Brettspiele im Test
: Wer gerne fotografiert, wird diese drei Spiele lieben

Eine schöne Landschaft, ein perfektes Bild beim Familienfest oder ein echter Yeti. In diesen Spielen versuchen wir, das auf Fotos festzuhalten. Doch das ist nicht so einfach.
Von
Marcus Scheib,
Sebastian Schubert
Frankfurt/Cottbus
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Im Spiel "Redwood" fotografieren wir Spielenden atemberaubende Landschaft und Tiere in ihrem natürlichen Umfeld. Doch um zu gewinnen braucht es Augenmaß.

Freepik/Corax Games/Sit Down! Games/Kobold Verlag

Brettspiele im Überblick

Diese drei Spiele für Fotofans stellen wir in diesem Artikel vor

  • „Der perfekte Moment“: Familienspiel für Freunde von Memory und Cluedo mit imposanter Optik
  • Redwood“: Hochwertiges Spiel für Foto–Enthusiasten mit gutem Augenmaß
  • „Schnappschuss“: Schnelles Kartenspiel für Groß und Klein mit einem cleveren Kniff

„Der perfekte Moment“ — Extrawünsche der Gäste

Spiel „Der perfekte Moment“: Im perfekten Moment das richtige Foto aufzunehmen, ist nicht leicht. Noch schwieriger wird es, wenn die Gäste ihre eigenen Vorstellungen einbringen.

Sebastian Schubert

Ein Gruppenfoto gehört bei den meisten Festen dazu. Doch kaum sollen sich alle Gäste aufstellen, haben diese ihre ganz eigenen Wünsche. Der eine will im Vordergrund stehen, die andere lieber in der letzten Reihe. Dieser Herausforderung stellen wir uns als Fotograf im Spiel „Der perfekte Moment“ (Corax Games).

Mit einer Kombination aus Gedächtnisspiel und 3D–Puzzle ist es unsere Aufgabe in „Der perfekte Moment“, ein Gruppenfoto zu machen, bei dem möglichst viele Wünsche der abzulichtenden Gäste erfüllt werden.

In jeder der sechs Runden erfahren wir aus einem Umschlag die Platzierungswünsche einzelner Personen. Anschließend beginnt das Grübeln. Welchen der drei Wünsche kann ich erfüllen? Der alte Herr will das Gesicht der Dame im gelben Kleid verdecken. Diese steht aber bereits in der ersten Reihe. Ich will genau planen und muss mich gleichzeitig an die Wünsche der anderen Gäste erinnern. Habe ich einen idealen Platz gefunden, stelle ich die Figur des Gastes auf.

In der zweiten Phase werden die Wunsch–Umschläge getauscht. Am liebsten möchte ich die Wünsche aller 14 Gäste erfahren. Das ist jedoch nur selten möglich. Nach der sechsten Runde zücken wir unsere Smartphones und machen ein Foto der Gesellschaft. Anhand des Fotos werten wir die Partie aus und es gewinnt die Person mit den meisten Punkten.

Spiel „Der perfekte Moment“:

Sebastian Schubert

Gerade die Auswertung mit dem Smartphone ist innovativ. Als Partyfotograf hat mich dieses Spiel von Anfang an in seinen Bann gezogen. Da alle Spielenden parallel mit ihren Zügen beschäftigt sind, gibt es kaum Wartezeiten. Die Wünsche in den Umschlägen der Gäste fallen in jeder Partie anders aus, daher bietet das Spiel viel Abwechslung.

Mehr Herausforderung mit Erweiterung

Wer jedoch noch mehr Herausforderung im Spiel sucht, kann die Erweiterung „Taschendiebe“ ausprobieren. Bei einem Anlass wie einem Familienfest ist es nicht verwunderlich, dass sich Gauner unter die Gäste mischen.

