Das sind die Zutaten: ein böser Niederländer, der wie ein mit zu viel Bräunungscreme eingeschmierter Killerzwerg daherkommt und sich auch als Bösewicht in einem James-Bond-Film gut machen würde. Passend dazu geht es dann um Diamanten.

Mit hineingemischt wurde auch eine große Tüte Weihnachtsmärchen-Liebesromantik und eine Portion russische Folklore – das bekannte russische Lied Otschi tschornyje (Schwarze Augen) wird mir wohl noch mehrere Tage durch den Kopf dröhnen. Ach, und Nadeschda wird außerdem vom Weihnachtsmann entführt und dann funkt es unterm Bärenfell. Hohoho. Aber ohne die geerbten Ohrringe von Nadeschda und deren Liebeszauber wäre es wohl nie soweit gekommen.

Aber passend zu einem Tatort à la Weihnachtsmärchen mit dem Titel „Väterchen Frost“ darf das Happyend nicht fehlen. Nur: die Toten bleiben tot.

Was auffällt: Börne und Thiel sind ungewohnt lieb zueinander. Es wird zwar nach wie vor gestichelt, aber auf extrem gemäßigtem Niveau. Das ist fast ein bisschen schade. Ist das so etwas wie Altersweisheit? Es gibt ja Gerüchte, dass es mit dem Münster-Tatort bald vorbei ist.

Bei aller Märchenstilistik muss dann aber doch noch etwas Bedeutungsschweres eingestreut werden, nämlich die Ausgrenzung Homosexueller in Russland. Man macht ja schließlich einen Krimi mit Aussage. Ich korrigiere: Dieser Tatort ist wie Plätzchen mit viel zu viel Puderzucker. Da kann Empfindlichen schnell schlecht werden.

Aber: Dieser Tatort sorgt für folgende, wichtige Erkenntnis: Trinke nie zu viel Gin Tonic und lass dich dann mit einem Niederländer ein.

Lydia Schauff
Lydia Schauff
© Foto: Angelika Brinkop