Es ist der Gegenentwurf zum Club der toten Dichter: Statt aus der Strenge einer Eliteuni auszubrechen, geht es hier in diesem Tatort darum, elitäres Gebaren zu untermauern und auf die Spitze zu treiben.

Dass das in diesem Tatort aber nur bedingt heftiges Grausen und Unbehagen auslöst, liegt daran, dass die Geschichte um eine Männerverbindung, ein Mischmasch aus Bruderschaft, einem Geheimbund à la Sakrileg und Fight Club ist - dementsprechend muss für Kohle auch mal in irgendeinem Keller geprügelt werden, sehr an Bekanntes erinnert und viele Klischees auspackt.

Da fehlt es an Überraschungen, da fehlt es an Tiefe. Einen besonderen Dreh gibt es leider nicht. Die Sache ist vorhersehbar. Von wegen perfektes Verbrechen.

Der gruseligste Moment ist, wie Studentin Mina am helllichten Tag mitten auf einem riesigen Platz erschossen wird und keiner bekommt es mit.

Da sind reiche Schnösel, die künftig als Juristen auch noch das Recht so biegen wollen, wie sie möchten. Und dann ist da der arme Sohn einer Altenpflegerin, der endlich dabei sein will und dafür fast alles tun würde. Immerhin, das mit dem Töten hat er sich doch noch mal überlegt.

Nichtsdestotrotz hat dieser Tatort auch was zu bieten. Eine Weile weiß der Zuschauer nicht, welcher Schnösel die Tat begangen hat. Die Kommissare Karow und Rubin machen tatsächlich mal nichts anderes als ihren Job. Familienprobleme von Rubin, Karow kopulierend? Fehlanzeige!

Das macht Spaß, wenn die beiden Ermittler sich nicht mal kurz zwischen ihrem Liebesleben und den eigenen Problemchen auf dem Tatort treffen und sich drei Sätze zu werfen, ehe das Publikum sich wieder mit allerhand Ermittler-Befindlichkeiten beschäftigen muss.

Es ist zur Abwechslung nett, zu sehen, wie die beiden Kommissare miteinander funktionieren. Das, was im vorigen Berliner Tatort angefangen wurde, wird hier fortgesetzt. Da Teilen sich Karo und Rubin dann am Schluss auch mal eine Handvoll Schlagsahne. Irgendwie süß.

Weniger süß: Da soll bei einem der Geheimbundtreffen eine kleine Ratte auf dem extra in passender Größe gebastelten Schafott geköpft werden. Häh, falls das lustig sein soll? Isses nicht! Sondern es ist eher peinlich. Falls das Ironie sein soll, dann war das ein Satz mit x, nix.

Trotz aller Schwächen des Tatorts: Das Anschauen lohnt sich, auch, allein schon um die Kommissare endlich mal miteinander und Schauspieler wie Anton von Lucke und Peter Kurth generell spielen zu sehen.