Filmfestival Cottbus 2024
: Eine Stadt sieht blau – alles zur Festivalwoche

Das 34. FFC Filmfestival Cottbus 2024 zeigt 147 Filme aus Osteuropa. Ein paar Tipps zum Programm - und was beim Ticketkauf zu beachten ist.
Von
Peggy Kompalla
Cottbus
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Das 29. Filmfestival Cottbus wirft seine Schatten voraus. Ab Dienstag fügt sich zusammen, was zusammengehört. Die blauen Buchstaben ergeben dann den Schriftzug „Filmfestival Cottbus“.

Das 29. Filmfestival Cottbus wirft seine Schatten voraus. 
Ab Dienstag fügt sich zusammen, was zusammengehört. Die blauen Buchstaben ergeben dann den Schriftzug "Filmfestival Cottbus".

Die Buchstaben stehen bereit: Das Filmfestival Cottbus lädt vom 5. bis 10. November 2024 in die Stadt.

Patrick Pleul
  • Das Filmfestival Cottbus (5.–10. Nov. 2024) zeigt 147 Filme aus Osteuropa.
  • Eröffnung: "My late Summer" von Oscar-Preisträger Danis Tanović.
  • 10 Sektionen, u.a. Wettbewerb Spielfilm, Kurzfilm und Jugendfilm.
  • Special: 7 ukrainische Filme, Armenien im Fokus, Horror/Fantasy.
  • Tickets: 6-7,50€, 5er-Tickets: 28,40€, Festivalpass: 84,50€.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das FFC Filmfestival Cottbus zählt zu den weltweit führenden Festivals für Mittel- und Osteuropa. In seiner 34. Auflage verwandelt es Cottbus wieder für sechs Tage zum Fixpunkt für Cineasten und Filmschaffende. Diesmal wandert der Blick von den östlichen Nachbarn bis weit nach Ostasien hinein. Die Lausitz kommt dabei aber nicht zu kurz. Selbst der Cottbuser Ostsee hat seinen Auftritt.

Ob ukrainischer Science-Fiction-Film, tschechische Schlachtefest-Groteske, Farce aus Lappland, georgischer Dokumentarfilm, animierter Kurzfilm oder Geflüchtetendrama aus Serbien – das FFC bietet die volle Bandbreite.

Filmfestival in Cottbus beginnt am 5. November 2024

Eröffnet wird die osteuropäische Filmwoche in Cottbus am Dienstag, 5. November, mit dem Film „My late Summer – Mein später Sommer“ von Oscar-Preisträger Danis Tanović – einer berührenden Geschichte voller Herzschmerz und Nostalgie im mediterranen Spätsommer. Parallel zur Eröffnung im Staatstheater läuft der Film um 20 Uhr in der Stadthalle.

Für die Cottbuser begann das Filmfest früher inoffiziell mit der Cottbuser Filmschau, die alsbald zur Lausitzer Filmschau umfirmiert wurde. Jetzt ersteht die beliebte Filmreihe mit neuem Titel auf. Im Kaleidoskop werden am Freitag, 1. November, ab 19 Uhr insgesamt 20 Kurzfilme aus der Lausitz gezeigt. Mit dem Bunten Bahnhof als Austragungsort kehrt die Filmreihe zu ihren Anfängen zurück. Dort gibt es die regionalen Filme in Clubatmosphäre. Und das Publikum bestimmt, welches drei die besten sind.

Das sind die beliebtesten und wichtigsten FFC-Filmreihen

Angesichts von 147 Filmen aus 41 Produktionsländern ist das Programm zur besseren Orientierung in zehn Sektionen aufgeteilt. Die wichtigsten sind die drei Wettbewerbskategorien – Wettbewerb Spielfilm, Wettbewerb Kurzfilm und U18 Wettbewerb Jugendfilm. Allein dort werden 30 Filme gezeigt. Sie alle ringen um die Lubina – den Hauptpreis des FFC. Darüber entscheidet die Jury. Aber auch die Zuschauer haben ein Wörtchen mitzureden. Sie küren den Publikumsliebling –gesponsort von der Lausitzer Rundschau.

Für Festivalneulinge sei die Sektion Hits empfohlen. Sie versammelt die aktuellen osteuropäischen Kinokassenschlager. Alljährlich ein Publikumsrenner ist die lange Nacht der kurzen Filme – zu sehen Freitag, 8. November, in zwei Teilen um 19 und um 21 Uhr im Weltspiegel.

Das FFC richtet seinen Blick im dritten Kriegsjahr erneut auf die Ukraine und präsentiert sieben ukrainische Lang- und Kurzfilme. Darunter sind der Wettbewerbsfilm „U are the Universe – Du bist das Universum“, ein Sci-Fi-Drama über Einsamkeit im All, sowie der Kurzfilm „I See them Bloom – Ich sehe sie aufblühen“ über das Leben junger geflohener Ukrainerinnen in Deutschland. Der Dokumentarfilm „Stories from the Cellar – Geschichten aus dem Keller“ beleuchtet Traumata und Überlebenswillen ukrainischer Kinder. Am Festival-Samstag erhalten Ukrainer mit ihrem Reisepass freien Eintritt zu allen Filmen des Programms.