Als ihr Komplize ist es meine Aufgabe herauszufinden, welcher Gast dicke Klunker in seinen Taschen hat. Dazu gibt es in den Umschlägen der Gäste nun auch Wertgegenstände. Ich muss erkunden, bei wem es etwas Wertvolles zu holen gibt, und vor Ablauf der Zeit einen Taschendieb in die Nähe zu setzen. Der Gauner sollte jedoch gut verdeckt sein. Andernfalls gibt es Minuspunkte.

Spiel „Der perfekte Moment“: Rund um den Tisch gilt es die Gäste der Familienfeier zu platzieren. Auf jedes Feld des Rasters darf sich nur ein Gast befinden. Die „Taschendieb-Erweiterung“ sorgt mit Gaunerinnen und Gaunern für weitere Spannung.

Sebastian Schubert

Während das Grundspiel ohne Zeitlimit sehr entspannt gespielt wird, ist es bei der „Taschendieb“-Erweiterung gerade zum Ende hin sehr hektisch. So bekommt das Spiel eine ganz neue Dynamik.

Egal ob Amateur oder Profi, hier kommen alle auf ihre Kosten, die mit einem kühlen Kopf die Wünsche der Gäste erfüllen können. Egal ob Amateur oder Profi, hier kommen alle auf ihre Kosten, die mit einem kühlen Kopf die Wünsche der Gäste erfüllen können. Es gilt, sich jedoch nicht nur die Wünsche der Gäste zu merken. Auch anspruchsvolle Entscheidungen über die Platzierung müssen getroffen werden. Daher sollte „Der perfekte Moment“ erst mit älteren Kindern oder Kindern mit Spielerfahrung ausprobiert werden.

Spielinfo „Der perfekte Moment“

Spieleranzahl: 2 – 4
Spielzeit: ca. 45 Minuten
Altersempfehlung: 10+ Jahre
Verlag: Corax Games
Autoren: Anthony Nouveau
Illustrationen: Ronny Libor, Sören Meding, Gyula Pozsgay, Maja Wrzosek
Preis: ca. 59 Euro / Taschendieb Erweiterung“ etwa 20 Euro

Redwood — Wildlife–Fotografie nach Augenmaß

Im Spiel „Redwood“ bietet der gleichnamige Nationalpark in Kalifornien die perfekte Kulisse für einen Wettstreit um die schönsten Fotos. Die abwechslungsreiche Landschaft und vielfältige Tierwelt soll man auf einem Panorama ablichten. Doch dazu braucht es ein gutes Auge, um Distanzen abzuschätzen und die Ausrüstung richtig zu wählen.

Spiel "Redwood": Im Spiel fotografieren wir Spielenden atemberaubende Landschaft und Tiere in ihrem natürlichen Umfeld. Doch um zu gewinnen braucht es Augenmaß.

Marcus Scheib

In jeder der fünf Runden schießen wir ein Foto und versuchen dabei, die Landschaft als Kulisse mit Tieren und Pflanzen zu füllen. In meinem Zug wähle ich dazu zwei Schablonen. Die erste Schablone bestimmt meinen Weg zum hoffentlich perfekten Standort. Von diesem Punkt aus versuche ich mit der zweiten Schablone, meinem Objektiv, Tiere und Pflanzen abzulichten.

Das perfekte Foto zu machen, kann dabei ziemlich knifflig sein. Denn ich muss mich für Schablonen entscheiden, ohne diese vorher anlegen zu dürfen. Nicht einmal zum Testen! So entsteht eine spannende Schätzaufgabe. Komme ich mit der gewählten Schablone an all den Pflanzen, Tieren und anderen Fotografen auf meinem Weg vorbei? Ist das Weitwinkelobjektiv lang genug, um den Waschbären zu fotografieren? Ähnlich wie beim Fotografieren selbst ist Augenmaß gefragt.

Spiel „Redwood“: Mit Schablonen bewege ich meine Figur zum richtigen Ort um dann mit einer weiteren Schablone, dem Objektiv, möglichst viele Pflanzen und Tiere abzulichten.

