„Das Boot“, die Neuverfilmung des U-Boot-Stoffs gilt als teuerste deutsche TV-Serie und wurde schon in mehr als 100 Länder verkauft. Die RUNDSCHAU sprach mit Darsteller Rick Okon (29).

Herr Okon, vor kurzer Zeit wurde bekannt gegeben, dass das Serien-Boot weiterhin abtauchen darf. Es wird also eine zweite Staffel geben. Die Besatzung von U 612 wäre bei einer solch positiven Nachricht wohl erstmal feiern gegangen. Wie haben Sie reagiert?

Okon Wir wussten es schon etwas eher. Aber natürlich habe ich mich sehr gefreut, dass das weitergeht und dass ich auch weiterhin mitmachen darf.

Die Serie „Das Boot“ gilt mit 25 Millionen Euro für die acht Teile der ersten Staffel als teuerste deutsche Serie aller Zeiten. Wie gehen Sie als Schauspieler damit um? Ist das egal oder macht das Druck?

Okon Die Serie hatte ja beim Bezahlsender Sky gute Quoten, wurde außerdem in mehr als 100 Länder verkauft.

Rick Okon auf dem Weg zum Weltstar?

Okon (lacht) Bisher kann ich ruhig leben und hoffe, dass das auch so bleibt. Es ist jetzt keines meiner obersten Ziele.

Sie spielen in der Serie die Rolle des Kapitänleutnants Hoffmann. Wie bereitet man sich auf eine Rolle als U-Boot-Kapitän vor?

Okon Wir haben ein einwöchiges Camp absolviert, in dem wir gemeinsam mit unserem Berater Jürgen Weber, der selbst Kommandant auf einem U-Boot war, trainiert haben. Da hatten wir sowohl Theorie-Unterricht als auch sportliche Übungen. Wie hüpft man durch die Schotte? Wie komme ich die Leiter schnell runter? Wie salutiere ich richtig? Ich glaube nämlich, dass keiner von denen, die Teil der Bootsbesatzung waren, beim Bund war. Die Woche war auch wichtig, um eine Gruppendynamik herzustellen. Privat habe ich da eine eigene Methode der Rollenvorbereitung. Ich habe dieses Mal viel mit Musik gearbeitet, um die Emotionalität meiner Figur besser greifen zu können. Und dazu kommt dann natürlich die Recherche. Es ist ja historischer Stoff aus der Zeit 1942/43. Da will ich natürlich wissen, was damals allgemein so los war.

Der Kinofilm „Das Boot“ aus dem Jahr 1981 gehörte wahrscheinlich für alle zum Pflichtprogramm...

Okon Ja, den habe ich auch gesehen. Ich habe mich allerdings eher auf die sechsteilige Serienfassung konzentriert. Ich wollte sehen, wie das in einem Serienformat funktioniert.

Noch mal zurück zu der musikalischen Vorbereitung. Wie muss man sich das vorstellen?

Okon Ich war unterwegs und habe im Auto einen Song gehört, den ich schon lange mag. Beim Hören des Textes habe ich festgestellt, dass der gut zu meiner Figur passt. Dann bin ich nach weiteren Liedern auf die Suche gegangen, mit ähnlichen Stimmungen. Am Ende des Tages sind so acht, neun Songs aus ganz verschiedenen Richtungen herausgekommen. Die habe ich dann tatsächlich während der Dreharbeiten immer wieder gehört, um eine gewisse Stimmung zu haben.

In der aktuellen Serie beschreibt einer der Männer das Leben auf einem U-Boot sinngemäß so: „40 Männer, keine Dusche und mit einem Klo in teils 150 Metern Tiefe“. Würden Sie auf eine solche Tour gehen?

Okon Ich habe mit aktuellen U-Bootfahrern geredet, ob es eine Möglichkeit gibt, mal eine solche Erfahrung zu machen. Das ist relativ schwer. Die Möglichkeit hat sich bisher noch nicht ergeben. Vielleicht klappt es ja mal. Ich würde das gern ausprobieren. Allerdings in Kriegszeiten unter Wasser zu gehen, sein Leben zu riskieren, nicht zu wissen, was als Nächstes kommt, das Sonar zu hören, das kann ich mir nicht ansatzweise ausmalen. Das muss eine ganz schreckliche Situation sein.

Wie weit sind Sie als Schauspieler eigentlich in die weitere Handlung der Serie involviert?

Okon Im Prinzip gar nicht. Das machen ja Drehbuchautoren. Wir hatten aber tatsächlich die Möglichkeit zu sagen, was wir spannend finden würden für die eigene Figur. Wie viel dort dann tatsächlich stattfindet, weiß ich nicht.

Wie geht es mit dem „Boot“ jetzt weiter? Gibt es schon Drehtermine?

Okon Ich weiß tatsächlich schon etwas mehr, aber darf noch nichts sagen.

Momentan gibt es ganz viele hochwertige Serien. Wie profitieren Sie als Schauspieler davon?

Okon Zu dem üblichen Daily-Job kommen für uns viele Möglichkeiten hinzu. Die Filmbranche hat ja momentan viel Arbeit. Das kommt uns natürlich allen zugute. Gerade bei den Streaming-Anbietern gibt es viele  spannende Ideen und Projekte.

Im Oktober sind Sie als „Tatort“-­Kommissar bei den Dortmundern eingestiegen, das „Boot“ ist erfolgreich... Es läuft gerade für Rick Okon oder?

Okon Ich klopfe dreimal auf Holz. Es läuft beruflich wirklich super. Das gibt auch Planungssicherheit. Ich bin glücklich und freue mich auf spannende Aufgaben in den kommenden Jahren.

Sie sind geboren in Schwedt. Gibt es noch Kontakte in die alte brandenburgische Heimat?

Okon Ich bin in Schwedt geboren und dort auch noch zur Grundschule gegangen. Dann sind wir nach Hamburg gezogen. Meine Familie, meine Großeltern leben alle noch da. Ich war zu Weihnachten dort zu Besuch.

Mit Rick Okon
sprach Daniel Steiger