In der Sektion Close-Up rückt das FFC in diesem Jahr das Filmland Armenien in den Fokus. In den Specials wirft das Festival erneut einen weiblichen Blick auf die Branche – diesmal im Filmland Tschechien. Abseitig wird es unter der Überschrift Midnight Madness. Dort wird dem Horror- und Fantasy-Genre gehuldigt. Es wird blutig und grotesk – wie etwa das estnische Kettensägen-Musical „Chainsaws were Singing – Kettensägen sangen“.

Vorhang auf für die Heimat – Cottbuser Ostsee und Regisseure

Das FFC ist nicht nur für internationale Filmemacher eine wichtige Plattform, sondern auch für die Lausitz. Für sie steht die Sektion Heimat – Domownja. Dort laufen acht aktuelle Kurzfilme – die Łužyca Shorts – die kurzen Lausitzer. Ebenfalls in der Heimat-Sektion gibt es eine kleine Werkschau des Hoyerswerdaer Weltenbummlers und Tänzers Dirk Lienig, der einst mit seinem Tanzperformance-Film seine Heimatstadt in Schwung brachte.

Aber auch der Strukturwandel und Landschaftswandel finden in der Sektion ihren Platz. Die rbb-Langzeitdokumentation „Hoffnung am Ostsee“ wird am Freitag, 8. November, im Glad-House gezeigt. Passend dazu gibt es im Anschluss ab 20 Uhr die Diskussionsrunde „Urlaub am See – Industrielandschaften in Brandenburg und im Baltikum neu denken“.

Unter dem Stichwort 35 Jahre Mauerfall zeigt das FFC zwei Filme des Cottbuser Regisseurs Donald Saischowa. „Fragmente einer Wirklichkeit“ ist eine 45-minütige Reise durch Nachrichten und Zeitgeschehen von den Montagsdemos 1989 bis zum Jahr 1994. Der Kurzfilm „1990“ ist eine persönliche Reflexion der Wendezeit.

Filmfestfestival: Das sollte man beim Ticketkauf beachten

Gut zu wissen: Alle Filme werden – wie es sich für ein internationales Filmfestival gehört – in der Originalversion gezeigt. Die Wettbewerbsbeiträge laufen in der Regel mit deutschen oder englischen Untertiteln, alle anderen Sektionen mit englischen Untertiteln und deutscher Simultanübersetzung. Es gibt allerdings immer wieder Ausnahmen. Fast alle Filme werden zweimal gezeigt, zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Spielorten. Das Programm-Studium lohnt sich also.

Die Tickets gibt es in allen Spielstätten. Vor Ort kosten die Karten 7,50 Euro. Im Vorverkauf sind die Einzeltickets für 6 Euro zu haben. Doch Achtung: Das lohnt sich nur, wenn gleich mehrere Tickets vorab online gebucht werden. Denn zuzüglich der Vorverkaufsgebühren kostet die Karte bereits 6,60 Euro. Für jede abgeschlossene Buchung berechnet das Ticketportal Reservix zum Abschluss noch einmal eine Servicegebühr von 2 Euro – zum Drucken zu Hause. Wer nur ein Einzelticket im Vorverkauf online bucht, zahlt damit 8,60 Euro.

Für Vielgucker gibt es Fünfertickets für 30 Euro an der Abendkasse. Im Vorverkauf kosten sie inklusive aller Gebühren 28,40 Euro. Für echte Cineasten sei der Festivalpass empfohlen. Der ist bis zum 28. Oktober ausschließlich im Vorverkauf zu haben und kostet mit allen Gebühren 84,50 Euro. Pass-Inhaber können bis zu fünf Filme je Festivaltag sehen und erhalten freien Eintritt zu allen Veranstaltungen im Bunten Bahnhof.

Mehr als Filme – das hat das Festival in Cottbus 2024 zu bieten

Stichwort Drumherum – da hat das FFC traditionell einiges zu bieten. In der Stadthalle zeigt eine Fotoausstellung während des Festivals den ukrainischen Alltag. radioeins-Moderator Knut Elstermann ist als Stammgast mit seinem Filmtalk in der Stadthalle. Erstmals berichtet radio3 am Freitag, 8. November, von 18 bis 20 Uhr live vom Festival.

Im Scandale im Bunten Bahnhof steigt am Mittwoch, 6. November, ab 20 Uhr, unter den Stichworten Tischtennis, Tabledance und Techno Elektrobeat die erste Party.

Donnerstag, 7. November, geht es am selben Ort mit dem Zweitenquiz weiter. Ebenfalls Donnerstag spielt das Scandale Resident Team im Comicaze bei der Wodka-Nacht ab 22 Uhr auf.

Und Freitag, 8. November, steigt im Scandale die nächste Konzert-Party mit Svperfvtvre, Mynd Palace und Frieder ab 20 Uhr.

Samstag, 9. November, wird es im Scandale bei der großen FFC-Abschlussparty noch einmal wild. Wer schon wieder wach ist, kommt am Sonntag, 10. November, zum Kinderfest in die Stadthalle ab 10 Uhr.