Schnee und Glatteis haben in Brandenburg vor allem auf der Schiene zu größeren Verkehrsstörungen geführt. Betroffen war insbesondere der Süden des Landes. In Cottbus stand der Tramverkehr am Montag still, und bei den Regionalzügen in Richtung Sachsen und Sachsen-Anhalt fielen zahlreiche Verbindungen aus. Auf den Straßen waren die Straßenmeistereien mit großem Einsatz unterwegs.

Wind erschwert die Räumarbeiten in Süd-Brandenburg

Die Räumdienste waren mit mehr als 200 Fahrzeugen rund um die Uhr bei der Arbeit, berichtete der Sprecher des Landesbetriebes Straßenwesen, Steffen Streu, am Montag. Die rund 300 Mitarbeiter seien zu Zwölf-Stunden-Schichten übergegangen. Während die Lage auf den Straßen im Norden Brandenburgs noch „relativ entspannt“ gewesen sei, habe im Süden vor allem der Wind die Räumarbeiten erschwert. Immer wieder habe es Schneeverwehungen gegeben, in denen auch Fahrzeuge stecken blieben. Deswegen mussten einzelne Straßenabschnitte wiederholt zeitweise gesperrt werden.

Brandenburger Autofahrer passen sich dem winterlichen Wetter an

Laut einem Sprecher der Polizeidirektion Süd kann dennoch nicht von einem Verkehrschaos gesprochen werden. „Die meisten Verkehrsteilnehmer haben sich angepasst“, sagte er. Dennoch kam es infolge der winterlichen Bedingungen zu Unfällen. Nach Angaben der Polizei gab es am frühen Montagmorgen unter anderem im gesamten Landkreis Oberspreewald-Lausitz Verkehrsbehinderungen. So blieben unter anderem bei Großkoschen, Lindenau und Lauchhammer Autos und Laster in Schneeverwehungen liegen. Verletzte gab es nach Angaben der Leitstelle Lausitz im Verlauf des Montags bei insgesamt vier Unfälle mit jeweils einer Person.
In ganz Brandenburg gab es von Mitternacht bis 9 Uhr in Brandenburg 15 Unfälle mit Blechschäden und 4 weitere Kollisionen mit Verletzten, sagte ein Sprecher des Lagezentrums der Brandenburger Polizei. Etwa Zwei Drittel dieser Unfälle seien auf das Winterwetter zurückzuführen. Am Sonntag wurden 108 Verkehrsunfälle gezählt, darunter 57 witterungsbedingte.
Wintereinbruch in der Lausitz

Bildergalerie Wintereinbruch in der Lausitz

Größere Störungen auf den Bahnlinien zwischen Cottbus und Sachsen

Das Winterwetter sorgte ebenfalls vor allem im Süden Brandenburgs für Verspätungen und Ausfälle im Zugverkehr. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, waren vor allem die Regionen um Cottbus und Calau (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) betroffen. Größere Störungen gab es insbesondere auf den Linien zwischen Cottbus und Sachsen sowie Sachsen-Anhalt. Auch auf der Strecke zwischen Frankfurt (Oder) und Cottbus bremsten Weichenstörungen den Zugverkehr aus. Nach Angaben der Bahn kann es noch bis voraussichtlich Dienstagmittag auf einigen Strecken wie zum Beispiel dem RE 1 zwischen Brandenburg und Cottbus, RE 18 zwischen Cottbus und Dresden und dem RB 49 Cottbus-Falkenberg zu Verspätungen und Teilausfällen kommen.

Bad Liebenwerda

In Cottbus musste am Montagvormittag der Straßenbahnverkehr komplett eingestellt werden. Grund waren Weichenstörungen durch Schneeverwehungen und vereinzelte Stromausfälle. Auch Fußgänger hatten unter der Schnee- und Eisglätte zu leiden. Wie die Feuerwehr berichtete, mussten die Rettungsdienste unter anderem auch gestürzte Menschen ins Krankenhaus bringen. Das Carl-Thiem-Klinikum Cottbus berichtete, dass durch das Winterwetter mehr Patienten als sonst in der Notaufnahme behandelt würden. Es gehe vor allem um Stürze, Knochenbrüche und Verkehrsunfälle.

