(dpa/ik) Schon mit Mitte 20 feierte Judy Winter Erfolge an Theatern in Bremen, Stuttgart und Ulm. Große Regisseure wie Peter Zadek, mit dem sie über mehrere Jahre auch privat verbunden war, gaben ihr früh anspruchsvolle Aufgaben. Die Hauptrolle in der 1971 uraufgeführten Verfilmung des Bestsellers „Und Jimmy ging zum Regenbogen“ von Johannes Mario Simmel machte sie zum Kino-Star. Mit bemerkenswerten Auftritten in zahlreichen Spiel- und Fernsehfilmen und gewichtigen Theaterrollen hat Judy Winter ihren Ruhm bis heute erhalten. Am heutigen 4. Januar feiert sie ihren 75. Geburtstag. Zur Freude ihrer Fans hat sie eine neue Rolle am Ernst Deutsch Theater in Hamburg angekündigt.

Geboren wurde Judy Winter am 4. Januar 1944 als Beate Richard in Friedland im damaligen Oberschlesien (heute Korfantów in Polen), als Tochter einer Tänzerin und eines Reserveoffiziers. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs ließ sich die Familie in Heidelberg nieder. Als 16-Jährige entschied sie sich für den Schauspielunterricht. Mit 17 kam das erste Engagement.

In dieser Zeit legte sie sich den Künstlernamen Judy Winter zu. Sie wählte ihn aus Verehrung für die Hollywood-Stars Judy Garland („Der Zauberer von Oz“) und Shelley Winters („Ein Platz an der Sonne“). Wie ihre Vorbilder ließ sie sich von Beginn ihrer Bühnenlaufbahn an nicht auf ein Genre oder Rollenfach festlegen. Ob Tragisches oder Komödie und Musical: Judy Winter reihte Triumph an Triumph.

Regisseure des deutschen Kinos wurden rasch auf sie aufmerksam. Die beiden 1971 herausgekommenen Simmel-Verfilmungen „Und Jimmy ging zum Regenbogen“ und „Liebe ist nur ein Wort“ machten die junge Schauspielerin einem Millionenpublikum bekannt. Zahlreiche Fernsehfilme, etwa die legendäre „Tatort“-Folge „Reifezeugnis“ (1977), prägte Judy Winter mit ihrer unverwechselbaren Erscheinung.

Ihren größten künstlerischen Erfolg erlangte Judy Winter 1998 in Berlin am Renaissance Theater mit der Interpretation der Titelrolle im Theaterstück „Marlene“.