selbstständigkeit und den Umzug in die Lausitz hat die unerschöpflich kreative Frau aber nie bereut.

Goedele Matthyssen von Felicitas auf der Grünen Woche 2020 in Berlin.
© Foto: NBR/Maria Neuendorff

Die Hebamme mit dem Fahrrad

Sie ist erst 28 Jahre jung, hat aber bereits mehr als 400 Geburten in ihrem Leben begleitet. Edith Ballenthin ist die Spreewald-Hebamme von Lübbenau - und ausschließlich mit dem Fahrrad auf Achse. Für die umweltfreundliche verheiratete Frau sei es eine Herzensangelegenheit, die Familien mit ihrer Arbeit hier in der Region zu unterstützen.

Seit September 2016 ist Edith Ballenthin als Spreewaldhebamme mit dem Fahrrad in Lübbenau und den Ortsteilen unterwegs und seit diesem Jahr nun auch freiberuflich in Vollzeit.
© Foto: privat

Jung, engagiert und bald Erzieherin

Die 24-jährige Sandra Braschwitz ist angehende Erzieherin. Ehrenamtlich hilft sie Schülern bei den kleinen Dingen des Alltags. Sie bietet Kindern und Jugendlichen Hilfe und Unterstützung an. „Ich versuche, Probleme und Herausforderungen mit ihnen gemeinsam zu lösen.“ Es sind vor allem schulische Dinge. Das ehrenamtliche Engagement der 24-Jährigen ist ein Gewinn für die Heranwachsenden - aber auch für sie selbst, wie sie sagt.

Sandra Braschwitz (re.) wird von Birgit Kaselow vom Migrationsfachdienst in Lübben für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt. Die 24-Jährige leitet „Sandras Girlsgroup“ unter dem Dach der Diakonie.
© Foto: Andreas Staindl

Leidenschaft für Dorfkirchen

Seit mehr als 20 Jahren engagiert sich Annegret Gehrmann ehrenamtlich für die historisch bedeutsamen Dorfkirchen in der Region um Luckau. Dabei hat sie längst nicht nur die Sanierung der Gebäude im Blick. Mit großer Leidenschaft arbeitet sie beharrlich an der Aufgabe, die Kirchen und deren Ausstattung zu erhalten, zugleich den Menschen den historischen Wert und die religiöse Bedeutung nahezubringen.

Die Sanierung und Restaurierung der Luckauer Nikolaikirche war das erste von Annegret Gehrmann betreute Projekt.
© Foto: Birgit Keilbach

Von Mailand nach Senftenberg

Sie hat sich ihre modische Erfolgsgeschichte hart erarbeitet: Modehaus-Chefin Ursula Voigt holt internationale Kleidung bis aus Mailand und London aufs Senftenberger Kleinstadtpflaster! Ihr Anspruch: Trends im Lausitzer Seenland setzen. Heute hat die umtriebige Geschäftsfrau mit dem goldenen Händchen bei der Auswahl von Stoffen, Farben, Mustern und Kollektionen Stammkunden aus Leipzig, Dresden und Berlin, die ganz selbstverständlich zum Shoppen die Kleinstadt Senftenberg ansteuern.

Die Modehaus-Chefin aus Senftenberg: Ursula Voigt.
© Foto: STEFFEN RASCHE

Auszeichnung für Hoyerswerdaerin

Hoyerswerda hat sie nun geehrt, die Macherin im Hintergrund: Evelin Graf ist Unternehmerin und engagiert sich im Ehrenamt für Behinderte, Senioren und sorbische Angelegenheiten. Die 70-Jährige hat für ihr Engagement nun die Martha-Auszeichnung erhalten. Die „Martha“ wird in Hoyerswerda seit dem Jahr 1998 an eine besonders engagierte Frau vergeben.

Evelin Graf aus Hoyerswerda ist 2020 mit der Martha ausgezeichnet worden.
© Foto: Sascha Klein

Narrenkappe auf Frauenkopf

Für diese junge Frau ist der Groß Dübener Karneval ein echtes Lebensgefühl: Mit Laura Frytkowsky hat beim Karnevalsclub nun eine Präsidentin die Narrenkappe auf. Eine Frau an der Spitze eines Karnevalvereins? In sächsischen Gefilden noch die Ausnahme. Die 29-Jährige hat vor allem ein Geheimrezept, diese chaotisch-bunte Aufgabe zu stemmen: Alles ein bisschen mit Humor nehmen!

Laura Frytkowsky hat seit gut zehn Monaten für den Groß Dübener Karnevalsverein die Präsidentenkappe auf.
© Foto: Regina Weiß

Ehrenmedaille und Denkmalpreis

Dora Liersch ist aus Cottbus nicht wegzudenken: 1938 in Niederschlesien geboren, war sie mit dem bekannten Cottbuser Heimatforscher Heinrich Liersch verheiratet. Beide erhielten im Jahr 2001 die Ehrenmedaille der Stadt Cottbus. Dora Liersch stand seit dem Jahr 2000 dem Historischen Heimatverein Cottbus vor und ist immer noch eine aktive Schreiberin für den Heimatkalender. Im Jahr 2014 erhielt sie den Denkmalpreis der Stadt Cottbus für ihre Arbeit im Denkmalbeirat.

Und: Die Heimatforscherin hat für die RUNDSCHAU die Geschichten zu historischen Postkarten recherchiert. Nun erscheint das erste Heft „Cottbus früher und heute“.

Dora Liersch vorn im Bild.
© Foto: Michael Helbig