Von Peter Blochwitz

Während der Berlinale kommen zum 17. Netzwerktreffen der „Berlinale Talents“ 250 herausragende Kreative der Filmbranche zusammen. Sie haben sich gegen insgesamt 3400 Bewerber 2019 durchgesetzt. Die teilnehmenden Autoren, Regisseure, Produzenten, Kameraleute, Schauspieler, Filmeditoren, Filmverleiher, Production Designer, Komponisten, Sound Designer und Filmjournalisten stammen aus 77 Ländern.

Dem Publikum des Cottbuser Filmfestivals dürften dabei einige Namen und Filme bekannt vorkommen. So war der ukrainische Regisseur und Kameramann Nikon Romanchenko beim 28. Filmfestival Cottbus im November 2018 mit seinem Film „Tera“ in der Reihe „Close up UA“ zu Gast. Cutterin Evzenie Brabcova aus der Tschechischen Republik war für den Schnitt bei den Filmen „Mars“ (Wettbewerb Spielfilm 2018) und „Zimmer frei“ (Special „Spuren suchen“ 2016) zuständig. Ebenfalls 2018 war die Regisseurin More Raça (Kosovo) vertreten – mit dem Beitrag „Sie“ im Wettbewerb Kurzfilm.

Im Hauptwettbewerb des Festivalgangs 2017 war der rumänische Spielfilm „Breaking News“ in Cottbus zu sehen. Dessen Produzent Bogdan Craciun ist nun zu den „Berlinale Ta­lents“ eingeladen. Ebenso die polnischen Regisseure Marta Prus und Jan P. Matuszynski, Die Produktion „Heiß und kalt“ von Prus war 2017 in Cottbus im U18 Wettbewerb Jugendfilm gelaufen. Matuszynskis
Film „The last Familiy“ aus dem Wettbewerb Spielfilm gewann 2016 den Preis als Bester Debütfilm, Hauptdarsteller Dawid Ogrodnik bekam den Preis für einen herausragenden Darsteller. Der Streifen „Der Sohn“ des bulgarischen Regisseurs Hristo Simeonov wurde 2016 im Wettbewerb Kurzfilm gezeigt.

Das Netzwerktreffen vom 9. bis 14. Februar bietet den Teilnehmern die Möglichkeit, international renommierte Fachleute kennenzulernen und sich untereinander zu vernetzen. Sie erhalten Einblicke von Experten in deren Arbeit und Methoden, präsentieren ihre eigenen Filmprojekte und nehmen an Coaching-Programmen, Vorträgen, Filmvorführungen, Podiumsdiskussionen und Workshops teil. Um dann hoffentlich wieder mit tollen Produktionen in Cottbus vorzusprechen.

Die Macher und Freunde des Cottbuser Filmfestivals schauen nicht nur bei der Berlinale wieder genau hin, sie fiebern zudem dem 24. Februar entgegen. Dann ist Oscar-Verleihung: Holt „Cold War“ von Paweł Pawlikowski den Auslands-Oscar? Der polnische Streifen gewann beim 28. Filmfestival Cottbus 2018 den von der RUNDSCHAU gestifteten Publikumspreis und wurde später mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet. Bernd Buder, Programmdirektor des Cottbuser Festivals: „Pawlikowski hat ja schon den Oscar für ,Ida’ gewonnen – ist das nun ein Vorteil oder nicht? Es ist ein wichtiger Film: Migration, Kalter Krieg. Da wir wieder auf eine Zweiteilung der Welt zusteuern, ist es also ein hochaktueller Film. Und einer, der emotional sehr berührt ...

Publikumsliebling in Cottbus war beispielsweise auch „No Man’s Land“ des Bosniers Boris Tanovic im Jahr 2001. Und 2002 gab’s den Oscar für den besten fremdsprachigen Film ...

Filmpreis-Nominierungen Die Lausitz und die Oscar-Chance

Los Angeles/Cottbus