Dreimal hatte die Lausitz vergeblich auf Veronika Fischer gewartet. Dreimal musste ihr Konzert verschoben werden. Nun aber ist es endlich soweit: Am 19. Mai kommt die 70-jährige Sängerin mit der markanten Soulstimme in die Cottbuser Stadthalle, um mit ihren Fans das 50. Bühnenjubiläum zu feiern. Die Lausitz ist nach Berlin ihre zweite Station nach der langen coronabedingten Pause.

Warum hat es so lange gedauert?

Das für den 6. März 2020 in Cottbus geplante Konzert fiel wegen einer Erkrankung der Sängerin aus. Gleich danach strich die Pandemie alle Auftrittspläne. Erst wurde ihr Konzert in der Cottbuser Stadthalle auf den 19. November 2020 verschoben, dann auf den 20. Mai 2021. Beide Termine fielen wegen des Lockdowns ins Wasser. Jetzt wird Veronika Fischer, die in den Siebzigerjahren mit Balladen und deutschsprachigem Blues zur erfolgreichsten und beliebtesten Rock- und Popsängerin der DDR avancierte, leibhaftig zu erleben sein. Im Gepäck: ihre unvergesslichen Songs und das 22. Soloalbum „Woher, wohin“.

Von Wölfis nach Dresden

1951 im thüringischen Wölfis geboren, geht sie mit gerade 17 Jahren nach Dresden an die legendäre Hochschule „Carl Maria von Weber“. Sie studiert Lied, Chanson und Musical und begeistert dort die Lehrkräfte mit ihrer Stimme. Mit ihren Schwestern steht sie dann zum ersten Mal auf der Bühne. Vroni, wie sie ihre Fans nennen, ist da gerade 19 Jahre alt. Bald darauf feiert sie erste Erfolge mit der Stern-Combo Meißen und den Bluesrockern von Panta Rhei.

1,5 Millionen verkaufte Schallplatten

1974 gründet sie die Veronika-Fischer-Band – und wird zum Star. Mehr als 1,5 Millionen Schallplatten verkauft sie mit der Plattenfirma Amiga. Was für Zeiten! 250 Konzerte pro Jahr steht sie auf der Bühne. 1977 die Trennung von der Band. Veronika Fischer macht weiter. Als ihr Songwriter Franz Bartzsch nach einem Auftritt in Westberlin nicht mehr in die DDR zurückgekehrt, wird es auch für sie eng. Ihre Titel werden nicht mehr gespielt, Konzerte brechen weg. 1981 siedelt sie selbst in den Westen über. Dort will sie sich in keine Schublade stecken lassen. Es dauert eine Weile, bis ihren eigenen Weg (wieder)findet. Als sie 38 ist, fällt die Mauer. Und Vroni kehrt mit großem Erfolg zu ihren Wurzeln zurück. 1996 wird sie für den Echo-Preis nominiert.
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2013 veröffentlicht sie ihre Autobiografie „Das Lügenlied vom Glück“, die 2018 in einer erweiterten Version unter dem Titel „Woher Wohin. Erinnerungen“ erscheint. Zeitgleich zum neuen Album, das zehn Jahre nach ihrem letzten Album 2018 unter demselben Namen „Woher, Wohin“ mit eigenen neuen Kompositionen herauskommt. Es erzählt mit unverwechselbarer Stimme von den Erfahrungen, die ihr aus einem langen Sänger- und Musikerleben zuteil werden.

Was wird in Cottbus gespielt?

In Cottbus wird davon zu hören sein. Das Programm besteht aus jenem seit Jahrzehnten unverwechselbaren Stilmix aus Rock, Pop, Chanson, Jazz und Schlager. Und Vroni bringt natürlich auch ihre größten Hits und persönlichen Lieblingssongs mit wie „In jener Nacht“, „Klavier im Fluss“ und „Der Clown“. Für sie ist die Trennung zwischen Ost und West Geschichte. Und doch geht ihre Tour (mit Ausnahme Berlin-Kreuzberg) durch den Osten. Gisela Steineckert hat es in einem Buch anlässlich des 50. Geburtstages der Ausnahmesängerin so überschrieben: „Veronika Fischer. Diese Sehnsucht nach Wärme.“

Die nächsten Konzerte und wo es Tickets gibt

19. Mai: Stadthalle Cottbus, Beginn 20 Uhr.
22. Mai: Festhalle Plauen
23. Mai: Volkshaus Jena
1. Oktober: Landskron Kulturbrauerei Görlitz
15. Oktober: Stahlpalast Brandenburg
10. Dezember: Theater Wismar
Karten gibt es unter www.eventim.de und an den bekannten Vorverkaufsstellen.