Die Gefahr von Waldbränden steigt im Land Brandenburg trotz der Niederschläge der vergangenen Monate immer weiter. Das bekommt die Leitstelle Lausitz in Cottbus jetzt fast täglich zu spüren. Seit Samstagmittag gingen nach einander mehrere Alarmierungen zu Wald- und Flächenbränden ein.
Derzeit noch im Einsatz sind die Kameraden der Feuerwehr in Ströbitz. Dort brennt es in der Nähe des Badesees. Feuer auf 3.000 Quadratmeter Ödland auf einer Moorfläche muss die Feuerwehr dort löschen, teilt Jens Zimmermann, Lagedienstführer der Leitstelle Lausitz, am Samstagnachmittag mit.
Zuvor war die Feuerwehr im Cottbuser Ortsteil Willmersdorf im Einsatz. Dort brannte entlang des Bahndammes Ödland gleich an mehreren Stellen – insgesamt etwa 6.000 Qudratmeter Fläche.
Gegen 13 Uhr musste die Feuerwehr in den Cottbuser Ortsteil Döbbrick ausrücken. Ein Schilfgürtel und Ödland auf einer Fläche von 1.500 Quadratmeter entland der Spree standen in Flammen.
Einen größeren Brand gab es auch in Altdöbern im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Gegen 11.15 Uhr rückte die Feuerwehr aus, um brennenden Wald- und Ödlandboden auf 4.500 Quadratmeter zu löschen.
Kleinere Brände von Wald und Ödland gab es am Samstag auch in Schenkendöbern und Jänschwalde im Landkreis Spree-Neiße sowie in Lübben im Landkreis Dahme-Spreewald.

Feuerwehr war auch schon am Freitag bei mehreren Bränden im Einsatz

In Schenkendöbern hatte es auch schon am Freitag gebrannt. Gegen 14.45 Uhr stand dort Schilf an einem Feldrand auf einer Fläche von 750 Quadratmeter in Flammen. 45 Minuten später mussten acht Löschfahrzeuge der Feuerwehr nach Welzow ebenfalls im Landkreis Spreen-Neiße ausrücken. Dort breiteten sich nach Angaben der Leitstelle die Flammen sogar auf 10.000 Quadratmeter Wald- und Ödlandboden aus.
Und gegen 16 Uhr war die Feuerwehr mit elf Löschfahrzeugen im Calauer Ortsteil Bolschwitz im Landkreis Oberspreewald-Lausitz im Einsatz. Auf 5.000 Quadratmetern brannten Waldboden und Baumstümpfe. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr konnte ein Ausbreiten des Feuers verhindert werden, so die Leitstelle. Zwei Personen, die das Feuer bemerkt und die Feuerwehr alarmiert hatten, wurden vom Rettungsdienst auf Verdacht einer Rauchgasintoxikation in ein nahe liegendes Krankenhaus gebracht.

Bereits in vergangenen Tagen mehrere kleine Waldbrände in Brandenburg

Die Feuerwehren im Land Brandenburg rückten bereits in den vergangenen Tagen zu ersten kleineren Waldbränden aus. Bei Groß Köris im Landkreis Dahme-Spreewald brannte es den Angaben zufolge auf rund 200 Quadratmetern Boden. Auch in Welzow in Spree-Neiße hatte die Feuerwehr schon Flammen auf 600 Quadratmetern löschen müssen.
Im Landkreis Teltow-Fläming konnte die Feuerwehr nach einem Hinweis von Bürgern ein entstehendes Feuer bereits zu Beginn löschen. Zudem hatte es bereits eine Reihe von kleineren Flächenbränden außerhalb des Waldes gegeben.

Waldbrandgefahrenstufe vier in den meisten Landkreisen Brandenburgs

Der Deutsche Wetterdienst sagt für das Wochenende viel Sonne und steigende Temperaturen im gesamten Land voraus. In den meisten Landkreisen Brandenburgs wird bereits die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe vier ausgerufen – so in Dahme-Spreewald, Spree-Neiße, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Teltow-Fläming und der kreisfreien Stadt Cottbus.
Der Waldbrandbeauftragte des Landes, Raimund Engel, rechnet auch für die kommende Woche mit einer hohen Gefahr von Bränden. Eine niedrige Luftfeuchtigkeit, lange Sonneneinstrahlung und leichter Wind bewirken demnach, dass der Oberboden im Wald schnell austrocknet. Am Waldboden liegendes Reisig sowie trockenes Gras und Laub können sich entzünden. Die Verdunstung sei trotz der Nachtfröste hoch, so Engel. Schon eine weggeworfene Zigarettenkippe reiche aus, um einen Waldbrand zu entfachen. Im Wald gilt laut Forstministerium das ganze Jahr über Rauchverbot.
Die Früherkennung von Waldbränden erfolgt durch zwei Waldbrandzentralen in Zossen im Landkreis Teltow-Fläming und in Eberswalde im Landkreis Barnim. Sie sind ab Gefahrenstufe drei besetzt. Innerhalb weniger Minuten können die Mitarbeiter Informationen über Brände an die jeweiligen Leitstellen in den Regionen weitergeben. Sensoren scannen den Brandenburger Wald nach aufsteigenden Rauchwolken. Im Zossener Ortsteil Wünsdorf arbeiten sechs Mitarbeiter, in Eberswalde vier.

Groß Schacksdorf

Große Trockenheit verursachte viele Waldbrände in Brandenburg

Immer wieder wurde Brandenburg in den vergangenen Jahren bei großer Trockenheit von Waldbränden heimgesucht. Feuerwehren waren in Sommermonaten häufig rund um die Uhr im Einsatz. Nur 2021 hatte es verglichen mit den Vorjahren wegen höherer Niederschlagsmengen weniger gebrannt.
Im Jahr 2020 gab es dem Umweltministerium zufolge 299 Waldbrände auf 118,5 Hektar Fläche. 2018 waren es 491 Brände, denen 1663 Hektar zum Opfer fielen, und 2019 bei 417 Bränden 1352 Hektar Wald.