Lesung in Herzberg
: Juliane Stückrad über Elbe-Elster und seine Unmutskultur

Warum ist der Osten und vor allem der ländliche Raum so voller Unmut? Die Ethnologin Juliane Stückrad hat dazu geforscht und ein Buch geschrieben. Zu Elbe-Ester hat sie eine ganz besondere Beziehung. Am 3. Dezember kommt sie zu einer Lesung nach Herzberg und wird auch mit dem Landrat über das Thema sprechen.
Von
Birgit Rudow
Herzberg
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Ethnologin und Buchautorin Juliane Stückrad.

Susanne Schleyer

Mit ihrem Buch „Die Unmutigen, die Mutigen“ erregt die Ethnologin Dr. Juliane Stückrad aktuell hohe Aufmerksamkeit. Viele Jahre hat sie in der ostdeutschen „Provinz“ geforscht, Menschen und Gemeinschaften begleitet. Warum gibt es soviel Unmut im Osten? Woher kommt diese Unmutskultur? Was prägt die Leute im ländlichen Raum? Ebenso widmet sie sich in dem Buch den Mutigen, die es ebenso gibt. Das ist ihr wichtig.

Zu Elbe-Elster hat Juliane Stückrad eine besondere Beziehung. Mehrere Jahre hat sie hier gelebt und gearbeitet. „Ich schimpfe nicht, ich sage nur die Wahrheit. Eine Ethnografie des Unmuts am Beispiel der Bewohner des Elbe-Elster-Kreises/Brandenburg.“ ist der Titel ihrer Doktorarbeit.

Als die Thüringerin Anfang der 2000er-Jahre nach einem Auslandsaufenthalt zurück in die Heimat kam, fühlte sie sich nicht mehr sehr heimisch. Sie habe sich gefragt, warum sie sich als Ostdeutsche in Ostdeutschland so fremd fühlen könne. Damit habe sich für sie als Ethnologin ein spannendes Feld eröffnet, sagt sie.

Stückrad ist gefragte Expertin

Am 3. Dezember kehrt Juliane Stückrad zurück nach Elbe-Elster, zu einer Lesung um 19 Uhr in der Bücherkammer in der Torgauer Straße in Herzberg. Sie wird kurze Passagen aus ihrem Buch lesen und dazu mit Landrat Christian Heinrich-Jaschinski und den Zuhörern ins Gespräch kommen. Moderiert wird die Veranstaltung von Buchhändlerin Stephanie Kammer. Sie ist seit Jahren mit Juliane Stückrad befreundet. „Ich freue mich sehr auf die Autorenlesung mit meiner Freundin. Sie ist eine gefragte Expertin für Unmutsphänomene, Protestbewegungen und den ländlichen Osten“, sagt Stephanie Kammer.