Fake-Profil auf Facebook
: Karat warnt Fans – die Ostrocker sind nicht die einzigen

„Leider hat es jetzt auch uns erwischt!“, warnt Karat auf Facebook, wo ein Fake-Profil die DDR-Band kopiert. Kein Einzelfall – und oft nicht ungefährlich. Was Fans beachten müssen.
Von
Michael Heider
Berlin
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Claudius Dreilich, Sänger der Band Karat, gibt mit dem erforderlichen Mindestabstand ein Hotelzimmer-Konzert im Garten eines Hotels. Das sogenannte Fensterkonzert der legendären Ostrock-Band stellt nach Angaben des Veranstalters eine deutschlandweite Premiere dar. Mit dem Konzert soll zugleich auf die schwierige Situation der Veranstalter-Branche aufmerksam gemacht werden. Konzertgäste können aus den Zimmern und Suiten das Konzert verfolgen. Zudem gibt es innen und außen noch spezielle Lounges. +++ dpa-Bildfunk +++

Aufgepasst! Die Ostrock-Band Karat um Claudius Dreilich warnt seine Fans auf Facebook vor einem falschen Profil.

Jan Woitas/dpa
  • Die Band Karat warnt auf Facebook vor einem Fake-Profil, das die Ostrocker imitiert.
  • Fans sollen skeptisch sein und Fake-Profile melden, um sich zu schützen.
  • Betrüger nutzen Fake-Profile oft, um Geld oder persönliche Daten zu erlangen.
  • Das Karat-Fake-Profil hat bisher keine großen Schäden verursacht.
  • KI wird zunehmend für Betrugszwecke wie Deepfakes verwendet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Profil sieht genauso aus wie das Original. Das gleiche Foto, das gleiche Hintergrundbild. Sogar der Name ist identisch: „KARAT – offizielle Seite“. Doch von offiziell kann keine Rede sein. Bei der vermeintlichen Facebook-Seite der Ostrocker Karat handelt es sich nämlich um einen Fake, ein falsches Profil.

Dem Team um die Band von Sänger Claudius Dreilich ist die Kopie früh aufgefallen. Auf dem wirklich offiziellen Account von Karat warnen sie ihre Fans vor dem digitalen Trittbrettfahrer. „Leider hat es jetzt auch uns erwischt! Es gibt eine Fake-Seite. Bitte nicht beachten!“ Die Fans scheinen den Rat zu befolgen. Die bisherige Bilanz des falschen Profils: 0 „Gefällt mir“-Angaben, 0 Follower.

Die Ostrock-Legenden sind kein Einzelfall. Immer wieder geben sich Betrüger in den Sozialen Medien als Prominente aus. Egal, ob Hollywood-Stars wie Tom Hanks, deutsche TV-Größen wie Günther Jauch oder Musiker und Musikerinnen wie Max Giesinger und Vicky Leandros – sie alle wurden schon für Fake-Profile kopiert.

Was wollen die Fake-Profile von Stars?

Meist geht es um Geld. Fake-Profile werben etwa für unseriöse Angebote wie vermeintliche Fan-Artikel oder Geldanlagen. Oder sie schreiben Fans direkt an. Auch Künstliche Intelligenz (KI) kommt dabei zum Einsatz. Mit ihrer Hilfe erstellen Betrüger sogenannte Deepfakes – etwa Videos, in denen Gesichter und Stimmen verändert werden, um auszusehen und zu klingen wie Stars.

Warnung auf Facebook: Die Band Karat weist ihre Fans auf ein Fake-Profil hin

Warnung auf Facebook: Die Band Karat weist ihre Fans auf ein Fake-Profil hin.

Screenshot

Erst jüngst wurde eine 53-jährige Französin Opfer eines Online-Betrügers, der sich als Brad Pitt ausgab. Mithilfe von Fake-Profilen und KI ließ sich die Frau in eine virtuelle Liebesbeziehung mit dem falschen Hollywood-Star hineinziehen. Dieser gab vor, pleite zu sein und Geld für medizinische Behandlungen zu benötigen. Insgesamt zahlte die Französin knapp 830.000 Euro, bevor der Schwindel aufflog.

Oft geht es aber auch um Daten von Nutzerinnen und Nutzern. Fans werden etwa von den Fake-Prominenten aufgefordert, ihre private Handynummer herauszugeben.

So schützt man sich vor Fake-Profilen

  • Gesunde Skepsis walten lassen: Stars schreiben Fans nicht privat an.
  • Vorsicht bei Aufforderungen, Geld zu bezahlen oder in vermeintlichen Investments anzulegen.
  • Auf Verifizierungen (z.B.: blauer Haken bei Instagram) und Followerzahl achten. Fake-Profile haben meist nur sehr wenige Follower.
  • Informieren vor Reagieren – z.B. über Google-Suche herausfinden, ob bereits vor der Masche gewarnt wird.
  • Fake-Accounts blockieren und melden
  • Screenshots machen und andere vor dem Fake warnen

Karat hat das Fake-Profil bereits gemeldet

Der Fall des falschen Karat-Profils scheint zum Glück weniger dramatisch zu sein. Entdeckt wurde die unautorisierte Kopie übrigens, weil sie auf dem Original-Account Beiträge geliked hat, wie das Management der Band auf Nachfrage mitteilte. Der Webmaster habe den Fake-Account bereits bei Facebook gemeldet. Nennenswerte Probleme habe der Trittbrettfahrer aber keine verursacht. Wer genau hinsah, konnte zudem schnell skeptisch werden. Zwar war beim Fake fast alles identisch, die Profil-Beschreibung jedoch war in Englisch verfasst. Und das würde das Original eher nicht tun, betonte das Karat-Management.