(pm/sme) Mit dem Schauspiel „Warten auf Sturm“ bringt das Staatstheater Cottbus seine erste Uraufführung der neuen Saison am Samstag, 28. September, in der Kammerbühne zur Premiere. In der Parabel über den Zustand unserer Arbeitswelt schuften namenlose, „Cleaner“ genannte Gestalten mit merkwürdigen Eigenarten und Gebrechen in einem Schacht, um Coltan-Erz abzubauen, das von denen oben eingeschmolzen und gewinnbringend verkauft wird. Wobei nur einer wirklich profitiert: Winter, oberster Werkleiter und Besitzer der ganzen Unternehmung. Der kommt mit seinem Sohn und Erben zum Schacht und trifft auf den Metallschmelzer Noon und dessen Tochter Lara, die in einer schwer definierbaren Beziehung zum Vorarbeiter Zlatan steht. Eine Odyssee durch Initiationsriten, Kräftemessen und Absonderlichkeiten beginnt.

Die Figuren von Autor Peter Thiers sind allesamt beschädigt. Von der Arbeit, von zerrütteten sozialen Beziehungen, von der Suche nach einem lebenswerten Leben, vielleicht sogar der Suche nach dem Glück. Hoffnungslos sind sie jedoch nicht alle. Immer wieder keimen Ideen von Veränderungen. So auch die Sehnsucht nach dem alles verändernden Klimaumschwung – denn Regen, also Wasser, das einfach vom Himmel fällt und den Staub wegwischt, kennt in dieser degenerierten Welt niemand mehr. Besonders Lara steht für andere ein, ergibt sich nicht dem mutmaßlich aussichtslosen Schicksal. Schlussendlich wird sie gar zur Hoffnungsträgerin.

Regisseur Volker Metzler und Bühnen- und Kostümbildnerin Claudia Charlotte Burchard forschen mit dem Ensemble nach dem Gehalt des Textes und seiner Wirkmacht für das Theater der Gegenwart. Dafür schaffen sie in der Kammerbühne ein Theaterlabor, eine Spielwiese für hochenergetisches, kraftvolles Schauspiel, das die Sehnsüchte und Nöte der Figuren dieser Uraufführung erlebbar macht.

Beginn der Premiere ist um 19 Uhr. Karten für diese und weitere Vorstellungen sind im Besucherservice des Staatstheaters erhältlich.