Brandenburg hat am Donnerstag einen 53 Jahre alten Temperaturrekord gebrochen: In Lenzen an der Elbe (Landkreis Prignitz) kletterte das Thermometer auf 34,8 Grad. Die bislang höchste Temperatur an diesem Tag war nach Angaben eines Meteorologen am 17. Juni 1968 mit 33,1 Grad in Potsdam gemessen worden. Dort war es auch wieder heiß. Bereits am Vormittag wurden 29,6 Grad in der Landeshauptstadt registriert, am Nachmittag waren es dann 34,6 Grad.
Vor allem in der Westhälfte des Landes war es hochsommerlich, etwa im Havelland und im Fläming. Am Flughafen BER in Schönefeld wurden nach den Angaben am Vormittag bereits 31 Grad gemessen. Noch höher sollen die Temperaturen am Freitag steigen. Lokal könnten die Thermometer Werte zwischen 36 und 37 Grad anzeigen.
Im Raum Cottbus herrschen bereits seit 6 Uhr Temperaturen um die 20 Grad. Der Deutsche Wetterdienst erwartet bis zum Abend 36 Grad. Wolken sind nur selten am Himmer zu sehen. Nachts soll es sich auf 23 Grad runterkühlen. Samstag und Sonntag soll das Wetter so bleiben. Es könnte lediglich etwas bewölkter sein.

Waldbrandgefahr ist in Brandenburg sehr hoch

Mit der ersten Hitzewelle des Jahres in Deutschland steigt die Gefahr von Waldbränden weiter an. Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigte für das Wochenende einschließlich Freitag alarmierende rote bis dunkelrote Flecken. Der Index rase auf die höchste Waldbrandwarnstufe zu, sagte ein DWD-Sprecher. Die Wetterexperten sehen vor allem im Nordosten Deutschlands eine hohe Gefahr. Dort seien die obersten Bodenschichten zu trocken. DWD-Waldbrandexperte Christopher Böttcher fasst es so zusammen: Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit, Niederschläge, Temperatur und Sonneneinstrahlung sind wichtige Faktoren.

Beiersdorf

Brandenburg ist Jahr für Jahr besonders stark von Waldbränden betroffen, denn häufig regnet es in dem Bundesland nicht, wenig oder nur sehr lokal. Kommen die Winde aus dem Norden, sorgen Skandinaviens Gebirge dafür, dass nur noch eine trockene Strömung in Brandenburg ankommt, wie ein DWD-Meteorologe erklärte. Aus dem Südwesten stauten sich Gewitter meist über dem Mittelgebirge, Wolken regneten sich ab, nur noch ein kleiner Restniederschlag komme in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg an. Das Land um Berlin leidet zudem unter den sandigen Böden, die den Regen nicht lange halten können.

Gewitter zum Beginn der nächsten Woche?

Die Waldbrandzentralen in den Ländern sind ab Gefahrenstufe 3 besetzt und überwachen mit Sensoren das Geschehen. In Brandenburg etwa arbeiten zwei solcher Zentralen in Zossen (Teltow-Fläming) und Eberswalde (Barnim). Innerhalb weniger Minuten können die Mitarbeiter Informationen über Brände an die jeweiligen Leitstellen in den Regionen weitergeben.
Entspannung ist nach DWD-Angaben erst am Wochenende mit zunehmender Gewitterwahrscheinlichkeit in Sicht. Eine großflächige Gewitterfront, die der aktuellen Hitzewelle ein Ende bereite, werde aber erst Anfang der Woche erwartet und berge auch Unwetterrisiken.

So wird das Wetter in Sachsen

Auch in Sachsen bleibt es heiß. Am Freitagvormittag herrschen im Raum Görlitz Temperaturen zwischen 17 und 23 Grad. Mittag werden bis zu 32 Grad erwartet. Nachts gehen die Temperaturen um die 10 Grad runter auf 21 Grad. Auch hier werden kaum Wolken am Himmel zu sehen sein. Gleiches Spiel am Wochenende – nur schieben sich da gelegentlich ein paar Wolken vor die Sonne.
Die Waldbrandgefahr in Sachsen ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Am Freitagmorgen haben die Landkreise Nordsachsen und Görlitz bereits die höchste Stufe 5 (sehr hohe Gefahr). Für die Landkreise Leipzig, Meißen, Bautzen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und die Stadt Leipzig liegt die Waldbrandstufe 4 (hohe Gefahr) vor. Für alle anderen Landkreise und Städte herrscht mittlere Waldbrandgefahr (Stufe 3).