Ausflugstipps für Brandenburg
: Unterwegs im Spreewald ­– die schönsten Denkmäler

Sagenhaftes und Historisches, Technisches und Idyllisches – der Spreewald hat mehr zu bieten als leckere Gurken. Die schönsten Denkmäler für Ausflüge.
Von
Michael Heider
Lübbenau/Burg
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Einmal im Jahr können im Spreewald Sagen der Sorben und Wenden bestaunt werden: Spreewälder Sagennacht am Bismarckturm in Burg (Spreewald)

Frank Hammerschmidt

Als wäre der Spreewald nicht schon schön genug, hat er neben viel Natur auch spannende Denkmäler zu bieten – darunter eine Insel-Gaststätte und ein technisches Juwel aus geschichtsträchtigen Zeiten der Region. Selbst das Leben im Spreewald vor gut 200 Jahren lässt sich hautnah erkunden. Hier eine Auswahl der interessantesten Ausflugsziele.

Freilandmuseum (Lehde)

„Willkommen im 19. Jahrhundert!“ heißt es in Lehde.

Wie wurde im 19. Jahrhundert im Spreewald gearbeitet? Wie gesprochen? Wie sah das Familienleben aus? Das Freilandmuseum Lehde gibt Antworten.

Museum im Landkreis Oberspreewald-Lausitz

Genauer im dortigen Freilandmuseum. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1957 können Besucher auf dem zum Museumsverbund des Landkreises Oberspreewald-Lausitz gehörigen Gelände die Lebenswelt des Spreewalds vor rund 200 Jahren erkunden. Wie wurde damals gearbeitet? Wie gesprochen? Wie sah das Familienleben aus? Um Fragen wie diese zu beantworten, präsentiert das Dorf im Dorfe fünf originale Bauerngehöfte aus der ganzen Spreewaldregion.

Wie sich das Leben damals anfühlte, können Besucher selbst an diversen Erlebnisplätzen erahnen. Wer möchte, kann melken, in Holzschuhen laufen oder sich sogar im Bau eines Spreewald-Blockhauses üben. Neben Exponaten zur Spreewaldfischerei, Korbflechterei und Rohrdachdeckerei stellt das Museum auch historische Trachten der Sorben und Wenden in der Lausitz aus. Und eine Ikone der Region fehlt selbstverständlich auch nicht: die Spreewaldgurke. Ihrer Geschichte und Erzeugung ist ein ganzes Gebäude gewidmet.

Adresse: An der Giglitza 1a, 03222 Lübbenau / Spreewald OT Lehde / Eintritt: Erwachsene 6 Euro, ermäßigt 4,50 Euro, freier Eintritt für Kinder bis 16 / weitere Infos hier

Bismarckturm (Burg/Spreewald)

Sagen brauchen heldenhafte Figuren, fantastische Ereignisse – und sie brauchen eine geeignete Kulisse.

Das Sorbische National-Ensemble während der 13. Spreewälder Sagennacht im Jahr 2022 auf der Bühne vor dem Bismarckturm.

Frank Hammerschmidt

Kein Wunder also, dass die Spreewälder Sagennacht am Bismarckturm bei Burg (Spreewald) stattfindet. Am 28. Mai 2024 können Besucher des Open Air Spektakels dort erneut spektakuläre Inszenierungen bestaunen, die auf Geschichte, Bräuchen und Sagen der Wenden und Sorben beruhen.

Doch auch außerhalb der Sagennacht ist der 28 Meter hohe Turm ein lohnenswertes Ausflugsziel. Errichtet wurde er während des Ersten Weltkriegs, finanziert vor allem durch Spenden aus der Bevölkerung von Cottbus und Burg. Nicht weniger als 1,5 Millionen Klinkersteine sind in dem Denkmal verbaut. Das aus der nahegelegenen Ottilienhütte in Calau stammende Material gibt dem Turm sein markantes Rot. Besonders gut für Spreewald-Besucher ist nicht nur, dass in der Nähe der Gurkenradweg verläuft, unweit des Turms hält die Bismarckschänke auch Verpflegung bereit.