Post konnte in vielen Gebieten nicht zugestellt werden

Ausgebremst ist momentan auch die Post. Auf Rundschau-Nachfrage erklärt Tina Birke von der Berliner Pressestelle der Deutsche Post DHL Group, dass aufgrund des aktuellen Wintereinbruchs Briefe und Pakete am Montag in Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße und Cottbus nicht zugestellt werden konnten. „Auch die Versorgungsfahrten zu unseren Brief- und Paketzentren konnten zum Teil nicht durchgeführt werden“, so die Sprecherin. Die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter, so heißt es, habe in dieser Situationen oberste Priorität. Grundsätzlich sei Montag der Wochentag, an dem die wenigsten Sendungen in der Zustellung sind. Eine Prognose für die nächsten Tage? „Je nachdem wie sich die Wetterlage in den kommenden Tagen entwickelt, nehmen wir die Zustellung der Sendungen wieder auf. Wir werden dann mehr Mitarbeiter im Einsatz haben und setzen alles daran, die liegen gebliebenen Briefe und Pakete schnellstmöglich zu unseren Kunden zu bringen“, so Tina Birke.

Lkws stellen sich auf Autobahnen in Sachsen quer

Kräftige Schneefälle haben Sachsen am Montag schwer zu schaffen gemacht. Auf den Autobahnen stellten sich Lastwagen quer und blockierten die Fahrspuren. Der Verkehr staute sich. Der Winterdienst war überall in vollem Einsatz, kam aber kaum hinterher. Laut Polizei mussten etliche Straßen wegen Schneeverwehungen komplett gesperrt werden. Auch die Müllabfuhr bekam Probleme. Zu spürbar mehr Verkehrsunfällen hat das Wetterchaos bislang aber nicht geführt. Am Sonntag registrierte die Polizeidirektion Görlitz 19 Unfälle, bei denen insgesamt drei Personen verletzt wurden. Zum Vergleich: Am Sonntag vor einer Woche waren es 20 Verkehrsunfälle mit zwei Verletzten.
Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) gab es am Montag ein West-Ost-Gefälle im Freistaat. Während Leipzig knietief im Schnee versank, fielen am östlichen Rand Sachsens in der Oberlausitz nur 10 bis 20 Zentimeter Schnee. Besonders viel Schnee habe es auch im Vogtland mit bis zu 30 Zentimetern gegeben. Wegen des böigen Windes und vieler Schneewehen seien die Mengen aber schwierig zu bestimmen gewesen, sagte DWD-Meteorologe Florian Engelmann.
Frost in Brandenburg und Sachsen Wie sicher sind Strom- und Wärmeversorgung?

Cottbus

Müllabfuhren fallen im Landkreis Bautzen aus

Wegen des kräftigen Schneefalls sind am Montag die Müllabfuhren in Sachsen vielerorts ausgefallen. Der Landkreis Bautzen teilte mit, dass die Entsorgungsfahrzeuge wegen der „Einschränkungen und Gefahren für Personal und Material“ in den Depots geblieben seien. Auch im Vogtland sowie in der Stadt und dem Landkreis Leipzig wurden die Sammeltouren gestrichen. Die Müllabfuhr soll nachgeholt werden, sobald sich die Lage normalisiert hat.
In den nächsten Tagen soll laut Deutschem Wetterdienst kein neuer Schnee dazu kommen. Allerdings bleibt die weiße Pracht erhalten, denn es wird bis zum Wochenende ausgesprochen frostig. Tagsüber stiegen die Temperaturen kaum über minus sieben Grad, nachts seien zweistellige Werte unter Null zu erwarten, sagte DWD-Meteorologe Engelmann. Besonders kalt könne es in der Nacht zum Mittwoch werden. Wenn es aufklare, sei örtlich strenger Frost mit minus 20 Grad möglich.