An etlichen Stellen in Sachsen, Berlin und Brandenburg ist der bevorstehende Jahreswechsel das wärmste Silvester, das je gemessen wurde. „Potsdam erreicht mit 13 Grad den wärmsten 31. Dezember seit Beginn der Wetteraufzeichnung im Jahr 1893“, sagte eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.
In Berlin verzeichneten die Wetterstationen schon um die Mittagszeit die höchsten Temperaturen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, wie ARD-Wetterexperte Alexander Fromm dem Rundfunk Berlin-Brandenburg am Freitag sagte. Der höchste Wert wurde laut Fromm an der Wetterstation Berlin-Tempelhof mit 13,7 Grad gemessen. Demnach war der wärmste Jahreswechsel in der Hauptstadt bislang 2017/2018. Nach Angaben der DWD-Sprecherin kann es in Doberlug-Kirchhain im Elbe-Elster-Kreis sogar bis zu 15 Grad warm werden.
An mehreren Orten Sachsens sind ebenfalls die höchsten Temperaturen an einem Silvestertag seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen worden. So meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitagnachmittag 16,5 Grad an der Wetterstation Dresden-Strehlen. Der bisherige Höchstwert hatte 2017 bei 14,0 Grad gelegen. Auch in Leipzig (14,4 Grad), Görlitz (13,9 Grad), Oschatz (14,9 Grad) und Aue (12,3 Grad) wurden Temperaturrekorde von 2017 übertroffen. Auf dem Fichtelberg wurden bis zum Nachmittag 4,6 Grad gemessen. Der höchste Wert war hier laut DWD im Jahr 1961 mit 5,6 Grad verzeichnet worden.

Wie kalt ist es an Silvester normalerweise?

Die Silvesternacht werde kaum abkühlen, hieß es. Die Temperaturen könnten noch bei etwa 11 bis 12 Grad liegen. Normal seien eher Temperaturen um die 0 Grad. Zudem können laut DWD vereinzelt starke Windböen mit Geschwindigkeiten von 55 bis 60 Stundenkilometern hinzukommen.
Auch das neue Jahr starte ungewöhnlich mild, hieß es. Für den Neujahrstag würden ein wolkiger Himmel und nur stellenweise Sprühregen vorhergesagt, so der DWD. Demnach werden in Berlin und Brandenburg Temperaturen von 10 bis 13 Grad erwartet. „Die Wahrscheinlichkeit ist auch hier hoch, dass wir für einige Stationen Rekorde für den 1. Januar 2022 erreichen“, sagte die Sprecherin.

2021 – So war das Wetter in Brandenburg

Brandenburg war im Jahr 2021 nach ersten Werten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) das zweittrockenste Bundesland. Es fielen demnach rund 590 Liter Regen je Quadratmeter. Das langjähriges Mittel in der Mark liegt bei 573 Liter pro Quadratmeter. Berlin war in diesem Jaht mit rund 560 Litern Regen je Quadratmeter erneut die trockenste Region in Deutschland.
Bei der Hitze gab es einen Spitzenwert: Demnach meldete Baruth/Mark neben Berlin-Tempelhof am 19. Juni den deutschlandweiten Höchstwert mit 36,6 Grad. Die Sonne zeigte sich 2021 in Brandenburg 1650 Stunden. Das war mehr als im langjährigen Mittel, das bei 1634 Sonnenstunden liegt.
In tropischer Luft gab es Ende Juni in Ludwigsburg in der Uckermark starken Regen: Am 30. Juni kam mit 198,7 Litern pro Quadratmeter deutschlandweit die höchste Tagessumme und zugleich die höchste tägliche Niederschlagsmenge in einem Juni vom Himmel.
„Unsere Bilanz des Jahres 2021 ist zwiespältig“, sagte Tobias Fuchs, Klima-Vorstand des DWD, mit Blick auf die deutschlandweiten Werte. Es habe zum Glück keine neuen Temperaturrekorde gegeben und für fast alle Regionen ausreichend Niederschlag. „Zugleich war 2021 aber auch das Jahr der schlimmsten Flutkatastrophe seit Jahrzehnten.“ Diese Wetterextreme seien Folgen des Klimawandels, die jeden treffen können, meint Fuchs. „Wer das Klima schützt, schützt sich selbst.“ Unterm Strich gab der DWD das Jahr als durchschnittlich nass, leicht zu sonnig und zu warm an.