Waldbrände in Brandenburg
: Mehrere Feuer ausgebrochen – so ist die aktuelle Lage

+++ Update 18. Juli +++ Im Süden von Brandenburg waren mehrere Brände ausgebrochen. Viele davon sind bereits gelöscht. Zwei größere Brände beschäftigen die Kameraden weiterhin.
Von
Stephan Meyer,
Christian Schenk
Cottbus
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Im Süden von Brandenburg waren am Montag (17. Juli 2023) mehrere Waldbrände ausgebrochen, unter anderem bei Halbe im Landkreis Dahme-Spreewald. (Symbolbild)

Justin Seidel /Blaulichtreport Lausitz

Im Süden von Brandenburg sind am Montag (17. Juli) in zwei Landkreisen mehrere Wald- und Flächenbrände ausgebrochen. Im Landkreis Dahme-Spreewald bekämpfte die Feuerwehr Brände in Groß Köris (15.000 m²) und im Luckauer Ortsteil Duben (7000 m²). Beide Brände konnten noch am Abend gelöscht werden. Ein weiterer Brand im Landkreis, der am Montag ausgebrochen war, beschäftigt die Rettungskräfte auch am Dienstag noch. In Halbe standen etwa 14 Hektar Waldboden in Flammen. Ein Bürger hat die Leitstelle am Morgen über eine erneute Rauchentwicklung informiert. Gegen 9.50 Uhr sind elf Fahrzeuge der umliegenden Wehren zur Brandbekämpfung ausgerückt, sagte Lutz Freudenberg, Sprecher der Leitstelle Lausitz. Die Löscharbeiten werden durch die Tatsache erschwert, dass das Gebiet munitionsbelastet ist. Inzwischen ist die Lage aber auch hier wieder unter Kontrolle (Stand 18. Juli, 16.36 Uhr). Vereinzelte Brandstellen werden jedoch weiterhin nachkontrolliert und gegebenenfalls gelöscht.

Brände in Elbe-Elster

Im Landkreis Elbe-Elster war am Montag bei Friedersdorf (Sonnewalde) eine Fläche von 35.000 m² von einem Brand betroffen. Auch hier mussten wegen erneuter Rauchentwicklung am Dienstagmorgen die Kameraden ausrücken. Seit etwa 9.30 Uhr kämpfen diese gegen die Flammen, sagte Freudenberg weiter.

Im Landkreis Elbe-Elster ist bei Rehfeld ein Brand auf einer landwirtschaftlichen Fläche ausgebrochen.

Feuerwehr/ M. Neumann

Am späten Montagnachmittag war ein weiterer Brand in Elbe-Elster hinzugekommen. Zwischen Rehfeld und Kölsa, in der Nähe von Falkenberg brannte eine Fläche von 250.000 m², betroffen waren ein Feld und Wald. Die Alarmierung ging gegen 17.20 Uhr raus. Noch in den Abendstunden meldeten die Einsatzkräfte „Feuer aus“. Im vergangenen Jahr brach dort in der Nähe ebenfalls ein Feuer aus. Es galt als der größte Waldbrand Brandenburgs 2022. Nach ersten Erkenntnissen könnten die beiden Feuer in Elbe-Elster durch Mähtechnik entstanden sein, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Unweit der neuen Eisenbahnbrücke, zwischen Hohenleipisch und Gorden, nahe der Bahnstrecke Berlin-Dresden stand ein Stück Wald in Flammen.

VRS

Zwischen Hohenleipisch und Gorden haben am späten Montagnachmittag unweit der Bahnstrecke Berlin-Dresden etwa 100 Quadratmeter Waldboden in Flammen gestanden. Etwa 45 Kameraden konnten das Feuer in der Nähe der neuen Eisenbahnbrücke schnell löschen und Schlimmeres verhindern. Jedoch stellt der Brand die Kameraden vor ein Rätsel. Zunächst wurde angenommen, dass der Bahnverkehr das Feuer entfacht haben könnte. Später konnte jedoch kein Zusammenhang hergestellt werden. „Wie das Feuer entstanden ist, wissen wir nicht. Wir haben es mit einer ungewöhnlichen Zeit außerhalb der direkten Sonneneinstrahlung zu tun. Wir stehen vor einem Rätsel. Ich denke nicht, dass sich ein Feuer zu der Uhrzeit unter diesen Bedingungen von alleine entzündet. Mehr möchte ich dazu nicht sagen“, meint Amtsbrandmeister Günter Hermann vor Ort. Die Polizei ermittelt.

Waldbrandgefahr durch Niederschlag etwas entschärft

Die Waldbrandgefahr in Brandenburg hat aufgrund von Niederschlägen in der Nacht zum Dienstag etwas abgenommen. Von Süden bis Nordosten der Mark herrscht derzeit eine sehr geringe bis geringe Gefahr (Gefahrenstufe 1 und 2). Im Osten des Landes wird die Waldbrandgefahr auf mittel (Stufe 3) eingestuft

Lkw ist auf A13 bei Calau in Brand geraten

Ein weiterer Brand ist am Montag von der Feuerwehr in der Nähe von Calau bekämpft worden. Auf der A13 zwischen den Anschlussstellen Kittlitz und Bathow – unweit des Rastplatzes „Lichtenauer Seen“ – ist in Fahrtrichtung Dresden der Sattelaufleger eines Lkw, der Futtermittel geladen hatte, abgebrannt. Die Einsatzkräfte wurden kurz nach 14 Uhr zur Brandstelle alarmiert.

Der Fahrer hatte es noch geschafft, die Mercedes-Zugmaschine abzukoppeln. Dabei erlitt der 29-Jährige eine Rauchgasvergiftung, die in einem Krankenhaus medizinisch versorgt werden musste, wie ein Sprecher der Polizei mitteilt. Über mehrere Stunden dauerte der Löscheinsatz der Feuerwehr an, eine Gefährdung durch die Ladung war jedoch nicht gegeben.

Als Brandursache ist ersten Einschätzungen zufolge wahrscheinlich ein technischer Defekt. Während die Zugmaschine unbeschädigt auf dem Rastplatz abgestellt werden konnte, musste der ausgebrannte Auflieger durch eine Abschleppfirma geborgen werden. Die bislang absehbaren Sachschäden wurden mit rund 30.000 Euro angegeben. Bis 21.30 Uhr sorgte die Vollsperrung zur Absicherung des Löscheinsatzes und der anschließenden Fahrbahnreinigung für einen Stau, der an der Ausfahrt Kittlitz abgeleitet wurde.