Adresse: Byhleguhrer Straße/Schlossbergweg, 03096 Burg (Spreewald) / Infos zur Spreewälder Sagennacht

Spreewaldbahn-Lokomotive „Lübben“ (Lübbenau)

Wer Denkmal liest, denkt vermutlich an ein Gebäude oder ein Monument.

Bis 1970 war die Spreewaldbahn in Betrieb. Eine Dampflok von einst ist heute im Spreewaldmuseum in Lübbenau zu bestaunen.

Slg. Nemitz

Dass auch Transportmittel in diese Kategorie fallen können, ist weniger bekannt. Doch wer vor der „Lübben“ steht, dürfte dies sofort verstehen. Die im Jahr 1897 konstruierte Schmalspurlokomotive war einst Teil der Spreewaldbahn. Von Straupitz aus führte diese bis 1970 nach Lübben, Goyatz, Lieberose und Cottbus. Der Platz im Spreewaldmuseum ist also ein denkbar sinnvoller Ort für das technische Denkmal, bei dem es sich um die letzte Lokomotive der Spreewaldbahn handelt.

Besucher können die „Lübben“ dort nicht nur von außen bewundern. Auch ein Blick in den Führerstand ist erlaubt. Wie es sich einst mit der Spreewaldbahn, auch „Spreewaldguste“ oder „Bimmelguste“ genannt, reisen ließ, kann ebenfalls erahnt werden. Ein zur Lok gehörender Personen- und Gepäckwagen gibt einen Eindruck von der „Holzklasse“ vor über 100 Jahren. Ein Erlebnis nicht nur für Eisenbahn-Enthusiasten.

Adresse: Topfmarkt 12, 03222 Lübbenau/ Spreewald / Öffnungszeiten: Sommer(8. April bis 3. 2024) Di-So, 10.30-18 Uhr, feiertags geöffnet / Eintritt: Erwachsene 6 Euro, ermäßigt 4,50 Euro, freier Eintritt für Kinder bis 16 / weitere Infos hier

Gaststätte Wotschofska (Lübbenau)

Im Niedersorbischen bedeutet „wótšow“ so viel wie „Insel“.

Auf einer Insel im Spreewald gelegen, verfügt das Ausflugslokal Wotschofska über einen eigenen Anlegesteg.

Sandra Ketterer

Ein passender Name also für die Wotschofska. Bei ihr handelt es sich nämlich um genau das: eine Insel im Spreewald. Auf ihr liegt die gleichnamige Gaststätte, die zweifellos zu den schönsten Ausflugszielen in der Region um Lübbenau gehört. Vor rund 300 Jahren befand sich auf dem beschaulichen Eiland noch das Vorwerk eines landwirtschaftlichen Gutshofs. Doch um die Insel für Touristen attraktiv zu machen, ließ die Stadt Lübbenau 1894 dort den Bau eines Gasthauses zu.

Rasch avancierte das im Blockhausstil errichtete Restaurant zum beliebten Ausflugsziel im Spreewald. Das ist es bis heute geblieben. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts besteht ein Fußweg zwischen Lübbenau und der Wotschofska. Die Insel ist also auch für Wanderer und Fahrradtouristen gut erreichbar. Viele Gäste dürften dennoch den Besuch per Spreewaldkahn bevorzugen. Das lediglich bis in den Nachmittag geöffnete Traditionslokal ist nämlich mit einer eigenen Anlegestelle ausgestattet.

Adresse: Wotschofskaweg 1, 03222 Lübbenau/Spreewald / Öffnungszeiten: April bis Oktober täglich 10-17 Uhr, November bis Dezember sowie Februar bis März täglich 11-15 Uhr / weitere Infos hier