Neue Bühne Senftenberg: Bremer Stadtmusikanten – Märchen in neuer Version

Die Bremer Stadtmusikanten: Robert Eder, Sebastian Zumpe, Clara Luna Deina und Christina Dom
Steffen Rasche- "Die Bremer Stadtmusikanten" in Senftenberg als neues Familienstück.
- Inszeniert von Elina Finkel, bearbeitet von Philipp Löhle.
- Tiere in der Leistungsgesellschaft: Esel, Hund, Katze, Hahn.
- Vorstellungstermine: 1., 4., 22., 26.12. und Restkarten am 24.12.
- Tickets und Infos: theater-senftenberg.de.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Esel hat Rücken. Er kann keine Mehlsäcke mehr schleppen, die Katze trotz Brille die Mäuse nicht mehr fangen. Deshalb droht ihnen der Rauswurf oder Schlimmeres und sie machen sich auf den Weg, etwas Besseres zu finden.
Das schaffen sie, auch in der Neuen Bühne Senftenberg. Hier hat Hausregisseurin Elina Finkel das Grimmsche Märchen der „Bremer Stadtmusikanten“ als kurzes und unterhaltsames Familienstück inszeniert.
Die Tiere sind in die Jahre gekommen in Senftenberg
Es war einmal... das war einmal. Denn der Dramatiker Philipp Löhle hat den alten Stoff überarbeitet und so sind Esel, Hund, Katze und Hahn in der Leistungsgesellschaft angekommen. Der stolze Gockel (Clara Luna Deina) fürchtet, als chicken wings zu enden und der Hund (Robert Eder) hört nicht nur schwer, er ist auch ein bißchen begriffsstutzig. Sein Schnüffeln ist zwar „TÜV-geprüft“, zum Jagen aber taugt er nicht mehr. Der erste, der gegen die fordernden Herrchen und Frauchen aufbegehrt, ist der Esel (Sebastian Zumpe): Er schmeißt dem Müller (Sybille Böversen) die Säcke vor die Füße und sich gleich mit.
So munter geht es los auf der großen Bühne, die mit liebevoll gestrichelten Tannen und Berglein dekoriert ist, die Elena Bulochnikova ebenso wie die Kostüme entworfen hat. Mit menschlichen Klamotten macht sie die Musikanten tierisch: Unter des Esels grauer Latzhose lugen Fellmanschetten hervor; den Hund schmücken braune Fellmütze und gleichfarbige Hosen. An Christina Dom als Katze glitzern Hose, Brille und Ohren, der Hahn ist gleich kunterbunt. Zwar bringt ihn nicht einmal ein Trampolin zum Fliegen, aber er kann sogar blaue Tränen vom Himmel singen.
Auf nach Bremen – wie Fußballfans auf dem Weg ins Finale
So machen sich die vier auf die Reise, immer wieder durch Matthias Manz' Musik angefeuert. Wenn sie „wir gehen nach Bremen“ singen, klingt das nach Fußballfans auf dem Weg zum Pokalfinale in Berlin. Gezupfte Klänge bringen des Esels Hufe zum Tanzen, wird „Müller“ auf „Knüller“ zum flotten Rap gereimt. Und nicht nur die Hunde-Klage „Ich werde nie ein Rockstar sein“ taugt zum Mitklatschen. Doch trotz aufgehübschter Sprache und viel flotter Musik bleibt es natürlich im Kern das Märchen der Gebrüder Grimm und dessen Botschaft: Alleine kommst du nicht sehr weit.
Dieses Motto halten die vier Musikanten natürlich hoch, auch wenn es vor der Räuberhöhle ziemlich ins Wackeln gerät. Aus dem schwarzen Häuschen glüht es feuerrot, dass sogar der tapfere Esel bibbernd in die Knie geht. Die Finsterlinge singen, wieder à la Grimm, „Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Räuber-Räuber heiß“, ihre Geschichte um Papppistolen und Fahndungsplakate gerät ein bisschen lang und umständlich. Aber klasse zu sehen, wie sich die bunten Musikanten ruckzuck in schwarzweiße Räuber und wieder zurück verwandeln: ein Kompliment hinter die Kulissen.
Zum natürlich glücklichen Märchen-Ende gibt es selbstverständlich ein großes musikalisches Finale und da wird sogar Robert Eders Hund doch noch zum Rockstar. Nach 75 kurzweiligen Minuten gehen viele kleine Gäste als Musikanten maskiert fröhlich nach Hause.
Nächste Vorstellungen: 1., 4., 22. & 26.12., 15. Auch für die Vorstellungen am 24.12. gibt es Restkarten. Weitere Termine und Tickets: theater-senftenberg.de.

