Wie geht man als Bruder oder Mutter mit den Depressionen eines Familienmitglieds um? Damir hat versucht, sich umzubringen, konnte aber von seinem Bruder Bruno gerade noch gerettet werden. Als ob das nicht nervenzehrend genug wäre, muss Bruno sich fortan mit den Behörden herumschlagen: mit der Polizei, die untersucht, ob keine Fremdeinwirkung vorliegt, mit diversen Ärzten und unsinnigem Papierkram.
Auch die Mutter der beiden holt der fürsorgliche große Bruder aus Split nach Zagreb, damit sie ihm bei der moralischen Unterstützung des des suizidalen Damir helfen kann. Doch wie soll diese Hilfe aussehen, wenn Damir in Wahnzustände verfällt oder zwischendurch türmt?

Die Suche nach einem sicheren Ort

Das kroatische Drama von Juraj Lerotić, der Regisseur, Drehbuchautor und Darsteller des Bruno in einem ist, beobachtet eine Familie zwischen Angst und Zuversicht, die tut, was in ihrer Macht steht, dabei aber um ihre Hilflosigkeit weiß. Einen Safe Place, einen sicheren Ort, können Mutter und Bruder dem hilfsbedürftigen Damir nicht bieten. Aber auch das Krankenhaus mit seiner kalten Atmosphäre ist vor lauter festgefahrenem Dienst nach Vorschrift kein Ort, an dem jemand wie Damir sicher sein kann.
Präzise beobachtet der Film dramatische Begebenheiten zwischen Zagreb und Split, in denen sich die Figuren in einem emotionalen Ausnahmezustand befinden. Mit sehenswerten schauspielerischen Leistungen und einigen irreal anmutenden Zeitsprüngen gelingt Juraj Lerotić ein berührender, trauriger und stimmiger Film über ein sehr komplexes Thema.
Der Film wird noch einmal am 13.11. um 21 Uhr in der Stadthalle Cottbus gezeigt.