Marcus Scheib

Alles, was ich auf mein Foto bekomme, darf ich anschließend in meinem Fotoalbum zusammensetzen. Dazu gehören stets eine Landschaft und die abgelichteten Pflanzen und Tiere. Egal wie viele Punkte ich nach fünf Runden gesammelt habe, vor mir liegt immer eine fotogene Landschaft. Mit seiner Spielidee und seinem tollen Material ist „Redwood“ ein ideales Spiel für Fotografie–Begeisterte. Doch auch Schnappschuss–Amateure können ihre Freude haben.

Spiel „Redwood“: Nach fünf Runden liegt vor mir das Ergebnis meiner Foto-Safari bestehend aus tollen Landschaften, bunten Pflanzen und wilden Tieren.

Marcus Scheib

Spielinfo „Redwood“

Spieleranzahl: 1 – 4
Spielzeit: 45 – 60 Minuten
Altersempfehlung: ab 10
Verlag: Sit Down
Autoren: Christophe Raimbault
Illustrationen: Edu Valls
Preis: ca. 65 Euro

Schnappschuss — ganz knapp erwischt

Genau wie in „Redwood“ ist gutes Augenmaß auch in „Schnappschuss“ wichtig. Doch dieses Mal kann bereits mit den Kleineren gespielt werden.

Unterwegs in der Wildnis begegnen uns Elefanten, Adler, Pinguine und … sehe ich da einen Yeti? Im Spiel ist es meine Aufgabe, Tiere und Fabelwesen in ihrem natürlichen Habitat abzulichten und in mein Sammelalbum zu kleben. Doch bekomme ich die flinken Wesen tatsächlich in einem Schnappschuss eingefangen? Wer am Ende das spektakulärste Album hat, gewinnt.

Spiel „Schnappschuss“:

Marcus Scheib

Kern des Spiels sind Karten, auf denen Landschaften und Tiere abgebildet sind. Doch die Karten haben Löcher! Oder anders gesagt: Kameraobjektive, durch die ich Tiere fotografieren kann.

Bin ich am Zug, betrachte ich die zuletzt gespielte Karte. Wo sind Tiere, die ich fotografieren möchte? Ich suche aus meinen Handkarten die Lochkarte aus, die wohl am ehesten die darunter liegenden Tiere zeigen könnten. Es ist beeindruckend, wie oft man sich dabei verschätzt. Da ich meine Karte beliebig drehen darf, versuche ich das Maximale herauszuholen und es beginnt ein Gefeilsche und Geschiebe, um doch noch den großen Zeh des Tigers zu erwischen. Von allen Tieren, die ich mit meiner Linse einfange, nehme ich mir Plättchen für mein Sammelalbum.

Doch statt eines Schnappschusses kann ich in meinem Zug auch eine Seite für mein Sammelalbum nehmen. Diese Karten zeigen freie Plätze, auf die ich meine Fotos legen kann und Bedingungen, die mir weitere Punkte geben.

Spiel „Schnappschuss“: Die Lochkarten sind das Herzstück des Spiels. Tiere, die durch die Löcher der Karten zu sehen sind, gelten als erfolgreich abgelichtet und können in ein Sammelalbum geklebt werden. Das bringt am Ende des Spiels Punkte.

Marcus Scheib

Sobald alle Karten aufgebraucht sind, endet das Spiel und die Person mit den meisten Punkten gewinnt. „Schnappschuss“ ist ein ideales Spiel für spaßige Runden mit Freunden oder als Spiel mit Kindern. Einzelne Elemente wie das Sammelalbum können für die ganz Kleinen problemlos weggelassen werden. So bleibt ein Spielerlebnis, das besonders das Augenmaß schult.

Spielinfo „Schnappschuss“

Spieleranzahl: 2 – 4
Spielzeit: 20 – 30 Minuten
Altersempfehlung: ab 8
Verlag: Corax Games
Autoren: Romain Caterdjian
Illustrationen: Jules Dubost
Preis: ca. 25 Euro